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Diplomacy & Defense Think Tank News

Biodiversity and the future creditworthiness of nations

Climate change, biodiversity loss, and deforestation present increasingly material financial risks. Yet, whilst macroeconomic studies on biodiversity often value natural capital and ecosystem services to human wellbeing, they do not quantify risks to financial assets. Sovereign debt is the means through which countries invest in themselves, yet continued environmental degradation undermines economic performance making this type of debt riskier and costlier, ultimately reducing the ability of nations to invest in nature or endure shocks. The primary indicator of national creditworthiness – sovereign credit ratings – currently omit biodiversity and other nature-related risks, meaning financial markets may be mispricing, mismanaging, and misallocating $71 trillion of financial assets, with direct implications for both the natural environment and public investment and global financial stability. We directly incorporate biodiversity and nature-related risks into assessments of sovereign creditworthiness. We extend S&P Global’s sovereign ratings methodology to assess creditworthiness of 23 nations under a range of scenarios relating to changes in tropical timber production, wild pollination services, and marine fisheries. Although seemingly a small sample of nations, these countries have a collective population of 5.5 billion people. We find that a partial ecosystem collapse scenario increases the annual debt payment faced by India and China by $49bn and $70bn, respectively. This is equivalent to 2.4% of the median Indian’s annual after-tax income. Across the sample, the additional annual interest burden could reach $162bn, nearly reaching the $200bn/yr target for conservation support under the Global Biodiversity Framework. Some countries, such as Angola, Bangladesh, Democratic Republic of Congo, and Madagascar, could face GDP losses of more than 15% by 2030.

Biodiversity and the future creditworthiness of nations

Climate change, biodiversity loss, and deforestation present increasingly material financial risks. Yet, whilst macroeconomic studies on biodiversity often value natural capital and ecosystem services to human wellbeing, they do not quantify risks to financial assets. Sovereign debt is the means through which countries invest in themselves, yet continued environmental degradation undermines economic performance making this type of debt riskier and costlier, ultimately reducing the ability of nations to invest in nature or endure shocks. The primary indicator of national creditworthiness – sovereign credit ratings – currently omit biodiversity and other nature-related risks, meaning financial markets may be mispricing, mismanaging, and misallocating $71 trillion of financial assets, with direct implications for both the natural environment and public investment and global financial stability. We directly incorporate biodiversity and nature-related risks into assessments of sovereign creditworthiness. We extend S&P Global’s sovereign ratings methodology to assess creditworthiness of 23 nations under a range of scenarios relating to changes in tropical timber production, wild pollination services, and marine fisheries. Although seemingly a small sample of nations, these countries have a collective population of 5.5 billion people. We find that a partial ecosystem collapse scenario increases the annual debt payment faced by India and China by $49bn and $70bn, respectively. This is equivalent to 2.4% of the median Indian’s annual after-tax income. Across the sample, the additional annual interest burden could reach $162bn, nearly reaching the $200bn/yr target for conservation support under the Global Biodiversity Framework. Some countries, such as Angola, Bangladesh, Democratic Republic of Congo, and Madagascar, could face GDP losses of more than 15% by 2030.

Gerechte Wasserversorgung als Entwicklungsziel

Bonn, 16. März 2026. Ein besseres Wassermanagement für und mit Frauen verbessert Gesundheit, Bildung und Wirtschaft für alle. Die Chancen liegen auf der Hand.

Wer in München, Mailand oder Marrakesch einen Wasserhahn aufdreht, bekommt fließendes Wasser – sauber und sofort verfügbar für alle. Doch bei der Wasserversorgung geht es nicht nur um technische Fragen von Rohren und Rechnungen. Wasser ist auch politische und wirtschaftliche Macht – und diese Macht ist ungleich verteilt. Es geht darum, wer entscheidet, wer profitiert und wer leer ausgeht. 

Frauen sind von Wasserproblemen durch Dürren, Überschwemmungen oder fehlende Wasseraufbereitung besonders stark betroffen. Die Ursachen dafür sind die ungleiche Aufgabenverteilung zwischen den Geschlechtern ebenso wie Infrastruktur, die nicht dem Bedarf der Frauen gerecht wird.  Vor diesem Hintergrund stellt der UN-Weltwassertag 2026 das Thema Wasser und Geschlecht in den Mittelpunkt, unter dem Motto „Wo Wasser fließt, wächst Gleichberechtigung“. Das Bewusstsein für diesen Zusammenhang nimmt zu: 76 % der nationalen Politiken rund um Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene umfassen Maßnahmen für Frauen und Mädchen. Doch es mangelt an der Umsetzung: Nicht einmal jedes zweite Land misst und meldet Fortschritte, und nur 27 % der Staaten leiten entsprechende Mittel direkt an Frauen und Mädchen weiter. Vielerorts hängt der Zugang zu Wasser für Sanitärversorgung, Hygiene und Landwirtschaft noch immer vom Geschlecht ab – dabei würde eine gerechte Verteilung wichtige Entwicklungschancen für alle erschließen. Dazu braucht es ein Bewusstsein für Machtstrukturen – und den Willen, sie zu verändern.

