Many colonies in Africa attained independence through negotiated settlements. However, several others engaged in armed liberation struggles, for example, Kenya, Namibia, South Africa, Southern Rhodesia (Zimbabwe), and the Portuguese colonies of Angola, Cape Verde, Guinea Bissau, Mozambique, and São Tomé and Príncipe. Newly independent states provided liberation movements with bases on their territories and political, military, intellectual, ideological, material, and moral support. In West Africa, Ghana’s first president, Kwame Nkrumah, a notable pan-Africanist, declared in his Independence Day speech in 1957, “Our independence is meaningless unless it is linked up with the total liberation of the African continent.” In East Africa, Julius Nyerere and Jomo Kenyatta, the first presidents of independent Tanzania and Kenya respectively, showed similar commitment to Pan-Africanism and anticolonialism by hosting refugees fleeing armed struggles in Southern Africa. Tanzania hosted the Organization of African Unity Liberation Committee supported anticolonial resistance and liberation movements. President Nyerere supported them for “challenging injustices of empire and apartheid” and declared, “I train freedom fighters”. He encouraged Tanzanians living around liberation movement camps to welcome these movements and their freedom fighters and also protect them from agents of colonial governments. Support also came from many other countries on the continent including Nigeria, Ethiopia, and Algeria. The latter provided sanctuary to representatives of liberation movements such as Nelson Mandela of the African National Congress (ANC) in South Africa.
Bonn, 02. Februar 2026. Ägyptens arabischer Frühling wurde zum Winter, als das Versprechen des 25. Januar zerschlagen wurde. Zum Gedenken an die Gefallenen müssen Ideale von Freiheit, Würde und sozialer Gerechtigkeit lebendig gehalten werden.
Fünfzehn Jahre sind seit Beginn der ägyptischen Revolution vergangen, die am 25. Januar 2011 Präsident Mubarak stürzte. Statt Feierlichkeiten sind die Jahrestage von Trauer geprägt, von erzwungenem Schweigen und stillem Gedenken an jene, die im Streben nach einem verratenen Traum gefallen sind. Die Revolution wurde demontiert, umgeschrieben und ihres Sinns entleert, nicht nur wegen dessen, was verloren ging, sondern auch wegen dessen, was niemals Wirklichkeit wurde. Revolutionen werden nicht an Parolen oder Momenten kollektiver Euphorie gemessen, sondern daran, ob sie radikale institutionelle Veränderungen bewirken, die über den Moment der Straße hinaus Bestand haben. Gemessen daran ist die Januarrevolution politisch, wirtschaftlich und moralisch gescheitert.
Machtkonzentration und institutionelle UmkehrSie gründete auf der Vision rechenschaftspflichtiger Herrschaft, verfassungsrechtlicher Machtbegrenzung und rechtlich verankerter Würde, nicht auf Angst. Seit 2013 geht das Land aber in die entgegengesetzte Richtung. Macht wurde erneut in der Exekutive konzentriert, die Gewaltenteilung aufgehoben und die Verfassung wiederholt geändert, um Amtsinhabern statt den Bürgern zu dienen. Dass der jetzige Präsident al-Sisi seine Herrschaft über 2030 hinaus verlängern könnte, ist nicht überraschend, sondern die logische Folge eines Systems, das verfassungsrechtliche Grenzen als vorübergehende Unannehmlichkeiten behandelt. Die Verfassung gilt nicht als bindender Gesellschaftsvertrag, sondern als flexibles Instrument militärischer Machtkontinuität.
Die menschlichen Kosten dieser politischen Umkehr sind erschütternd: die Zahl politischer Gefangener sowie erzwungenes Verschwindenlassen, lang andauernde Untersuchungshaft und Massenprozesse übertreffen selbst die Zustände unter Mubarak. Terror ist zu einem Herrschaftsinstrument geworden. Die Angehörigen der Gefangenen warten ohne Informationen, rechtsstaatliche Verfahren oder Rechtsmittel. Ebenso besorgniserregend ist die systematische Unterordnung einst autonomer Institutionen. Die Justiz wurde durch rechtliche Eingriffe, selektive Rechtsdurchsetzung und Druck umgeformt. Ihre Funktion als unabhängiger Schiedsrichter ist geschwächt. Auch religiöse Institutionen sind versicherheitlicht; Rekrutierung und Aufstieg hängen zunehmend von Sicherheitsfreigaben und politischer Konformität ab. Institutionelle Autonomie wird ausgehöhlt.
