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Diplomacy & Defense Think Tank News

Filmseminar mit Dennis Gansel: Courage in einem diktatorischen System

Hanns-Seidel-Stiftung - Fri, 22/12/2017 - 00:00
„Napola – Elite für den Führer“ hieß der Filmbeitrag, den das Institut für Politische Bildung am Samstag, den 10. Dezember 2017, im Konferenzzentrum München einem interessierten Teilnehmerkreis vorstellte. Der Regisseur und Drehbuchautor Dennis Gansel, der zwölf Jahre in München gelebt und an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) studiert hat, war aus Berlin angereist.

Eine Welt ohne Hunger in einer Welt voller Kriege?

Trotz der Verpflichtung der internationalen Gemeinschaft, den Hunger bis 2030 zu beenden, gab es 2016 rund 38 Millionen mehr hungernde Menschen als im Vorjahr. Einem aktuellen Bericht der Vereinten Nationen zufolge sind bewaffnete Konflikte der Hauptgrund für diesen drastischen Anstieg. Vor dem Hintergrund des heutigen Welternährungstags ist es daher notwendig, die besonderen Herausforderungen an der Schnittstelle zwischen Ernährungssicherung und Friedensförderung stärker in den Blick der Entwicklungspolitik zu rücken.

Menschengemachter Hunger
Selbstverständlich hat Hunger viele Gesichter und ebenso vielfältige Ursachen. In Bangladesch trifft er vielleicht eine Feldarbeiterin, deren Lohn nur für eine karge Mahlzeit am Tag reicht. In Mexiko lässt er Straßenkinder nachts wach liegen. In Südasien und Subsahara-Afrika, wo die meisten Hungernden leben, vernichten Dürren sowie Hochwasser seit Monaten Ernten und dezimieren Tierherden. Die meisten Hungernden sind Kleinbauern, die bei wachsender Bevölkerungsdichte, begrenzten Landreserven, degradierenden Böden und mangelnder Unterstützung nicht genug produzieren können, um sich ausreichend zu ernähren.

Der vorherrschende Hungertreiber ist jedoch ein anderer: Die Mehrheit der Hungernden lebt in Ländern, die von erodierender Staatlichkeit und kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt sind. In der Tat sind schwache institutionelle Kapazitäten und anhaltende Konflikte ein Türöffner für schwere Hungersnöte. Dies wurde in den vergangenen Monaten insbesondere im Südsudan, Nigeria, Somalia und im Jemen deutlich. Hier werden Hunger und Not möglicherweise systematisch von Konfliktparteien eingesetzt: Rebellen und Soldaten brennen Felder nieder, vernichten Saatgut, vergiften Brunnen und erschweren humanitären Organisationen gleichzeitig den Zugang zu Krisenregionen.

Die zugespitzte Ernährungslage in Krisen- und Konfliktländern widerspricht dem zweiten globalen Nachhaltigkeitsziel: den Hunger in den kommenden 13 Jahren weltweit zu beenden. Da die Glaubwürdigkeit der Agenda 2030 und damit der Vereinten Nationen stark von Fortschritten bei Armut und Hunger abhängig ist, muss auch Deutschland überzeugende Mittel finden, um den Hunger in der Welt zu bekämpfen. Der Erfolg entwicklungspolitischer Maßnahmen in fragilen Ländern und Konfliktregionen wird dafür entscheidend sein. Die folgenden vier Vorschläge könnten dazu beitragen.

Kohärente Entwicklungspolitik als Schlüssel
Zunächst müssen Diskrepanzen in der strategischen Ausrichtung der außenorientierten Politiken der Bundesregierung beseitigt werden. Ernährungssicherung und Friedensförderung dürfen nicht parallel nebeneinander existieren, sondern müssen Hand in Hand gehen. Doch bisher gehen weder die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie noch die Leitlinien zu ziviler Krisenprävention ausreichend auf die Verbindung zwischen Hunger und Konflikten ein. Zwar bezeichnet der aktuelle Entwicklungspolitische Bericht der Bundesregierung die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) explizit auch als Instrument der Friedenspolitik, allerdings mangelt es an einer kohärenten Vision, die auch andere politische Handlungsfelder integriert.