Gleichberechtigung kann nicht bestehen, solange es in sieben von zehn Haushalten ohne Wasseranschluss hauptsächlich Frauen und Mädchen sind, die Wasser holen. Dafür zahlen sie einen hohen Preis: versäumter Schulunterricht, körperliche Belastung und tägliche Belästigung oder sogar sexuelle Erpressung. Auch Entwicklung lässt sich nicht realisieren, wenn weltweit 156 Millionen Mädchen im Alter von 10 bis 19 Jahren noch immer keinen Zugang zu grundlegender Hygiene haben, was ihre Gesundheit, Würde und Bildung beeinträchtigt.

Wassergerechtigkeit ermöglichen
Echter Fortschritt erfordert drei Dinge: die Anerkennung der Rolle und Bedürfnisse von Frauen in Wasserwirtschaft und Landwirtschaft, Investitionen in geschlechtersensible Infrastruktur sowie wirksame Entscheidungsmacht für Frauen im Wassermanagement.

In weiten Teilen der Welt ist das Wassermanagement aus der Not heraus weiblicher geworden – mit spürbaren Folgen. Während Männer in die Städte abwandern, übernehmen Frauen zunehmend Bewässerungsaufgaben, halten dörfliche Wasserstellen instand und sichern auch in Dürre- und Hochwasserperioden den Gemeindezusammenhalt. Mit mehr Unterstützung könnten sie diese Situation als Chance nutzen, statt lediglich die Last dieser Entwicklungen zu tragen. So schafft der Zugang zu Bewässerungsanlagen und Agrarland für Frauen zusätzliche Einkommen, verbessert die Ernährungssicherheit und ermöglicht die Gründung weiblicher Genossenschaften. In Marokko und anderen Ländern fördern solche Agrargenossenschaften kollektives Handeln – von wirtschaftlicher Zusammenarbeit über Vernetzung, Wissensaustausch bis hin zu Bildungsangeboten und Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt.

Eine weitere Voraussetzung für Wassergerechtigkeit ist geschlechtersensible (Wasser-)Infrastruktur: Sanitäreinrichtungen in Schulen, ein sicherer häuslicher Wasserzugang und angemessene Arbeitsbedingungen an Baustellen und Betriebsstätten der Wasserinfrastruktur. Gendersensible Wasserinfrastruktur verbessert die Bildung, Gesundheit, Beschäftigung und Sicherheit. So erhöhen sichere Sanitäranlagen in Schulen die Anwesenheitsquote von Mädchen. Im westlichen Rajasthan ersparen Tankwagenlieferungen Frauen kilometerlange Wege zum Wasserholen. In Bangladesch und anderen Ländern haben häusliche Leitungsanschlüsse und wohnortnahe Brunnen dazu beigetragen, dass Frauen beim Wasserholen seltener belästigt werden. Und sichere Arbeitsbedingungen haben die Einbindung von Ingenieurinnen und Arbeiterinnen gefördert, wie Erfahrungen aus Dammbauprojekten in Marokko belegen.

Mehr weibliche Führungskräfte, bessere Wasserversorgung
Schließlich stellt sich die Frage, wer Entscheidungen trifft.  Frauen sind von der Wasserbewirtschaftung noch immer weitgehend ausgeschlossen und haben kaum Mitsprache bei der Kontrolle und Verwaltung dieser Ressource und der Infrastruktur, oder bei Entscheidungen über den Wasserzugang. 2023 verfügten 15 % aller Länder nicht über Mechanismen, die die Beteiligung von Frauen am Wassermanagement sicherstellen, und Frauen hatten nur 26 % der Führungspositionen in untersuchten Wasserorganisationen inne. Dabei verbessert die Partizipation von Frauen die Leistung von Wassersystemen in betrieblicher Hinsicht (Instandhaltung, Bewässerungseffizienz, Wasserreinheit) und wirkt sich positiv auf Gesundheit, Ernährung, Bildung, wirtschaftliche Chancen und Umweltbewusstsein aus. In Frauen, die an der Wasserversorgung beteiligt sind, zu investieren, ist daher keine soziale Gefälligkeit – es ist schlicht wirksame Entwicklungspolitik.

