Egypt’s manufacturing sector faces a dual challenge of weak job creation and persistent informality. Drawing on survey evidence on business behaviour and labour market dynamics, this column explains why job creation is limited and informal work remains such an integral part of how firms organise production. The generation of more formal jobs requires a comprehensive policy approach, one that goes beyond enforcement of labour regulations to reshape the economic environment in which firms and workers make decisions. In a nutshell:
1. Informality in the labour market reflects incentives on both sides: firms benefit from lower costs and flexibility, while workers may prefer higher take-home pay or they may perceive limited benefits from formal employment.
2. Policies to create formal jobs that are focused solely on enforcement may backfire by raising hiring costs; effective reform requires reducing the cost of formality -including through simpler tax procedures and more proportionate labour costs - while increasing its benefits.
3. Addressing informality requires targeting informal employment within formal firms, aligning labour market and industrial policies, and adapting social protection and contribution systems to non-standard work arrangements.
Egypt’s manufacturing sector faces a dual challenge of weak job creation and persistent informality. Drawing on survey evidence on business behaviour and labour market dynamics, this column explains why job creation is limited and informal work remains such an integral part of how firms organise production. The generation of more formal jobs requires a comprehensive policy approach, one that goes beyond enforcement of labour regulations to reshape the economic environment in which firms and workers make decisions. In a nutshell:
1. Informality in the labour market reflects incentives on both sides: firms benefit from lower costs and flexibility, while workers may prefer higher take-home pay or they may perceive limited benefits from formal employment.
2. Policies to create formal jobs that are focused solely on enforcement may backfire by raising hiring costs; effective reform requires reducing the cost of formality -including through simpler tax procedures and more proportionate labour costs - while increasing its benefits.
3. Addressing informality requires targeting informal employment within formal firms, aligning labour market and industrial policies, and adapting social protection and contribution systems to non-standard work arrangements.
Bonn, 27. April 2026. KI- und Blockchain-Technologien verändern die Entwicklungsfinanzierung grundlegend. Dies war eines der zentralen Themen während der Frühjahrstagung 2026 des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbankgruppe (WBG). Doch was bedeutet das für die Zukunft der Entwicklungsfinanzierung und ihre Architektur?
Die Bereitstellung von Entwicklungsfinanzierung stützt sich in erster Linie auf zwei Säulen: erstens auf menschliches und organisatorisches Fachwissen und zweitens auf Finanzströme, die über vertrauenswürdige Organisationen vermittelt werden. Heute stehen gleich beide Säulen unter dem Druck disruptiver Innovationen: Das Fachwissen wird durch KI grundlegend umgestaltet, die Finanzströme durch blockchainbasierte Zahlungs- und Smart-Contract-Lösungen.
Traditionell stützt sich die Entwicklungsfinanzierung auf das Fachwissen von Expert*innen in Entwicklungsbanken, internationalen Organisationen, Ministerien und von anderen lokalen Partnern, die Projekte entwerfen und bewerten, Risiken einschätzen sowie Know-how und Kapital auf Grundlage gesammelten Wissens und (oft lückenhafter) Daten zuweisen.
KI-Systeme können durch die Verarbeitung riesiger Datensätze, die von Satellitenbildern bis hin zu Echtzeit-Wirtschaftsindikatoren reichen, Erkenntnisse schneller und umfassender als Menschen generieren. Für Entwicklungsfinanzierungsinstitute (DFIs) bedeutet dies sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung: Sie müssen den Übergang von Wissensspeichern hin zu Koordinatoren KI-gestützter Wissenssysteme vollziehen.
Die zweite Säule der Entwicklungsfinanzierung, nämlich die Finanzströme, durchläuft einen ebenso tiefgreifenden Wandel. Bislang wurden Kapitalströme in der Entwicklungsfinanzierung größtenteils über zentrale Institutionen abgewickelt. Die Blockchain-Technologie bricht mit diesem Paradigma, indem sie dezentrale, transparente und unveränderliche Finanzinfrastrukturen ermöglicht. Mithilfe von Smart Contracts können Mittel automatisch ausgezahlt werden, sobald vordefinierte Bedingungen erfüllt sind.