Zweitens sollte das neue Kabinett Not- und Katastrophenhilfe intensiver mit langfristigen Entwicklungsinitiativen verbinden. Dazu gehört insbesondere, die Übergangshilfe auf eine größere Zahl von Ländern auszuweiten und die Kooperation zwischen dem Auswärtigen Amt – zuständig für humanitäre Hilfe – und dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – verantwortlich für Übergangshilfe – zu verbessern.

Darauf aufbauend ist es unabdingbar, einen stärkeren Fokus auf (potentielle) Krisenregionen zu legen. Anstatt Unruhegebiete und schwache Staaten zu verlassen, sollten diese in besonderer Weise von der EZ berücksichtigt werden. Nur so können Strukturen aufgebaut werden, die langfristig Frieden garantieren und gleichzeitig wachsendem Mangel präventiv entgegentreten können.
Zu guter Letzt würde ein besseres Konflikt-Monitoring die Krisenanfälligkeit der Entwicklungspolitik stark vermindern. So wie das schon praktizierte ‚Climate Proofing’ könnte ein ‚Conflict Proofing’ - also die Überprüfung von EZ-Projekten hinsichtlich ihrer potentiellen Auswirkungen auf Konflikte bzw. Anfälligkeit für Konflikte - in das Standardrepertoire aufgenommen werden. So würde ein sensiblerer Umgang mit Konfliktprävention und Friedensförderung systematisch in das Alltagsgeschäft der EZ integriert werden.

Worten Taten folgen lassen
Die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele ist eine Mammutaufgabe für die internationale Gemeinschaft. Nur wenn gemeinsame und ernsthafte Anstrengungen zur Verwirklichung der Ziele unternommen werden, kann die globale Entwicklungsagenda zu einem Erfolg werden. Das gilt insbesondere für die Beseitigung von Hunger in all seinen Formen. Um diesen elementaren Vorsatz zu erreichen, muss die Schnittstelle zwischen Ernährungssicherung und bewaffneten Konflikten einen höheren Stellenwert in der deutschen Entwicklungspolitik einnehmen. Erst dann wird das Motto der Agenda 2030 – leave no one behind – wirklich mit Leben gefüllt.

Daniel Wegner ist Teilnehmer des 53. Kurses des Postgraduierten-Programms.


Microenterprises in Developing Countries: Is there Growth Potential?

Zusammenfassung:

Microenterprises account for a large fraction of employment in developing countries and they are likely to increase in importance in the future. In Sub-Saharan Africa, for example, around 8 million additional jobs need to be created annually in order to cope with the increasing number of new entrants into the labour market  ADDIN EN.CITE <EndNote><Cite><Author>The World Bank</Author><Year>2013</Year><RecNum>42</RecNum><DisplayText>(The World Bank 2013)</DisplayText><record><rec-number>42</rec-number><foreign-keys><key app="EN" db-id="vwpazs907fwrdoew0scpddrssxafrvx9wdfp" timestamp="1505487624">42</key></foreign-keys><ref-type name="Web Page">12</ref-type><contributors><authors><author>The World Bank,</author></authors></contributors><titles><title>World Development Report 2013: Jobs</title><secondary-title>Washington, DC: World Bank.</secondary-title></titles><periodical><full-title>Washington, DC: World Bank.</full-title></periodical><dates><year>2013</year></dates><label>worldbank2013</label><urls><related-urls><url>http://siteresources.worldbank.org/EXTNWDR2013/Resources/8258024-1320950747192/8260293-1322665883147/WDR_2013_Report.pdf</url></related-urls></urls></record></Cite></EndNote>(The World Bank, 2013). As microenterprises typically only provide subsistence income to few individuals the question remains whether they have the potential to grow and to contribute to the creation of jobs.

Studies suggest that many businesses do indeed have the potential to grow. However, they often lack the necessary funds due to imperfect credit markets, insufficient household savings or behavioral reasons and missing information to exploit their potential. Policy interventions to overcome these issues show some promising results. 