Gerechte Wasserversorgung ermöglicht Entwicklung für alle – denn es geht nicht nur um Rohre und Rechnungen, sondern darum, wer entscheidet, wer profitiert und wer leer ausgeht.

 

 

Dies ist eine Kolumne des Bonn Water Network, dem die Autorinnen angehören:

Dr. Annabelle Houdret ist Politikwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsabteilung "Umwelt-Governance“ des German Institute of Development and Sustainability (IDOS) in Bonn.

Prof. Dr. Anindita Sarkar ist Professorin am Department of Geography des Miranda House, University of Delhi, und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsabteilung „Ökologie und Management natürlicher Ressourcen“ am Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn.
 

 

Gerechte Wasserversorgung als Entwicklungsziel

Bonn, 16. März 2026. Ein besseres Wassermanagement für und mit Frauen verbessert Gesundheit, Bildung und Wirtschaft für alle. Die Chancen liegen auf der Hand.

Wer in München, Mailand oder Marrakesch einen Wasserhahn aufdreht, bekommt fließendes Wasser – sauber und sofort verfügbar für alle. Doch bei der Wasserversorgung geht es nicht nur um technische Fragen von Rohren und Rechnungen. Wasser ist auch politische und wirtschaftliche Macht – und diese Macht ist ungleich verteilt. Es geht darum, wer entscheidet, wer profitiert und wer leer ausgeht. 

Frauen sind von Wasserproblemen durch Dürren, Überschwemmungen oder fehlende Wasseraufbereitung besonders stark betroffen. Die Ursachen dafür sind die ungleiche Aufgabenverteilung zwischen den Geschlechtern ebenso wie Infrastruktur, die nicht dem Bedarf der Frauen gerecht wird.  Vor diesem Hintergrund stellt der UN-Weltwassertag 2026 das Thema Wasser und Geschlecht in den Mittelpunkt, unter dem Motto „Wo Wasser fließt, wächst Gleichberechtigung“. Das Bewusstsein für diesen Zusammenhang nimmt zu: 76 % der nationalen Politiken rund um Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene umfassen Maßnahmen für Frauen und Mädchen. Doch es mangelt an der Umsetzung: Nicht einmal jedes zweite Land misst und meldet Fortschritte, und nur 27 % der Staaten leiten entsprechende Mittel direkt an Frauen und Mädchen weiter. Vielerorts hängt der Zugang zu Wasser für Sanitärversorgung, Hygiene und Landwirtschaft noch immer vom Geschlecht ab – dabei würde eine gerechte Verteilung wichtige Entwicklungschancen für alle erschließen. Dazu braucht es ein Bewusstsein für Machtstrukturen – und den Willen, sie zu verändern.

Gleichberechtigung kann nicht bestehen, solange es in sieben von zehn Haushalten ohne Wasseranschluss hauptsächlich Frauen und Mädchen sind, die Wasser holen. Dafür zahlen sie einen hohen Preis: versäumter Schulunterricht, körperliche Belastung und tägliche Belästigung oder sogar sexuelle Erpressung. Auch Entwicklung lässt sich nicht realisieren, wenn weltweit 156 Millionen Mädchen im Alter von 10 bis 19 Jahren noch immer keinen Zugang zu grundlegender Hygiene haben, was ihre Gesundheit, Würde und Bildung beeinträchtigt.

Wassergerechtigkeit ermöglichen
Echter Fortschritt erfordert drei Dinge: die Anerkennung der Rolle und Bedürfnisse von Frauen in Wasserwirtschaft und Landwirtschaft, Investitionen in geschlechtersensible Infrastruktur sowie wirksame Entscheidungsmacht für Frauen im Wassermanagement.

In weiten Teilen der Welt ist das Wassermanagement aus der Not heraus weiblicher geworden – mit spürbaren Folgen. Während Männer in die Städte abwandern, übernehmen Frauen zunehmend Bewässerungsaufgaben, halten dörfliche Wasserstellen instand und sichern auch in Dürre- und Hochwasserperioden den Gemeindezusammenhalt. Mit mehr Unterstützung könnten sie diese Situation als Chance nutzen, statt lediglich die Last dieser Entwicklungen zu tragen. So schafft der Zugang zu Bewässerungsanlagen und Agrarland für Frauen zusätzliche Einkommen, verbessert die Ernährungssicherheit und ermöglicht die Gründung weiblicher Genossenschaften. In Marokko und anderen Ländern fördern solche Agrargenossenschaften kollektives Handeln – von wirtschaftlicher Zusammenarbeit über Vernetzung, Wissensaustausch bis hin zu Bildungsangeboten und Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt.