Der tiefgreifendste Wandel ergibt sich aus dem Zusammenspiel dieser beiden Umbrüche. KI verändert die Entscheidungsfindung, Blockchain ihre Umsetzung. Zusammen schaffen sie ein neues Paradigma der Entwicklungsfinanzierung, in dem Kapitalzuweisung und -auszahlung – wenn die richtigen Kontroll- und Aufsichtsmechanismen vorhanden sind – automatisiert, datengesteuert und überprüfbar werden.
Vom Pilotprojekt zur Skalierung: bewährte Verfahren rund um den GlobusÄußerst erfolgreiche Pilotprojekte auf der ganzen Welt geben einen Einblick in diese nahe Zukunft: So testet die brasilianische Zentralbank beispielsweise tokenisierte Dekarbonisierungszertifikate. Wenn Satellitendaten eine Verringerung der CO₂-Emissionen bestätigen, werden diese automatisch an Kleinbäuer*innen ausgezahlt.
In Syrien hat die deutsche Entwicklungszusammenarbeit eine erfolgreiche Pilotinitiative zur Digitalisierung der Gehaltszahlungen für Beschäftigte im Gesundheitswesen gestartet. Jahrelange politische Instabilität hat das Bankensystem des Landes erheblich geschwächt. Herkömmliche Überweisungsmethoden sind häufig mit Korruptionsrisiken, aufwändigen Verwaltungsabläufen, langen Verzögerungen und hohen Transaktionskosten verbunden. Zahlungen an mehr als 900 Gesundheitsfachkräfte über eine stabile digitale Währung haben sich als hocheffiziente Alternative erwiesen. Darüber hinaus hat das UNHCR zwischen 2022 und 2025 rund 240.000 Menschen, die zur Flucht gezwungen waren, mit blockchainbasierten Zahlungen unterstützt und damit die Geschwindigkeit, Effizienz und Transparenz der Hilfslieferungen erhöht.
Wie sich Entwicklungsfinanzierungsinstitute anpassen könnenEntscheidend ist, dass die doppelte Disruption die Bedeutung der Entwicklungsfinanzierungsinstitute nicht schmälert, sondern vielmehr erhöht. DFIs müssen Daten verwalten, Nachvollziehbarkeit gewährleisten und die dezentralen Systeme regulieren. Dies wird die Architektur der Entwicklungsfinanzierung grundlegend verändern.
Vor diesem Hintergrund lassen sich drei Beobachtungen anstellen. Was die Organisationsgestaltung betrifft, werden sich DFIs zu plattformbasierten Koordinatoren entwickeln, die Datenökosysteme, Stakeholder- und Partnermanagement sowie Infrastrukturen der dezentralen Finanzwirtschaft miteinander verbinden. Zweitens wird sich das Personalmanagement in DFIs voraussichtlich auf ein neues Kompetenzprofil ausrichten, das (i) KI für Routinetätigkeiten, (ii) menschliche Erfahrung für komplexe Entscheidungsprozesse und (iii) multidisziplinäre Vernetzungskompetenz verbindet. Drittens werden DFIs verstärkt in Partnerschaftsökosysteme investieren und sich zunehmend zu Plattform-Hubs entwickeln, um gemeinsam mit Technologieunternehmen und Datenanbietern Lösungen zu erarbeiten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklungsfinanzierung in eine neue Ära eintritt, die von einem doppelten Umbruch geprägt ist, und dies ist natürlich mit Risiken verbunden. Um nur einige zu nennen: KI kann Vorurteile reproduzieren und halluzinieren. Dies macht eine menschenzentrierte KI (oder Augmented Intelligence) umso wichtiger. Bei der Bewertung jeder Blockchain-Lösung (z. B. Kryptowährungen, Stablecoins, digitale Zentralbankwährungen oder Smart Contracts) ist es unerlässlich, die gesamte Entstehungs- und Governance-Kette genau zu betrachten: Wer hat das Protokoll entworfen und entwickelt, wer gibt die darauf aufbauenden Vermögenswerte aus, wer betreibt und wartet das Netzwerk, welche externen Effekte (z. B. Energieverbrauch) entstehen und letztlich, wer nutzt es?
Trotz aller Risiken überwiegt aus unserer Sicht die Chance: Die doppelte Disruption verspricht erhebliche Effizienz- und Transparenzgewinne – wenn wir sie gut vorbereiten.
Prof. Dr. Clara Brandi ist Abteilungsleiterin am German Institute of Development and Sustainability (IDOS) und Professorin für Internationale Wirtschaft/Entwicklungsökonomie an der Universität Bonn.