Auch die wirtschaftliche Bilanz ist ernüchternd. Die Revolution richtete sich gegen Ausgrenzung, Prekarität und die Konzentration von Privilegien. Fünfzehn Jahre später erdrückt die Inflation reale Einkommen und die öffentliche Verschuldung erreichte historisch beispiellose Höhen, die die Lebensgrundlagen künftiger Generationen verpfänden. Wiederholte Abwertungen ließen die Währung massiv an Wert verlieren, erodierten Ersparnisse und Löhne. Die Sozialsysteme hielten nicht mit. Für Millionen Menschen wurde der Alltag zum Überlebenskampf, nicht zu einem Raum der Hoffnung.
Gleichzeitig flossen enorme öffentliche Ressourcen in kapitalintensive, weithin sichtbare, aber ökonomisch wenig tragfähige Megaprojekte. Immobilien, Großinfrastruktur und eine neue Verwaltungshauptstadt dominieren das Entwicklungsnarrativ, während staatliche Schulen und Krankenhäuser verfallen und die Eliten Bildung und Gesundheitsfürsorge bei privaten Anbietern oder im Ausland einkaufen. Solche Investitionen mögen Symbolik erzeugen, lösen aber keine strukturellen Probleme. Sie beheben weder Defizite im Humankapital noch chronisch unterfinanzierte Bildungs- und Gesundheitssysteme oder einen privaten Sektor, der durch ungleichen Wettbewerb erstickt wird.
Fragiles Wachstum, sterile InvestitionenAm schädlichsten ist die systematische Blockade der Märkte. Statt die Wirtschaft zu entfesseln, verfestigte die Politik Markteintrittsbarrieren und schuf ungleiche Wettbewerbsbedingungen. Kompetitive Märkte, das Rückgrat von Beschäftigung und Innovation, bleiben die Ausnahme. Wo Regeln unzuverlässig und ungleich angewandt werden und staatsnahe Akteure privilegiert sind, verkümmert private Initiative. Investitionen werden spekulativ statt produktiv, Beschäftigung prekär. Ohne verlässliche Regeln und unabhängige Regulierung ersetzt auch Beton kein Vertrauen. Wachstum ohne Teilhabe ist fragil, Investitionen ohne Wettbewerb steril. Stabilität auf Repression und Ausgrenzung ist Stagnation unter Polizeischutz.
Besonders schmerzhaft ist dieses Scheitern, weil die Alternative nicht utopisch war. Die Ägypter*innen forderten keine Wunder, sondern einen Staat, der seine Gesetze respektiert, eine Wirtschaft, die Leistung statt Nähe zur Macht belohnt, und Institutionen, die den Bürger*innen dienen, statt sie zu disziplinieren.
Die im Januar Getöteten werden heute - wenn überhaupt - nur noch politisch-rhetorisch erinnert; die Prinzipien, für die sie einstanden, gelten als Bedrohung oder Verrat. Ihr Opfer wird seines politischen Gehalts beraubt und zur Legitimation jener Ordnung genutzt, gegen die sie sich wandten. Eine Generation, die sich ein anderes Ägypten vorzustellen wagte, wurde zum Schweigen gebracht, ins Exil gedrängt, inhaftiert oder zermürbt.
Den 25. Januar zu betrauern heißt aber nicht, in Nostalgie zu verfallen. Es heißt, sich Auslöschung zu verweigern. Es heißt darauf zu bestehen, dass die Forderungen nach Freiheit, Würde und sozialer Gerechtigkeit weder naiv noch zerstörerisch waren, sondern notwendig. Und es heißt, mit Klarheit statt Sentimentalität jener zu gedenken, die ihr Leben in dem Glauben verloren, dass Ägypten frei sein und seinen Menschen würdig sein könnte.
Heute trauern wir um sie. Wir trauern auch um eine Revolution, deren Versprechen unter der Last der Vergangenheit begraben wurde.