Eine weitere Voraussetzung für Wassergerechtigkeit ist geschlechtersensible (Wasser-)Infrastruktur: Sanitäreinrichtungen in Schulen, ein sicherer häuslicher Wasserzugang und angemessene Arbeitsbedingungen an Baustellen und Betriebsstätten der Wasserinfrastruktur. Gendersensible Wasserinfrastruktur verbessert die Bildung, Gesundheit, Beschäftigung und Sicherheit. So erhöhen sichere Sanitäranlagen in Schulen die Anwesenheitsquote von Mädchen. Im westlichen Rajasthan ersparen Tankwagenlieferungen Frauen kilometerlange Wege zum Wasserholen. In Bangladesch und anderen Ländern haben häusliche Leitungsanschlüsse und wohnortnahe Brunnen dazu beigetragen, dass Frauen beim Wasserholen seltener belästigt werden. Und sichere Arbeitsbedingungen haben die Einbindung von Ingenieurinnen und Arbeiterinnen gefördert, wie Erfahrungen aus Dammbauprojekten in Marokko belegen.

Mehr weibliche Führungskräfte, bessere Wasserversorgung
Schließlich stellt sich die Frage, wer Entscheidungen trifft.  Frauen sind von der Wasserbewirtschaftung noch immer weitgehend ausgeschlossen und haben kaum Mitsprache bei der Kontrolle und Verwaltung dieser Ressource und der Infrastruktur, oder bei Entscheidungen über den Wasserzugang. 2023 verfügten 15 % aller Länder nicht über Mechanismen, die die Beteiligung von Frauen am Wassermanagement sicherstellen, und Frauen hatten nur 26 % der Führungspositionen in untersuchten Wasserorganisationen inne. Dabei verbessert die Partizipation von Frauen die Leistung von Wassersystemen in betrieblicher Hinsicht (Instandhaltung, Bewässerungseffizienz, Wasserreinheit) und wirkt sich positiv auf Gesundheit, Ernährung, Bildung, wirtschaftliche Chancen und Umweltbewusstsein aus. In Frauen, die an der Wasserversorgung beteiligt sind, zu investieren, ist daher keine soziale Gefälligkeit – es ist schlicht wirksame Entwicklungspolitik.

Gerechte Wasserversorgung ermöglicht Entwicklung für alle – denn es geht nicht nur um Rohre und Rechnungen, sondern darum, wer entscheidet, wer profitiert und wer leer ausgeht.

 

 

Dies ist eine Kolumne des Bonn Water Network, dem die Autorinnen angehören:

Dr. Annabelle Houdret ist Politikwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsabteilung "Umwelt-Governance“ des German Institute of Development and Sustainability (IDOS) in Bonn.

Prof. Dr. Anindita Sarkar ist Professorin am Department of Geography des Miranda House, University of Delhi, und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsabteilung „Ökologie und Management natürlicher Ressourcen“ am Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn.
 

 

Gerechte Wasserversorgung als Entwicklungsziel

Bonn, 16. März 2026. Ein besseres Wassermanagement für und mit Frauen verbessert Gesundheit, Bildung und Wirtschaft für alle. Die Chancen liegen auf der Hand.

Wer in München, Mailand oder Marrakesch einen Wasserhahn aufdreht, bekommt fließendes Wasser – sauber und sofort verfügbar für alle. Doch bei der Wasserversorgung geht es nicht nur um technische Fragen von Rohren und Rechnungen. Wasser ist auch politische und wirtschaftliche Macht – und diese Macht ist ungleich verteilt. Es geht darum, wer entscheidet, wer profitiert und wer leer ausgeht. 

Frauen sind von Wasserproblemen durch Dürren, Überschwemmungen oder fehlende Wasseraufbereitung besonders stark betroffen. Die Ursachen dafür sind die ungleiche Aufgabenverteilung zwischen den Geschlechtern ebenso wie Infrastruktur, die nicht dem Bedarf der Frauen gerecht wird.  Vor diesem Hintergrund stellt der UN-Weltwassertag 2026 das Thema Wasser und Geschlecht in den Mittelpunkt, unter dem Motto „Wo Wasser fließt, wächst Gleichberechtigung“. Das Bewusstsein für diesen Zusammenhang nimmt zu: 76 % der nationalen Politiken rund um Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene umfassen Maßnahmen für Frauen und Mädchen. Doch es mangelt an der Umsetzung: Nicht einmal jedes zweite Land misst und meldet Fortschritte, und nur 27 % der Staaten leiten entsprechende Mittel direkt an Frauen und Mädchen weiter. Vielerorts hängt der Zugang zu Wasser für Sanitärversorgung, Hygiene und Landwirtschaft noch immer vom Geschlecht ab – dabei würde eine gerechte Verteilung wichtige Entwicklungschancen für alle erschließen. Dazu braucht es ein Bewusstsein für Machtstrukturen – und den Willen, sie zu verändern.