Mehr Entwicklung – mehr Migration? Der „migration hump“ und seine Bedeutung für die entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit Subsahara-Afrika

Viele sehen in der Entwicklungszusammenarbeit einen Schlüssel zur Reduzierung der irregulären Zuwanderung aus Subsahara-Afrika. Doch Kritiker wenden ein, mehr sozio-ökonomische Entwicklung führe erfahrungsgemäß nicht zu weniger, sondern zu mehr Migration. Tatsächlich haben historische und ländervergleichende Untersuchungen gezeigt, dass in der Regel Auswanderung erst einmal zunimmt, wenn Länder durch Wirtschaftswachstum und entsprechend steigende Einkommen den Status eines „Low Income Country“ hinter sich lassen. Erst wenn sie den Status eines „Upper Middle Income Country“ erreichen, ist mit einer Abnahme der internationalen Migration zu rechnen. Dieser als „migration hump“ bezeichnete Zusammenhang zwischen Entwicklung und Migration gilt auch für Subsahara-Afrika. Allerdings lässt er sich nicht nur durch steigende Einkommen und höhere Bildung erklären. Vielmehr wird er auch durch andere Faktoren begünstigt. Dazu zählen: demographischer Wandel, wirtschaftlicher Strukturwandel, Nachahmungseffekte bei Migrationsprozessen, steigende Ungleichheit, Kreditrestriktionen und sinkende Migrationsbarrieren.
Die Folgerung, dass eine positive sozio-ökonomische Entwicklung in den Ländern Subsahara-Afrikas vor allem zu einer Zunahme der irregulären Zuwanderung nach Europa führen würde, ist also eine unzulässige Vereinfachung. Gerade irreguläre Migration wird nicht durch wirtschaftliche Motive alleine befeuert. Vielmehr handelt es sich hier um sogenannte „gemischte Wanderungen“, bei denen sich Motive freiwilliger und Zwangsmigration vermischen. Faktoren wie Korruption, unzureichende Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechtsverletzungen und fragile Staatlichkeit sind hier maßgebliche Treiber.
Entwicklungszusammenarbeit kann Migration nicht verhindern, zumal Afrikas Entwicklung nicht alleine von EZ abhängt. Vielmehr muss es bei der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit Subsahara Afrika darum gehen, geordnete, sichere und legale Migration zu fördern, die wiederum ein positives Entwicklungspotenzial hat – und erzwungene, ungeordnete und irreguläre Migration zu unterbinden. Konkrete entwicklungspolitische Maßnahmen sollten daher beinhalten:
  • Entwicklungspolitisch gestaltete Migrationsprozesse: Die Möglichkeiten der regulären Zuwanderung nach Deutschland und Europa müssen erweitert und flankiert werden (z.B. durch Qualifizierungsmaßnahmen).
  • Unterstützung intraregionaler Migration: Die Bemühungen der afrikanischen Regionalorganisationen, intraregionale Migration – die einen Großteil der Migrationsbewegungen ausmacht – zu gestalten, sollten unterstützt werden.
  • Verhinderung von Braindrain: Der Abwanderung von in den Herkunftsländern benötigten Fachkräften sollte durch gezielte Investitionen und neue Ansätze wie z. B. Ausbildungspartnerschaften entgegengewirkt werden.
  • Förderung von guter Regierungsführung, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit: Entwicklungspolitische Maß-nahmen in diesem Bereich können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Menschenrechtsverletzungen oder mangelnde Rechtsstaatlichkeit und somit Gründe für ungeordnete oder erzwungene Migration abnehmen.