Central Asia has emerged as a key region where the convergence of geopolitics and development cooperation is most visible. Major powers are redefining their approaches: Japan combines official development assistance (ODA) with commercial partnerships to advance connectivity and reform; the EU is emphasising a sustainable infrastructure and governance-oriented approach; the US is expected to catalyse private investment rather than direct aid; China deepens its regional presence through the Belt and Road Initiative; while Russia leverages historical and security ties to maintain influence. Meanwhile, middle powers – countries that do not wield vast influence like major powers but possess substantial capacity to shape international events – are exploring new opportunities for engagement. Türkiye positions itself as a bridge between advanced economies and the Global South, emphasising connectivity and energy cooperation through the Middle Corridor and the Organization of Turkic States.
South Korea’s 2025 ODA Strategy for Central Asia identifies the region as a strategic partner for shared growth, integrating pragmatic diplomacy with value-based cooperation. By leveraging their soft power and policy experience, these middle powers offer a distinctive model for development partnership. Central Asian governments are responding to a changing international environment by diversifying partnerships through regional integration and more strategic engagement with development partners.
Hyeyoung Woo is a specialist at the Center for International Development (CID), Korea Development Institute (KDI). From July to October 2025, she served as a guest researcher at the German Institute of Development and Sustainability (IDOS). She holds a Ph.D. in Development Policy from the KDI School of Public Policy and Management, where her dissertation examined transition countries, including those in Central Asia. Over the past years, she has contributed to policy consultations through Korea’s Knowledge Sharing Program (KSP) with Uzbekistan and the Kyrgyz Republic, particularly in fintech regulatory sandbox development and official development assistance (ODA) evaluation.
The 2030 Agenda for Sustainable Development – the global framework establishing 17 universal and interconnected goals to guide sustainable development efforts – was adopted in 2015 following a uniquely participative and ambitious process. A decade on, it is increasingly evident that most of the Sustainable Development Goals (SDGs) are unlikely to be achieved by 2030 as originally envisioned. Discussions about a follow-up framework beyond 2030 are gaining momentum ahead of the SDG Summit in September 2027. This paper evaluates the process design, inclusiveness, negotiating strategies, fora and fault lines in 2015 and discusses to what extent the lessons learned can be applied to negotiations for a potential follow-up framework. We find that several process design elements and negotiation strategies, as well as actor composition, fostered trust and ownership, reduced polarisation and enabled agreements on ambitious targets. In particular, the process benefited from the inclusion of diverse, non-hierarchical actor communities, a long, science-based stocktaking phase, the breaking up of traditional negotiating blocks, transparency, and emphasis on common interests. We also identify several recurring fault lines that are overwhelmingly still relevant today. Apart from the above best practices of the process leading to the adoption of the SDGs in 2015, we identify several shortcomings that should be addressed in the beyond-2030 negotiations: inefficiencies due to competing tracks for the development of the goals; top-down agenda-setting processes leading to less ambitious outcomes; barriers to participation of and accountability towards some marginalised and informal actors; and the watering down of goals and indicators – including non-tangible targets and unresolved inconsistencies and trade-offs within the agenda. Finally, the paper argues that the beyond-2030 negotiations will take place in a context that is similar to the process that led to the SDGs but is nevertheless in many ways more challenging than in 2015, amidst intensifying crises, political shifts and loss of trust.
This study examines portrayals of marine mammal celebrities (MMCs) in popular culture over the past 70 years, reflecting evolving public attitudes toward ocean conservation. It identifies four main types of MMCs, each linked to a specific era and shaped by changes in media landscapes, perceptions of marine mammal agency and welfare, and conservation priorities: (1) Hollywood MMCs (ca. 1960–1990s)—wild animals captured and exhibited in aquaria, cast as celebrities based on their roles in traditional mass media (blockbuster movies); (2) MMCs in human care (ca. 1990s–2010s)—animals housed in aquaria whose fame stemmed from public concern about their welfare and calls for their release; (3) rescued MMCs (ca. 1980s–present)—marine mammals cared for by humans after they were injured in the ocean; and (4) endangered and dangerous MMCs (2010s–present)—wild animals that approach humans, demonstrate human‐like behaviours, or interact with boats. Introducing the method of “following the animal,” the article provides examples of celebrity animals that illustrate each of the four categories, such as the dolphin Flipper and the walrus Freya. The study contributes to the thematic issue on "Ocean Pop: Marine Imaginaries in the Age of Global Polycrisis" by highlighting the mutual influence of media, animal celebrity, and conservation, and urges further research into how shifting representations shape global engagement with marine life and the environment.