Gleichberechtigung kann nicht bestehen, solange es in sieben von zehn Haushalten ohne Wasseranschluss hauptsächlich Frauen und Mädchen sind, die Wasser holen. Dafür zahlen sie einen hohen Preis: versäumter Schulunterricht, körperliche Belastung und tägliche Belästigung oder sogar sexuelle Erpressung. Auch Entwicklung lässt sich nicht realisieren, wenn weltweit 156 Millionen Mädchen im Alter von 10 bis 19 Jahren noch immer keinen Zugang zu grundlegender Hygiene haben, was ihre Gesundheit, Würde und Bildung beeinträchtigt.

Wassergerechtigkeit ermöglichen
Echter Fortschritt erfordert drei Dinge: die Anerkennung der Rolle und Bedürfnisse von Frauen in Wasserwirtschaft und Landwirtschaft, Investitionen in geschlechtersensible Infrastruktur sowie wirksame Entscheidungsmacht für Frauen im Wassermanagement.

In weiten Teilen der Welt ist das Wassermanagement aus der Not heraus weiblicher geworden – mit spürbaren Folgen. Während Männer in die Städte abwandern, übernehmen Frauen zunehmend Bewässerungsaufgaben, halten dörfliche Wasserstellen instand und sichern auch in Dürre- und Hochwasserperioden den Gemeindezusammenhalt. Mit mehr Unterstützung könnten sie diese Situation als Chance nutzen, statt lediglich die Last dieser Entwicklungen zu tragen. So schafft der Zugang zu Bewässerungsanlagen und Agrarland für Frauen zusätzliche Einkommen, verbessert die Ernährungssicherheit und ermöglicht die Gründung weiblicher Genossenschaften. In Marokko und anderen Ländern fördern solche Agrargenossenschaften kollektives Handeln – von wirtschaftlicher Zusammenarbeit über Vernetzung, Wissensaustausch bis hin zu Bildungsangeboten und Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt.

Eine weitere Voraussetzung für Wassergerechtigkeit ist geschlechtersensible (Wasser-)Infrastruktur: Sanitäreinrichtungen in Schulen, ein sicherer häuslicher Wasserzugang und angemessene Arbeitsbedingungen an Baustellen und Betriebsstätten der Wasserinfrastruktur. Gendersensible Wasserinfrastruktur verbessert die Bildung, Gesundheit, Beschäftigung und Sicherheit. So erhöhen sichere Sanitäranlagen in Schulen die Anwesenheitsquote von Mädchen. Im westlichen Rajasthan ersparen Tankwagenlieferungen Frauen kilometerlange Wege zum Wasserholen. In Bangladesch und anderen Ländern haben häusliche Leitungsanschlüsse und wohnortnahe Brunnen dazu beigetragen, dass Frauen beim Wasserholen seltener belästigt werden. Und sichere Arbeitsbedingungen haben die Einbindung von Ingenieurinnen und Arbeiterinnen gefördert, wie Erfahrungen aus Dammbauprojekten in Marokko belegen.

Mehr weibliche Führungskräfte, bessere Wasserversorgung
Schließlich stellt sich die Frage, wer Entscheidungen trifft.  Frauen sind von der Wasserbewirtschaftung noch immer weitgehend ausgeschlossen und haben kaum Mitsprache bei der Kontrolle und Verwaltung dieser Ressource und der Infrastruktur, oder bei Entscheidungen über den Wasserzugang. 2023 verfügten 15 % aller Länder nicht über Mechanismen, die die Beteiligung von Frauen am Wassermanagement sicherstellen, und Frauen hatten nur 26 % der Führungspositionen in untersuchten Wasserorganisationen inne. Dabei verbessert die Partizipation von Frauen die Leistung von Wassersystemen in betrieblicher Hinsicht (Instandhaltung, Bewässerungseffizienz, Wasserreinheit) und wirkt sich positiv auf Gesundheit, Ernährung, Bildung, wirtschaftliche Chancen und Umweltbewusstsein aus. In Frauen, die an der Wasserversorgung beteiligt sind, zu investieren, ist daher keine soziale Gefälligkeit – es ist schlicht wirksame Entwicklungspolitik.

Gerechte Wasserversorgung ermöglicht Entwicklung für alle – denn es geht nicht nur um Rohre und Rechnungen, sondern darum, wer entscheidet, wer profitiert und wer leer ausgeht.