Studentische Erwerbstätigkeit: Elternhaus spielt bei Wahl des Studentenjobs eine Rolle

Zusammenfassung:

StudentInnen ohne Akademikereltern gehen häufiger einfachen Nebenjobs nach, StudentInnen mit Akademikereltern sind häufiger nicht erwerbstätig – Bei qualifizierten und studienbezogenen Tätigkeiten sind die herkunftsbedingten Unterschiede allerdings gering  

Ob Studentinnen und Studenten einen Nebenjob haben und wenn ja, wie qualifiziert und fachnah im Hinblick auf das Studienziel diese Tätigkeit ist, hängt auch vom Elternhaus ab. Das zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Mila Staneva, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Bildung und Familie, hat Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) zu über 11 000 Studierenden für insgesamt dreieinhalb Jahre des Studiums ausgewertet. Demzufolge sind Studierende mit Akademikereltern seltener erwerbstätig und arbeiten seltener in einfachen Jobs, die nichts mit dem Studium zu tun haben, beispielsweise als Kellnerin oder Kellner. Bei höher qualifizierten und studienbezogenen Studentenjobs gibt es hingegen kaum Unterschiede.


Kita-Ausgaben: Mitunter starke Anstiege in den vergangenen Jahren – einkommensschwache Familien sind noch immer relativ stark belastet

Zusammenfassung:

DIW-Forscherinnen untersuchen erstmals für einen längeren Zeitraum, wie sich die Kita-Ausgaben in Deutschland entwickelt haben – Starke Ausgabenanstiege vor allem für Kita-Nutzung unter drei Jahre alter Kinder – Verbesserung der Qualität sollte Priorität vor Beitragsbefreiung für alle haben

Eltern, deren Kinder eine Kindertageseinrichtung besuchen, mussten dafür in den vergangenen Jahren im Durchschnitt immer tiefer in die Tasche greifen. Gaben sie im Jahr 2005 für ihre unter drei Jahre alten Kinder noch monatlich 98 Euro aus, waren es zehn Jahre später schon 171 Euro – jeweils berechnet in Preisen des Jahres 2010, um die allgemeine Inflation auszuklammern. Die Betreuung von Kindern im Kindergartenalter, also ab drei Jahren, kostete im Jahr 1996 im Durchschnitt 71 Euro monatlich und im Jahr 2015 98 Euro. Gleichzeitig wurden immer mehr Haushalte vollständig von Beiträgen befreit – insbesondere im Kindergartenbereich. Allerdings müssen armutsgefährdete Haushalte, sofern sie für die Kita zahlen, mit rund acht Prozent nahezu den gleichen Anteil ihres Einkommens aufbringen wie andere Haushalte. Das sind zentrale Ergebnisse einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), für die die Bildungsökonomin C. Katharina Spieß, Leiterin der Abteilung Bildung und Familie, gemeinsam mit Sophia Schmitz und Juliane Stahl die Entwicklung der Kita-Ausgaben erstmals für einen längeren Zeitraum untersucht hat. Datengrundlage sind das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) im DIW Berlin und die Spezialstudie Familien in Deutschland (FiD).


„Belastung der unteren Einkommen durch Kita-Kosten sollte weiter gesenkt werden!“: Interview mit C. Katharina Spieß

Frau Spieß, welche Bedeutung haben Kindertageseinrichtungen in Deutschland und wie häufig werden sie überhaupt in Anspruch genommen?

Kindertageseinrichtungen in Deutschland sind extrem wichtig für die Bildung und Betreuung von Kindern, die noch nicht zur Schule gehen. Wir können in den unterschiedlichen Bereichen unterschiedliche Entwicklungen beobachten. Unter Kindern, die drei Jahre oder älter sind, besuchen nahezu alle eine Kindertageseinrichtung, insbesondere fast alle Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung. Im Bereich der Kinder unter drei Jahren sehen wir eine andere Entwicklung. [...]

Das Interview mit C. Katharina Spieß ist aus dem DIW Wochenbericht 41/2017. Hier gibt es das Interview als PDF-Dokument und Podcast.


SET-Nav Projekt

Das DIW Berlin hat am 04. und 05.10.2017 Vertreter von 14 Forschungseinrichtungen aus ganz Europa zum Arbeitstreffen nach Berlin eingeladen. Im Rahmen des SET-Nav-Projekts werden unter der Leitung der TU Wien die Bedingungen für saubere, sichere und effiziente Energie-Innovationen im Hinblick auf den europäischen SET-Plan untersucht.