Dr. Max Büge ist ein führender Experte für KI und Blockchain im Finanzwesen. Bei der GIZ leitet er ein internationales Projekt zum Thema digitale Finanzen für Nachhaltigkeit.
Die geäußerten Meinungen sind die der Autor*innen und spiegeln nicht unbedingt die ihrer Organisationen wider.
Bonn, 27. April 2026. KI- und Blockchain-Technologien verändern die Entwicklungsfinanzierung grundlegend. Dies war eines der zentralen Themen während der Frühjahrstagung 2026 des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbankgruppe (WBG). Doch was bedeutet das für die Zukunft der Entwicklungsfinanzierung und ihre Architektur?
Die Bereitstellung von Entwicklungsfinanzierung stützt sich in erster Linie auf zwei Säulen: erstens auf menschliches und organisatorisches Fachwissen und zweitens auf Finanzströme, die über vertrauenswürdige Organisationen vermittelt werden. Heute stehen gleich beide Säulen unter dem Druck disruptiver Innovationen: Das Fachwissen wird durch KI grundlegend umgestaltet, die Finanzströme durch blockchainbasierte Zahlungs- und Smart-Contract-Lösungen.
Traditionell stützt sich die Entwicklungsfinanzierung auf das Fachwissen von Expert*innen in Entwicklungsbanken, internationalen Organisationen, Ministerien und von anderen lokalen Partnern, die Projekte entwerfen und bewerten, Risiken einschätzen sowie Know-how und Kapital auf Grundlage gesammelten Wissens und (oft lückenhafter) Daten zuweisen.
KI-Systeme können durch die Verarbeitung riesiger Datensätze, die von Satellitenbildern bis hin zu Echtzeit-Wirtschaftsindikatoren reichen, Erkenntnisse schneller und umfassender als Menschen generieren. Für Entwicklungsfinanzierungsinstitute (DFIs) bedeutet dies sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung: Sie müssen den Übergang von Wissensspeichern hin zu Koordinatoren KI-gestützter Wissenssysteme vollziehen.
Die zweite Säule der Entwicklungsfinanzierung, nämlich die Finanzströme, durchläuft einen ebenso tiefgreifenden Wandel. Bislang wurden Kapitalströme in der Entwicklungsfinanzierung größtenteils über zentrale Institutionen abgewickelt. Die Blockchain-Technologie bricht mit diesem Paradigma, indem sie dezentrale, transparente und unveränderliche Finanzinfrastrukturen ermöglicht. Mithilfe von Smart Contracts können Mittel automatisch ausgezahlt werden, sobald vordefinierte Bedingungen erfüllt sind.
Der tiefgreifendste Wandel ergibt sich aus dem Zusammenspiel dieser beiden Umbrüche. KI verändert die Entscheidungsfindung, Blockchain ihre Umsetzung. Zusammen schaffen sie ein neues Paradigma der Entwicklungsfinanzierung, in dem Kapitalzuweisung und -auszahlung – wenn die richtigen Kontroll- und Aufsichtsmechanismen vorhanden sind – automatisiert, datengesteuert und überprüfbar werden.
Vom Pilotprojekt zur Skalierung: bewährte Verfahren rund um den GlobusÄußerst erfolgreiche Pilotprojekte auf der ganzen Welt geben einen Einblick in diese nahe Zukunft: So testet die brasilianische Zentralbank beispielsweise tokenisierte Dekarbonisierungszertifikate. Wenn Satellitendaten eine Verringerung der CO₂-Emissionen bestätigen, werden diese automatisch an Kleinbäuer*innen ausgezahlt.
In Syrien hat die deutsche Entwicklungszusammenarbeit eine erfolgreiche Pilotinitiative zur Digitalisierung der Gehaltszahlungen für Beschäftigte im Gesundheitswesen gestartet. Jahrelange politische Instabilität hat das Bankensystem des Landes erheblich geschwächt. Herkömmliche Überweisungsmethoden sind häufig mit Korruptionsrisiken, aufwändigen Verwaltungsabläufen, langen Verzögerungen und hohen Transaktionskosten verbunden. Zahlungen an mehr als 900 Gesundheitsfachkräfte über eine stabile digitale Währung haben sich als hocheffiziente Alternative erwiesen. Darüber hinaus hat das UNHCR zwischen 2022 und 2025 rund 240.000 Menschen, die zur Flucht gezwungen waren, mit blockchainbasierten Zahlungen unterstützt und damit die Geschwindigkeit, Effizienz und Transparenz der Hilfslieferungen erhöht.