The emerging global system is one in which three nuclear-armed leaders, insulated from dissent, pursue risky gambits. The result will not be the relatively stable if tense competition that characterized the Cold War. It will be something more volatile: a world in which the most consequential decisions rest on the whims of men who have systematically discarded anyone willing to tell them no.
In order for civil society groups to successfully leverage the private sector’s potential in uplifting democratic principles, they must learn to speak the sector’s language.
As the 2030 deadline for the Sustainable Development Goals (SDGs) nears and progress remains limited, researchers are proposing measures to enhance the next, post-2030, agenda to improve implementation. With more proposals expected in future, we argue for a systematic approach to help researchers and policy-makers design and assess them. This requires a theory of change that explains how and why proposals will improve implementation of the next agenda, while also considering their political feasibility. We start by constructing an implicit theory of change underpinning the current 2030 Agenda to revisit how the SDGs were intended to work and identify key successes and failures. We then propose an approach for assessing proposals put forward to improve the post-2030 agenda on the basis of their impact and feasibility.
Bonn, 26.01.2026. Proteste der Gen Z entfalten nicht immer politische Wirkung. In Madagaskar erlebte die Jugend einen ermächtigenden Moment und stürzte das Regime – ob demokratischer Wandel folgt, ist offen.
In den letzten zwei Jahren ist die Zahl der Jugendproteste weltweit deutlich gestiegen. Viele Mobilisierungen der sogenannten Gen Z änderten jedoch nichts an den Machtverhältnissen. Die Ereignisse in Madagaskar zeigen dagegen, wie die politische Handlungsmacht junger Menschen – mit Unterstützung aus Teilen des Militärs – ein Regime zu Fall bringen kann. Doch so groß der Erfolg eines Regimewechsels auch ist: Er garantiert noch keine nachhaltigen demokratischen Reformen.
Am 25. September 2025 gingen in Madagaskar Tausende auf die Straße. Auslöser war die Wut über die häufigen Strom- und Wasserausfälle. Es folgten landesweite Proteste, initiiert von der Facebook-Gruppe „Gen Z Madagascar“. Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt, in dem nur 39 % der Bevölkerung Zugang zu Strom und lediglich 55 % Zugang zu einer grundlegenden Trinkwasserversorgung haben (Weltbank, 2026). Zivilgesellschaftliche Gruppen, Gewerkschaften und Bürger*innen schlossen sich der Bewegung an und forderten den Rücktritt von Präsident Rajoelina. Dieser weigerte sich jedoch abzudanken und entließ stattdessen sein gesamtes Kabinett, um die Demonstrierenden zu beschwichtigen. Als sich dann das Militär unter Führung von Oberst Michael Randrianirina den Befehlen widersetzte, floh Rajoelina aus dem Land. Zurück blieb ein Machtvakuum, das eine friedliche Machtübernahme durch das Militär ermöglichte.
Die jüngsten Proteste der Gen Z in so unterschiedlichen Ländern wie Kenia, Mexiko und Marokko weisen viele Gemeinsamkeiten auf, insbesondere ihre wirkungsvolle Mobilisierung über soziale Netzwerke. Doch nicht alle führten zu konkreten politischen Veränderungen. Was also lässt sich aus dem Erfolg in Madagaskar lernen?
Wirksame Proteste brauchen breite UnterstützungDie Bewegung in Madagaskar ging zwar von Aktivist*innen der Gen Z aus, doch konnte sie nur deshalb Druck ausüben, weil breite Teile der Bevölkerung mitmachten. Die Missstände betrafen alle: Wasser- und Stromknappheit, Korruption, wirtschaftliche Stagnation, Angriffe auf Meinungs- und Vereinigungsfreiheit sowie mangelnde Rechenschaftspflicht der Regierung. Das verschaffte den Protesten Legitimität über gesellschaftliche Grenzen hinweg. Schnell schlossen sich normale Bürger*innen, zivilgesellschaftliche Gruppen und Gewerkschaften an – darunter die Gewerkschaft der Arbeitsinspektoren sowie der staatliche Wasser- und Stromversorger Jirama. Erst diese gesamtgesellschaftliche Unterstützung machte aus Jugenddemonstrationen eine Kraft, die das Regime nicht mehr ignorieren konnte.