Die Projektpartner, unter anderen auch die NTNU Trondheim (Norwegen), Universidad Comillas Madrid und Fraunhofer ISI, tragen einerseits mit ihren vielfältigen Modellierungskompetenzen zur Untersuchung der langfristigen Notwendigkeiten für einen erfolgreichen, klimafreundlichen Strategischen Energie-Technologie-(SET-)Plan bei. Zum anderen werden auch die Charakteristika von Innovationen im Energiesektor untersucht.  Ein wesentlicher Beitrag des Projekts liegt darin, nicht nur den Energiesektor, sondern auch den Verkehrssektor, den Industriesektor, sowie den Energiebedarf von Gebäuden zu betrachten.

Beim Projekttreffen am DIW Berlin wurde zur Halbzeit des dreijährigen Projekts der Stand der Fallstudien der verschiedenen untersuchten Sektoren diskutiert. So wird beispielsweise unter Leitungs des DIW Berlin analysiert, inwiefern und in welchem Umfang durch die Nutzung der CCS-Technologie in Kraftwerken und in der Industrie in Europa eine eigenständige CO2-Pipeline-Infrastruktur aufgebaut werden muss. In einer weiteren Fallstudie wird betrachtet, ob ein weiterer Ausbau von Erdgas-Pipelines angesichts eines steigenden Anteils von Erneuerbaren Energien in Europa notwendig wird. Darüber hinaus wurde besprochen, wie die verschiedenen Modelle effizient miteinander vernetzt werden können. Dafür wird unter anderem eine Plattform zum Datenaustausch beim Projektpartner IIASA implementiert.

Im Rahmen des SET-Nav-Projekts werden die Modellierungskompetenzen während halbjährlicher Methoden-Workshops auch an Externe und Nachwuchswissenschaftler vermittelt. Das nächste Projekttreffen wird gemeinsam mit dem nächsten Workshop zum Thema Netzmodellierung im März 2018 in Madrid stattfinden.


Finanzbildung fördert finanzielle Inklusion in armen und reichen Ländern

Moderne Gesellschaften profitieren aus sozialen und ökonomischen Gründen von der Teilhabe möglichst aller Menschen an finanziellen Dienstleistungen, das heißt von finanzieller Inklusion. Diese Studie zeigt in einem Ländervergleich, dass durch finanzielle Bildung der Bevölkerung die finanzielle Inklusion in einem Land gefördert wird. Dieser Zusammenhang geht über den Effekt von hoher ökonomischer oder finanzieller Entwicklung hinaus. Außerdem zeigt sich, dass der Effekt von hoher finanzieller Bildung auf die „Nutzung von Finanzprodukten“ am stärksten ist, wenn das Finanzsystem gut entwickelt ist. Dagegen ist der Bildungseffekt auf den „Zugang zu Finanzen“ für die Länder am größten, die finanziell weniger entwickelt sind. Eine auf finanzielle Inklusion abzielende Wirtschaftspolitik sollte sich deshalb nicht nur auf die finanzielle Infrastruktur konzentrieren, sondern auch die Verbesserung der finanziellen Bildung im Blick behalten.

Der vollständige Bericht von Antonia Grohmann und Lukas Menkhoff im DIW Wochenbericht 41/2017 


Bessere Pflege kostet mehr Geld: Kommentar von Gert G. Wagner

Obwohl die teils dramatisch schlechte Versorgung von Pflegebedürftigen keineswegs ein Geheimnis ist, war die Pflege lange kein Wahlkampfthema. Manchmal sind Fernseh-Talkshows aber auch zu etwas gut. Nachdem in Talk-Runden Pflegekräfte die Qualität der Pflege massiv in Frage gestellt hatten, wurde die Pflege am Ende der Wahlkampfzeit noch zu einem großen Thema. Die lange Zeit marginale Bedeutung der Pflege im Wahlkampf hat überrascht, weil eine verbesserte Pflegequalität auf der Prioritätenliste der Menschen weit oben steht.

Die Bundesregierung selbst hatte – gemeinsam von Kanzlerin und Vizekanzler gesteuert – im Jahr 2016 die Qualität der Pflege in eine Liste mit Politikbereichen aufgenommen, die für die Lebensqualität in Deutschland entscheidend sind. [...]