Wie sich Entwicklungsfinanzierungsinstitute anpassen könnenEntscheidend ist, dass die doppelte Disruption die Bedeutung der Entwicklungsfinanzierungsinstitute nicht schmälert, sondern vielmehr erhöht. DFIs müssen Daten verwalten, Nachvollziehbarkeit gewährleisten und die dezentralen Systeme regulieren. Dies wird die Architektur der Entwicklungsfinanzierung grundlegend verändern.
Vor diesem Hintergrund lassen sich drei Beobachtungen anstellen. Was die Organisationsgestaltung betrifft, werden sich DFIs zu plattformbasierten Koordinatoren entwickeln, die Datenökosysteme, Stakeholder- und Partnermanagement sowie Infrastrukturen der dezentralen Finanzwirtschaft miteinander verbinden. Zweitens wird sich das Personalmanagement in DFIs voraussichtlich auf ein neues Kompetenzprofil ausrichten, das (i) KI für Routinetätigkeiten, (ii) menschliche Erfahrung für komplexe Entscheidungsprozesse und (iii) multidisziplinäre Vernetzungskompetenz verbindet. Drittens werden DFIs verstärkt in Partnerschaftsökosysteme investieren und sich zunehmend zu Plattform-Hubs entwickeln, um gemeinsam mit Technologieunternehmen und Datenanbietern Lösungen zu erarbeiten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklungsfinanzierung in eine neue Ära eintritt, die von einem doppelten Umbruch geprägt ist, und dies ist natürlich mit Risiken verbunden. Um nur einige zu nennen: KI kann Vorurteile reproduzieren und halluzinieren. Dies macht eine menschenzentrierte KI (oder Augmented Intelligence) umso wichtiger. Bei der Bewertung jeder Blockchain-Lösung (z. B. Kryptowährungen, Stablecoins, digitale Zentralbankwährungen oder Smart Contracts) ist es unerlässlich, die gesamte Entstehungs- und Governance-Kette genau zu betrachten: Wer hat das Protokoll entworfen und entwickelt, wer gibt die darauf aufbauenden Vermögenswerte aus, wer betreibt und wartet das Netzwerk, welche externen Effekte (z. B. Energieverbrauch) entstehen und letztlich, wer nutzt es?
Trotz aller Risiken überwiegt aus unserer Sicht die Chance: Die doppelte Disruption verspricht erhebliche Effizienz- und Transparenzgewinne – wenn wir sie gut vorbereiten.
Prof. Dr. Clara Brandi ist Abteilungsleiterin am German Institute of Development and Sustainability (IDOS) und Professorin für Internationale Wirtschaft/Entwicklungsökonomie an der Universität Bonn.
Dr. Max Büge ist ein führender Experte für KI und Blockchain im Finanzwesen. Bei der GIZ leitet er ein internationales Projekt zum Thema digitale Finanzen für Nachhaltigkeit.
Die geäußerten Meinungen sind die der Autor*innen und spiegeln nicht unbedingt die ihrer Organisationen wider.
Bonn, 27. April 2026. KI- und Blockchain-Technologien verändern die Entwicklungsfinanzierung grundlegend. Dies war eines der zentralen Themen während der Frühjahrstagung 2026 des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbankgruppe (WBG). Doch was bedeutet das für die Zukunft der Entwicklungsfinanzierung und ihre Architektur?
Die Bereitstellung von Entwicklungsfinanzierung stützt sich in erster Linie auf zwei Säulen: erstens auf menschliches und organisatorisches Fachwissen und zweitens auf Finanzströme, die über vertrauenswürdige Organisationen vermittelt werden. Heute stehen gleich beide Säulen unter dem Druck disruptiver Innovationen: Das Fachwissen wird durch KI grundlegend umgestaltet, die Finanzströme durch blockchainbasierte Zahlungs- und Smart-Contract-Lösungen.
Traditionell stützt sich die Entwicklungsfinanzierung auf das Fachwissen von Expert*innen in Entwicklungsbanken, internationalen Organisationen, Ministerien und von anderen lokalen Partnern, die Projekte entwerfen und bewerten, Risiken einschätzen sowie Know-how und Kapital auf Grundlage gesammelten Wissens und (oft lückenhafter) Daten zuweisen.