Geschickter Einsatz sozialer NetzwerkeDie organisatorischen Fähigkeiten junger Aktivist*innen sorgten dafür, dass eine Mobilisierung gegen gemeinsame Missstände in konkrete Proteste mündete. Durch digitales Storytelling wurden Menschen emotional eingebunden, es entstand eine kollektive Dynamik. Nach dem Vorbild von Aktivist*innen in Nepal nutzten die Demonstrierenden auch in Madagaskar Discord als Kommunikationsplattform und Bluetooth-basierte Offline-Messenger, die selbst bei Internetsperren funktionieren. Nicht nur die digitalen Tools, auch die hierarchiefreie Struktur der Bewegung erschwerten Repression. Während die Proteste vor allem auf der Independence Avenue in Antananarivo stattfanden, organisierten mehrere Gruppen gleichzeitig und unabhängig voneinander Kundgebungen in der ganzen Stadt.
Regimewechsel durch die Abkehr der EliteEin weiterer Schlüsselfaktor für den Erfolg der Protestbewegung war der Schulterschluss mit dem Militär. Der Wendepunkt kam, als Oberst Randrianirina – ein lautstarker Kritiker Rajoelinas, der 2023 wegen angeblicher Putschpläne inhaftiert worden war – die Streitkräfte aufforderte, den Schießbefehl auf Demonstrierende zu verweigern. Zu diesem Zeitpunkt stand die Macht des Präsidenten bereits auf der Kippe und er hatte sein gesamtes Kabinett aufgelöst. Mächtige Verbündete, insbesondere der Unternehmer Mamy Ravatomanga, verließen das Land und eröffneten damit dem Militär die Möglichkeit, sich vom Regime zu lösen. Ohne den Rückhalt von Militär und Elite war der Sturz Rajoelinas nur noch eine Frage der Zeit.
Auf dem Weg zu einer funktionierenden Demokratie?Madagaskar steht an einem Scheideweg. Ob die Übergangsregierung die Gelegenheit für substanzielle Reformen nutzt bleibt offen. Einige Schritte geben zumindest Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Der Interims-Staatschef ernannte beispielsweise einen zivilen Premierminister, der ein mehrheitlich ziviles Kabinett zusammengestellt hat. Auch die Kampagne für landesweite regionale Konsultationen deutet auf eine inklusivere Regierungsführung hin. Ob diese Maßnahmen mehr als reine Symbolpolitik sind, wird sich zeigen. Internationale Akteure wie die AU und UNO verurteilten zunächst vor allem die Verfassungswidrigkeit des Machtwechsels. Nun sollten sie die madagassischen Behörden schnellstmöglich dabei unterstützen, einen inklusiven Dialog für eine friedliche und demokratische Transition zu organisieren.
Auch 2026 wird es weltweit Proteste der Gen Z geben. Angesichts zunehmender Autokratisierung sind Demonstrationen eines der wenigen noch verfügbaren Mittel, mit dem Bürger*innen ihrer Stimme Gehör verschaffen können. Oft zu einem hohen Preis, wie das jüngste Beispiel Iran zeigt. In diesen schwierigen Zeiten gibt Madagaskar zumindest Anlass zur Hoffnung, dass Veränderungen möglich sind.
Priscilla Toto nimmt am 61. Postgraduate Programme for Sustainability Cooperation (PGP) teil und ist Mitglied der Forschungsgruppe „The Next Generation of National Development Banks (NDBs): Early Lessons from Ghana and Nigeria“.
Dr. Lena Gutheil ist Senior Researcher in der Abteilung “Transformation of Political (Dis-) Order” des German Institute of Development and Sustainability (IDOS) in Bonn.