 

 

Dies ist eine Kolumne des Bonn Water Network, dem die Autorinnen angehören:

Dr. Annabelle Houdret ist Politikwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsabteilung "Umwelt-Governance“ des German Institute of Development and Sustainability (IDOS) in Bonn.

Prof. Dr. Anindita Sarkar ist Professorin am Department of Geography des Miranda House, University of Delhi, und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsabteilung „Ökologie und Management natürlicher Ressourcen“ am Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn.
 

 

Entwicklungspolitik: Welche Reformen notwendig sind

Das Bundesentwicklungsministerium muss sich wandeln – es hat in dieser Legislaturperiode vielleicht zum letzten Mal die Chance, seine Arbeit als zukunftsfähiges und eigenständiges Politikfeld zu erhalten.

Entwicklungspolitik: Welche Reformen notwendig sind

Das Bundesentwicklungsministerium muss sich wandeln – es hat in dieser Legislaturperiode vielleicht zum letzten Mal die Chance, seine Arbeit als zukunftsfähiges und eigenständiges Politikfeld zu erhalten.

Entwicklungspolitik: Welche Reformen notwendig sind

Das Bundesentwicklungsministerium muss sich wandeln – es hat in dieser Legislaturperiode vielleicht zum letzten Mal die Chance, seine Arbeit als zukunftsfähiges und eigenständiges Politikfeld zu erhalten.

Es gibt bessere Wege, Vermögen zu besteuern

Die Reichen stärker besteuern? Klingt fair und könnte Milliarden einbringen. Doch eine Vermögensteuer ist nicht effizient, Immobilien lassen sich besser besteuern. , Deutschland steht vor einer gewaltigen finanzpolitischen Herausforderung: Bildung, Innovation, Klimaschutz, Infrastruktur und sozialer Zusammenhalt erfordern Milliarden. Gleichzeitig schrumpft der Spielraum des Staates – Schuldenbremse und demografischer Wandel begrenzen den Handlungsspielraum. ...

Media advisory - Transport, Telecommunications and Energy Council (Energy) 16 March 2026

Europäischer Rat (Nachrichten) - Fri, 03/13/2026 - 17:00
Main agenda items, approximate timing, public sessions and press opportunities.

Claudia Kemfert: „Temporäre Lockerung der Ölsanktionen gegen Russland ist energiepolitischer Kurzschluss“

Wegen der steigenden Öl-Preise lockern die USA vorübergehend die Sanktionen gegen Russland. Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt im DIW Berlin, kommentiert dies wie folgt: 

Die temporäre Lockerung der Ölsanktionen gegen Russland ist energie- und geopolitisch ein falsches Signal. Sanktionen sollen den finanziellen Spielraum für Kriegsführung begrenzen. Wenn sie kurzfristig aufgeweicht werden, stärkt das genau jene fossilen Machtstrukturen, die Konflikte überhaupt erst ermöglichen. Die temporäre Lockerung der Ölsanktionen gegen Russland ist ein klassischer energiepolitischer Kurzschluss: Ein kurzfristiges Markt- oder Preisproblem wird ausgerechnet mit der Energiequelle beantwortet, die das Problem strukturell verursacht hat.

Wir sehen hier erneut das Muster der Fossilokratie: Kurzfristige Interessen am fossilen Energiesystem werden über langfristige sicherheits-, klima- und energiepolitische Ziele gestellt. Das stabilisiert Abhängigkeiten statt sie zu überwinden. Gerade jetzt wäre das Gegenteil notwendig: eine konsequente Reduktion fossiler Abhängigkeiten durch den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien, Effizienz, Elektrifizierung und resilientere Energiesysteme. Wer Sanktionen gegen fossile Kriegsfinanzierung lockert, begeht einen energiepolitischen Kurzschluss – und verlängert damit die fossile Abhängigkeit und ihre geopolitischen Konflikte.


From Nuuk to Reykjavik: The High North’s geopolitical scramble and the consequences for the EU and its enlargement policy

ELIAMEP - Fri, 03/13/2026 - 10:49

The policy brief by Ioannis Alexandris (Research Fellow, Wider Europe Programme – ELIAMEP & Researcher, think nea – New Narratives of EU Integration) and Dimitra Koutouzi (Defence Policy Analyst)From Nuuk to Reykjavik: The High North’s geopolitical scramble and the consequences for the EU and its enlargement policy, was prepared in the framework ELIAMEP’s initiative think nea – New Narratives of EU Integration, supported by the Open Society Foundations – Western Balkans.