KI-Systeme können durch die Verarbeitung riesiger Datensätze, die von Satellitenbildern bis hin zu Echtzeit-Wirtschaftsindikatoren reichen, Erkenntnisse schneller und umfassender als Menschen generieren. Für Entwicklungsfinanzierungsinstitute (DFIs) bedeutet dies sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung: Sie müssen den Übergang von Wissensspeichern hin zu Koordinatoren KI-gestützter Wissenssysteme vollziehen.
Die zweite Säule der Entwicklungsfinanzierung, nämlich die Finanzströme, durchläuft einen ebenso tiefgreifenden Wandel. Bislang wurden Kapitalströme in der Entwicklungsfinanzierung größtenteils über zentrale Institutionen abgewickelt. Die Blockchain-Technologie bricht mit diesem Paradigma, indem sie dezentrale, transparente und unveränderliche Finanzinfrastrukturen ermöglicht. Mithilfe von Smart Contracts können Mittel automatisch ausgezahlt werden, sobald vordefinierte Bedingungen erfüllt sind.
Der tiefgreifendste Wandel ergibt sich aus dem Zusammenspiel dieser beiden Umbrüche. KI verändert die Entscheidungsfindung, Blockchain ihre Umsetzung. Zusammen schaffen sie ein neues Paradigma der Entwicklungsfinanzierung, in dem Kapitalzuweisung und -auszahlung – wenn die richtigen Kontroll- und Aufsichtsmechanismen vorhanden sind – automatisiert, datengesteuert und überprüfbar werden.
Vom Pilotprojekt zur Skalierung: bewährte Verfahren rund um den GlobusÄußerst erfolgreiche Pilotprojekte auf der ganzen Welt geben einen Einblick in diese nahe Zukunft: So testet die brasilianische Zentralbank beispielsweise tokenisierte Dekarbonisierungszertifikate. Wenn Satellitendaten eine Verringerung der CO₂-Emissionen bestätigen, werden diese automatisch an Kleinbäuer*innen ausgezahlt.
In Syrien hat die deutsche Entwicklungszusammenarbeit eine erfolgreiche Pilotinitiative zur Digitalisierung der Gehaltszahlungen für Beschäftigte im Gesundheitswesen gestartet. Jahrelange politische Instabilität hat das Bankensystem des Landes erheblich geschwächt. Herkömmliche Überweisungsmethoden sind häufig mit Korruptionsrisiken, aufwändigen Verwaltungsabläufen, langen Verzögerungen und hohen Transaktionskosten verbunden. Zahlungen an mehr als 900 Gesundheitsfachkräfte über eine stabile digitale Währung haben sich als hocheffiziente Alternative erwiesen. Darüber hinaus hat das UNHCR zwischen 2022 und 2025 rund 240.000 Menschen, die zur Flucht gezwungen waren, mit blockchainbasierten Zahlungen unterstützt und damit die Geschwindigkeit, Effizienz und Transparenz der Hilfslieferungen erhöht.
Wie sich Entwicklungsfinanzierungsinstitute anpassen könnenEntscheidend ist, dass die doppelte Disruption die Bedeutung der Entwicklungsfinanzierungsinstitute nicht schmälert, sondern vielmehr erhöht. DFIs müssen Daten verwalten, Nachvollziehbarkeit gewährleisten und die dezentralen Systeme regulieren. Dies wird die Architektur der Entwicklungsfinanzierung grundlegend verändern.