Der vollständige Kommentar von Gert G. Wagner in: DIW Wochenbericht 41/2017


External Trade Policy and the Sustainable Development Goals

SWP - Wed, 11/10/2017 - 00:00

In 2015 the international community adopted the 2030 Agenda for Sustainable Development to “end all forms of poverty, fight inequalities and tackle climate change, while ensuring that no one is left behind”. Trade can contribute to meeting those goals, but only if the policies are adapted accordingly. Given that they largely build on existing international commitments, the Sustainable Development Goals (SDGs) are not demanding revolutionary change. But it is an important step forward that the Agenda lays out a comprehensive programme for all policy areas, indicating what would be required to achieve sustainability at all levels. Especially in developed countries, there is widespread criticism that trade policy and globalisation worsen inequalities within and between states, endanger ecological stability and social security, and perpetuate unsustainable patterns of consumption. Implementing the SDGs would also represent a constructive response to these justified criticisms of globalisation.

Some American Voters Are More Equal

SWP - Wed, 11/10/2017 - 00:00

Although Donald Trump ultimately won the presidency, he has claimed that Hillary Clinton only won the popular vote because millions of people had voted illegally. For years, accusations of electoral fraud have been used to increase the bureaucratic requirements for potential voters. Most of these tactics, which affect some demographic groups more than others, are legal. Republicans and Democrats alike have attempted to shape electoral districts to their advantage, resulting in politically more homogenous districts, more radical candidates, and ever-larger biases in the translation of votes into mandates. On October 3rd, the United States Supreme Court heard arguments on whether to curb the redistricting powers of the parties. The battles over election laws could have a long-term effect on future congressional majorities.

Neuer Schwung für die Eurozone

SWP - Tue, 10/10/2017 - 00:00

Emmanuel Macrons Erfolg bei den französischen Präsidentschaftswahlen im Mai 2017 hat der Debatte über Reformen in der Eurozone Auftrieb gegeben. Da es allerdings keinen Konsens über die fiskalische oder politische Integration gibt, werden die Reformen eher begrenzt sein. Die größten Chancen auf Verwirklichung haben seit langem diskutierte Ideen wie ein Budget, ein Finanzminister für die Eurozone oder die Erweiterung der Aufgaben des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). In den nächsten zwei Jahren stehen auch Verhandlungen über die Nachfolge Mario Draghis an, des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB). Obwohl die wichtigsten Elemente des neuen Reformpakets zwischen Frankreich und Deutschland ausgehandelt werden, müssen beide Staaten die Herausforderungen berücksichtigen, denen Italien gegenübersteht. Denn Italien stellt derzeit die größte Gefahr für die Stabilität der Eurozone dar.

Dress Rehearsal for Russia’s Presidential Election

SWP - Mon, 09/10/2017 - 00:00

Fifteen Russian regions and annexed Sevastopol elected new governors on 10 September 2017. The process reveals the Kremlin’s response to rising socioeconomic tensions in Russia’s regions: changing their leaders. A string of older regional bosses rooted within their local elites have been forced to make way for a younger generation of political managers over whom Moscow holds greater sway. The regions’ financial independence has been curtailed again too. For the Kremlin, this round of voting represented the final test before the presidential election scheduled for 18 March 2018 – and it passed off largely successfully. But the next presidential term will also see growing uncertainty over Vladimir Putin’s successor in the Kremlin. These latest centralisation moves are designed to counter potential political risks ahead of time. But they weaken the incentives for governors to invest in the long-term development of their regions.

Juliane Stahl, ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Bildung und Familie, hat am 26. September 2017 erfolgreich ihre Dissertation an der Universität Tübingen verteidigt

Juliane Stahl, bis September 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Bildung und Familie, hat im September erfolgreich ihre Dissertation an der Universität Tübingen verteidigt. Der Titel ihrer Dissertation lautet: „Socio-economic and regional inequalities in early care and education: Consequences for mothers’ work-family life and children’s educational opportunities“. Die Arbeit wurde im Rahmen eines von der Jacobs Foundation geförderten Forschungsprojektes erstellt. Betreut wurde Frau Stahl von Prof. Pia S. Schober, PhD (Universität Tübingen und DIW Berlin) und von Prof. Dr. C. Katharina Spieß (DIW Berlin und Freie Universität Berlin).