This policy brief explores how the rapidly evolving geopolitical dynamics in the Arctic are intersecting with the European Union’s enlargement policy. Heightened strategic competition in the High North—combined with uncertainty surrounding the transatlantic security architecture—has reopened debates in Iceland about reviving its EU accession process. Against this backdrop, the brief examines how a potential Iceland track could reshape the EU’s broader enlargement agenda.

While Iceland represents a relatively “low-friction” candidate due to its deep regulatory alignment with the EU, its potential return to accession negotiations raises important questions about the coherence and credibility of the Union’s enlargement strategy. Progress with an advanced Nordic partner could generate political momentum for enlargement but may also risk overshadowing more politically complex accession processes in the Western Balkans and Eastern Europe. Countries that have waited over a decade in the accession queue may perceive accelerated progress for Iceland as evidence of a differentiated enlargement logic driven by geopolitical urgency rather than merit-based conditionality.

The brief therefore situates Iceland within the EU’s evolving enlargement landscape, highlighting how geopolitical considerations—including Arctic security, strategic autonomy, and shifting transatlantic relations—are increasingly shaping accession debates. Ultimately, it argues that the Union must balance strategic opportunities in the North Atlantic with the need to maintain credibility and fairness toward existing candidates, particularly in the Western Balkans. 

You can read the policy brief here.

Beyond the wage channel: climate-smart public works programmes and household resilience in Malawi

One of the main arguments for implementing public works programmes (PWPs) instead of other social protection schemes such as cash transfers is that the assets created through these programmes themselves can generate medium- to long-term benefits. This is particularly important as the costs for supervision and the construction materials can account for up to 70 per cent of programme budgets. Despite this, there is scarce empirical evidence on PWPs’ effects through the “asset channel”: indeed; most studies have focused solely on the traditional “wage channel”. To bridge this gap, this paper examines whether and how assets created under Malawi’s Climate-Smart Enhanced Public Works Programme (CS-EPWP) – a programme recently implemented by the government of Malawi and funded by the World Bank – strengthen the resilience of households to climate shocks such as droughts and floods. The paper relies on case study analysis using primary qualitative data based on focus group discussions and key informant interviews with different stakeholders at the national, district and community levels. Interviews were conducted during fieldwork in September 2024 in two southern districts of Malawi highly affected by climate change. The analysis is complemented by site visits and quantitative survey data on asset quality. By combining these methods, we find that the CS-EPWP generates durable, community-maintained assets, which in turn enhance households’ capacity to cope with and adapt to climate shocks. In particular, land-based assets provide multiple benefits for both households and communities, while forest-based interventions are expected to generate similar long-term gains, though further research is needed to confirm their (long-term) impacts. To maximise the impact of climate-smart public works programmes, policymakers and donors should align asset creation with climate objectives and adopt participatory approaches to ensure their relevance, maintenance and long-term sustainability.

Sophia Schubert is an independent researcher.
Dr Donald Makoka is a Senior Research Fellow at the Centre for Agricultural Research and Development (CARD) of the Lilongwe University of Agriculture and Natural Resources (LUANAR) in Malawi.

Beyond the wage channel: climate-smart public works programmes and household resilience in Malawi

One of the main arguments for implementing public works programmes (PWPs) instead of other social protection schemes such as cash transfers is that the assets created through these programmes themselves can generate medium- to long-term benefits. This is particularly important as the costs for supervision and the construction materials can account for up to 70 per cent of programme budgets. Despite this, there is scarce empirical evidence on PWPs’ effects through the “asset channel”: indeed; most studies have focused solely on the traditional “wage channel”. To bridge this gap, this paper examines whether and how assets created under Malawi’s Climate-Smart Enhanced Public Works Programme (CS-EPWP) – a programme recently implemented by the government of Malawi and funded by the World Bank – strengthen the resilience of households to climate shocks such as droughts and floods. The paper relies on case study analysis using primary qualitative data based on focus group discussions and key informant interviews with different stakeholders at the national, district and community levels. Interviews were conducted during fieldwork in September 2024 in two southern districts of Malawi highly affected by climate change. The analysis is complemented by site visits and quantitative survey data on asset quality. By combining these methods, we find that the CS-EPWP generates durable, community-maintained assets, which in turn enhance households’ capacity to cope with and adapt to climate shocks. In particular, land-based assets provide multiple benefits for both households and communities, while forest-based interventions are expected to generate similar long-term gains, though further research is needed to confirm their (long-term) impacts. To maximise the impact of climate-smart public works programmes, policymakers and donors should align asset creation with climate objectives and adopt participatory approaches to ensure their relevance, maintenance and long-term sustainability.