Vor diesem Hintergrund lassen sich drei Beobachtungen anstellen. Was die Organisationsgestaltung betrifft, werden sich DFIs zu plattformbasierten Koordinatoren entwickeln, die Datenökosysteme, Stakeholder- und Partnermanagement sowie Infrastrukturen der dezentralen Finanzwirtschaft miteinander verbinden. Zweitens wird sich das Personalmanagement in DFIs voraussichtlich auf ein neues Kompetenzprofil ausrichten, das (i) KI für Routinetätigkeiten, (ii) menschliche Erfahrung für komplexe Entscheidungsprozesse und (iii) multidisziplinäre Vernetzungskompetenz verbindet. Drittens werden DFIs verstärkt in Partnerschaftsökosysteme investieren und sich zunehmend zu Plattform-Hubs entwickeln, um gemeinsam mit Technologieunternehmen und Datenanbietern Lösungen zu erarbeiten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklungsfinanzierung in eine neue Ära eintritt, die von einem doppelten Umbruch geprägt ist, und dies ist natürlich mit Risiken verbunden. Um nur einige zu nennen: KI kann Vorurteile reproduzieren und halluzinieren. Dies macht eine menschenzentrierte KI (oder Augmented Intelligence) umso wichtiger. Bei der Bewertung jeder Blockchain-Lösung (z. B. Kryptowährungen, Stablecoins, digitale Zentralbankwährungen oder Smart Contracts) ist es unerlässlich, die gesamte Entstehungs- und Governance-Kette genau zu betrachten: Wer hat das Protokoll entworfen und entwickelt, wer gibt die darauf aufbauenden Vermögenswerte aus, wer betreibt und wartet das Netzwerk, welche externen Effekte (z. B. Energieverbrauch) entstehen und letztlich, wer nutzt es?
Trotz aller Risiken überwiegt aus unserer Sicht die Chance: Die doppelte Disruption verspricht erhebliche Effizienz- und Transparenzgewinne – wenn wir sie gut vorbereiten.
Prof. Dr. Clara Brandi ist Abteilungsleiterin am German Institute of Development and Sustainability (IDOS) und Professorin für Internationale Wirtschaft/Entwicklungsökonomie an der Universität Bonn.
Dr. Max Büge ist ein führender Experte für KI und Blockchain im Finanzwesen. Bei der GIZ leitet er ein internationales Projekt zum Thema digitale Finanzen für Nachhaltigkeit.
Die geäußerten Meinungen sind die der Autor*innen und spiegeln nicht unbedingt die ihrer Organisationen wider.
Der Deutsche Bundestag hat soeben den Tankrabatt beschlossen. Wenn der Bundesrat am frühen Nachmittag ebenfalls zustimmt, sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel ab 1. Mai befristet auf zwei Monate um 17 Cent pro Liter. Dazu eine Einschätzung von Claudia Kemfert, Energieökonomin und Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin):
Der Tankrabatt ist ein energiepolitischer Kurzschluss und in der aktuellen Situation die schlechteste aller Lösungen. Er ist teuer, ineffizient und sozial unausgewogen. Große Teile des Tankrabatts kommen womöglich gar nicht bei den Bürgerinnen und Bürgern an, sondern landen bei den Mineralölkonzernen. Gleichzeitig setzt der Tankrabatt Fehlanreize, da er den Verbrauch fossiler Energien stabilisiert, statt ihn zu reduzieren.
Wir stecken nach wie vor tief in fossilen Abhängigkeiten, und genau diese werden durch solche Maßnahmen eher verfestigt als aufgelöst. Kurzfristige Entlastungen mögen politisch attraktiv erscheinen, langfristig verschieben sie jedoch die Probleme und erhöhen die wirtschaftlichen und energiepolitischen Risiken. In einer geopolitisch angespannten Lage braucht es keine neuen Subventionen für fossile Energien, sondern eine konsequente Beschleunigung der Energiewende.
Entscheidend ist eine zielgenaue Entlastung, die insbesondere Haushalte mit niedrigen Einkommen erreicht, ohne klimapolitisch kontraproduktiv zu wirken. Gleichzeitig muss die Politik stärker auf Energieeinsparungen, den Ausbau erneuerbarer Energien und mehr Effizienz setzen. Nur so lassen sich Versorgungssicherheit, Preisstabilität und Klimaschutz miteinander in Einklang bringen.
Field experiments in Lima, Peru show that correcting social misperceptions and sending SMS reminders can significantly boost recycling participation.
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Les militants dénoncent le manque de financement et l'absence de délais contraignants
The post Le plan AccelerateEU est jugé indispensable mais insuffisant pour faire face à la crise énergétique appeared first on Euractiv FR.
Ioannis Alexandris, Research Fellow and Alessandro Ieranò, Research Assistant at the Wider Europe Programme of ELIAMEP explore Hungary’s landmark electoral shift and its broader implications for the European Union. It highlights the key drivers behind Peter Magyar’s victory and assesses how a new political era in Budapest could reshape the country’s relationship with Brussels and the trajectory of EU integration.
Read the ELIAMEP Explainer here.