Georg Camehl, Mitarbeiter der Abteilung Bildung und Familie, besucht für sechs Wochen das Melbourne Institute for Applied Economic and Social Research in Melbourne

Georg Camehl, Mitarbeiter der Abteilung Bildung und Familie und Doktorand des DIW Graduate Center, besucht für sechs Wochen das Melbourne Institute for Applied Economic and Social Research in Melbourne (Australien). Er wurde von Prof. Chris Ryan, dem Leiter der Forschungsgruppe für Bildungsökonomie und kindliche Entwicklung, zu diesem Forschungsaufenthalt eingeladen. Georg Camehl präsentierte ein Kapitel seiner Dissertation zu Kita-Qualität und der sozio-emotionalen Entwicklung in einem Forschungsseminar des Instituts.


New Book: Understanding the Greek Crisis

ELIAMEP - Fri, 06/10/2017 - 08:57

Papazisis publications just published the new book Understanding the Greek Crisis: Answers to Key Questions about the State, the Economy and Europe, edited by Dimitris Katsikas, Kyriakos Filinis and Marianthi Anastasatou. The book is the result of an initiative by ELIAMEP’s Crisis Observatory and its objective is to offer answers to much debated questions about the Greek crisis.

You can find here more information.

Mehr Entwicklung – mehr Migration?

SWP - Fri, 06/10/2017 - 00:00

Bei den deutschen und europäischen Bemühungen, die irreguläre Zuwanderung vor allem aus Subsahara-Afrika zu verringern, ruhen große Hoffnungen auf der Entwicklungszusammenarbeit. Sie soll helfen, möglichst viele Ursachen für solche Wanderungen zu beseitigen. In allen einschlägigen Konzepten wird ihr eine Schlüsselrolle zugewiesen. Dies wirft grundsätzliche Fragen nach dem Zusammenhang von Entwicklung und Migration auf. In der wissenschaftlichen Debatte gilt seit längerem als belegt, dass sozioökonomische Entwicklung Migration fördert, statt sie zu reduzieren. Tatsächlich aber ist diese Kausalbeziehung nicht so eindeutig, wie es das entsprechende Modell des »migration hump« suggeriert. Offenbar werden Wanderungsentscheidungen durch weitere Faktoren beeinflusst. Daher ist es problematisch, wenn die Politik diese Scheinevidenz aufgreift und daraus simple Strategien ableitet. Der Kontext von Migration und Entwicklung muss differenzierter analysiert werden. Auf diese Weise lassen sich entwicklungspolitische Ansätze auch für die Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnerstaaten gewinnen.

Usbekistan wagt sich an ein Update

SWP - Fri, 06/10/2017 - 00:00

Usbekistan gehörte bislang zu den Dinosauriern unter den autoritären Staaten dieser Welt – wirtschaftlich und politisch abgeschottet, im Ausland vor allem auch für seine Repression bekannt. Nach dem Tod von Präsident Islom Karimov im Sommer 2016 übernahm der bisherige Ministerpräsident Shavkat Mirziyoyev das Ruder. Mittlerweile zeichnet sich Mirziyoyevs politischer Plan deutlich ab: die Transformation des Regimes zu einem »neuen« Autoritarismus, der auf die Herausforderungen der wirtschaftlichen und kulturellen Globalisierung nicht mit Abschottung reagiert, sondern mit einer kontrollierten Öffnung durch Privatisierung und eine Stärkung des Außenhandels. Der Erfolg dieses Projekts ist nicht gesichert. Die neue Variante des Autoritarismus wäre mittelfristig stabiler als die bisherige; Stabilität beruht dabei eher auf politischer Legitimität als auf Repression. Da es derzeit an alternativen Optionen für das Land fehlt, sollte die EU den Reformprozess unterstützen. Neben der wirtschaftlichen Kooperation gilt es dabei vor allem auch die Themen Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte anzusprechen.

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