Sophia Schubert is an independent researcher.
Dr Donald Makoka is a Senior Research Fellow at the Centre for Agricultural Research and Development (CARD) of the Lilongwe University of Agriculture and Natural Resources (LUANAR) in Malawi.

Beyond the wage channel: climate-smart public works programmes and household resilience in Malawi

One of the main arguments for implementing public works programmes (PWPs) instead of other social protection schemes such as cash transfers is that the assets created through these programmes themselves can generate medium- to long-term benefits. This is particularly important as the costs for supervision and the construction materials can account for up to 70 per cent of programme budgets. Despite this, there is scarce empirical evidence on PWPs’ effects through the “asset channel”: indeed; most studies have focused solely on the traditional “wage channel”. To bridge this gap, this paper examines whether and how assets created under Malawi’s Climate-Smart Enhanced Public Works Programme (CS-EPWP) – a programme recently implemented by the government of Malawi and funded by the World Bank – strengthen the resilience of households to climate shocks such as droughts and floods. The paper relies on case study analysis using primary qualitative data based on focus group discussions and key informant interviews with different stakeholders at the national, district and community levels. Interviews were conducted during fieldwork in September 2024 in two southern districts of Malawi highly affected by climate change. The analysis is complemented by site visits and quantitative survey data on asset quality. By combining these methods, we find that the CS-EPWP generates durable, community-maintained assets, which in turn enhance households’ capacity to cope with and adapt to climate shocks. In particular, land-based assets provide multiple benefits for both households and communities, while forest-based interventions are expected to generate similar long-term gains, though further research is needed to confirm their (long-term) impacts. To maximise the impact of climate-smart public works programmes, policymakers and donors should align asset creation with climate objectives and adopt participatory approaches to ensure their relevance, maintenance and long-term sustainability.

Sophia Schubert is an independent researcher.
Dr Donald Makoka is a Senior Research Fellow at the Centre for Agricultural Research and Development (CARD) of the Lilongwe University of Agriculture and Natural Resources (LUANAR) in Malawi.

Ohne weitere Eskalation könnte der Iran-Krieg Erholung der deutschen Wirtschaft nur leicht verlangsamen – Kommunale Investitionen müssen besser unterstützt werden

Iran-Krieg und US-Handelspolitik belasten deutsche Wirtschaft etwas, stoppen aber bisher Aufschwung nicht – Gestiegene Energiepreise dürften Inflation um 0,4 Prozentpunkte erhöhen und Wirtschaftswachstum um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte senken – Expansive Finanzpolitik stützt deutsche Erholung – In ...

Powerful but dysfunctional? The Group of 77 and UN multilateralism

The G77 represents the Global South in the United Nations (UN). It holds a two-thirds majority and exercises significant influence in the General Assembly, while also being party to North–South tensions in the UN. Nearly all intergovernmental processes at the General Assembly, particularly those related to economic and financial issues, are marked by protracted and frustrating negotiations that affect the UN’s ability to develop solutions to global challenges. Despite its influence in the General Assembly, little is known about the G77’s internal processes. This article addresses this gap by examining the group’s decision making and how it shapes multilateral negotiations and outcomes in the General Assembly. It introduces an ideal-type model of intra-group interest aggregation and assesses how this function unfolds in the G77 and with what effects on UN negotiations. Drawing on group politics literature and interviews with UN delegates, the article demonstrates that while the G77 can leverage its numerical strength, there are noteworthy deficits in the group’s function of aggregating interests. Specifically, the limited inclusiveness in the group’s decision making, the dominance of a few members and the lack of informed input can undermine effective multilateralism and reinforce North–South tensions.

Powerful but dysfunctional? The Group of 77 and UN multilateralism

The G77 represents the Global South in the United Nations (UN). It holds a two-thirds majority and exercises significant influence in the General Assembly, while also being party to North–South tensions in the UN. Nearly all intergovernmental processes at the General Assembly, particularly those related to economic and financial issues, are marked by protracted and frustrating negotiations that affect the UN’s ability to develop solutions to global challenges. Despite its influence in the General Assembly, little is known about the G77’s internal processes. This article addresses this gap by examining the group’s decision making and how it shapes multilateral negotiations and outcomes in the General Assembly. It introduces an ideal-type model of intra-group interest aggregation and assesses how this function unfolds in the G77 and with what effects on UN negotiations. Drawing on group politics literature and interviews with UN delegates, the article demonstrates that while the G77 can leverage its numerical strength, there are noteworthy deficits in the group’s function of aggregating interests. Specifically, the limited inclusiveness in the group’s decision making, the dominance of a few members and the lack of informed input can undermine effective multilateralism and reinforce North–South tensions.

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