US-Präsident Donald Trump ist ausgesprochen erfolgreich darin, neue Maßstäbe zu setzen. Einen kleinen Vorgeschmack gab der 20. Januar 2025. Die 26 präsidentiellen Dekrete am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit sind für sich genommen schon ein Rekord und zeigen: Eines der Hauptprobleme für Beobachter besteht darin, überhaupt einen Überblick zu behalten – darüber, was derzeit geschieht, was relevant sein könnte und was lediglich Nebelkerzen sind.
US-Präsident Donald Trump ist ausgesprochen erfolgreich darin, neue Maßstäbe zu setzen. Einen kleinen Vorgeschmack gab der 20. Januar 2025. Die 26 präsidentiellen Dekrete am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit sind für sich genommen schon ein Rekord und zeigen: Eines der Hauptprobleme für Beobachter besteht darin, überhaupt einen Überblick zu behalten – darüber, was derzeit geschieht, was relevant sein könnte und was lediglich Nebelkerzen sind.
Während die US-Politik den Druck auf Kolumbien erhöht, fehlen dem südamerikanischen Land sowohl die finanziellen Mittel als auch die nötige internationale Rückendeckung, um die wachsenden Herausforderungen zu bewältigen. Die folgende Analyse zeigt, wie die verschärfte US-Migrationspolitik globale Verschiebungen auslöst und welcher Verantwortung sich die internationale Gemeinschaft bislang entzieht.
20 January 2026 marks not only the first anniversary of the second inauguration of Donald J. Trump as President of the United States of America, but also – and as an immediate consequence of the former event – the formal entry into force of the United States’ exit from the Paris Agreement on Climate Change. Notwithstanding this due date, the US had already passed on sending a delegation to the 2025 UN climate change conference that convened in Brazil in November.
An attempt to reintroduce a water charge in Ireland failed 18 months after its implementation in 2015. Election results were decisive in the abolition of previously implemented water charges by voting for anti-water charge parties. We conducted a systematic archive study to analyse how a lack of legitimacy and subsequent public resistance were embedded in a history of organised public demonstrations and boycotts. We show how a historic lack of legitimacy has exacerbated failures in policy programme, process, and activities. We argue that this historic context may also explain why the water charges stood out as the most contested policy in a period when many austerity measures were taken. This case serves as an example of policy failure resulting from a lack of legitimacy and a subsequent policy resistance. It serves as a warning that if public resistance can be expected, a policy without broad political support and a clear contingency strategy to mitigate public resistance is likely to fail. In particular, when there is a historic lack of legitimacy, greater effort is required to avoid policy failure and achieve successful implementation.
Ein Jahrzehnt nach dem Pariser Abkommen stagnieren die Fortschritte im Klimaschutz. Geopolitische Spaltungen und ein weltweit erstarkender Nationalismus beeinträchtigen die globale Zusammenarbeit. Besonders deutlich zeigt sich dies im Rückzug der USA aus der internationalen Klimadiplomatie. Doch auch in anderen OECD-Ländern stehen sowohl Klima- als auch Entwicklungsfinanzierung vor einem enormen Rechtfertigungsdruck. Das auf der Weltklimakonferenz in Baku 2024 vereinbarte neue globale Klimafinanzierungsziel (NCQG) offenbart die weitreichenden Differenzen zwischen den Verhandlungsblöcken – Differenzen, die auch bei der UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung in Sevilla im Juli 2025 nicht überwunden werden konnten. Zentrale Fragen wie die notwendige Aufstockung der Mittel, die Verbesserung ihrer Qualität und eine wirksamere Verzahnung von Klima- und Entwicklungsfinanzierung bleiben somit ungelöst.
Despite citywide inclusive sanitation (CWIS) being a well conceived, sector-specific policy concept, it often struggles due to the linear mindset of development agencies. Based on various research methods, this study examined challenges in the operationalization of CWIS in Nakuru County, Kenya. The findings suggest that CWIS faces challenges from different service regimes that have multiple providers, different institutional arrangements, and diverse technologies. This study calls for a shift in the mindset of development agencies from linear to spherical thinking in sanitation governance.
A strategic Drift in the Atlantic Order The wider Atlantic has historically been central to the architecture of official development assistance (ODA). The consensus, however, is fragmenting. What does that mean for the wider Atlantic? The paper argues that the Atlantic space is a critical arena where normative shifts are being tested, institutional roles renegotiated, and coalitions reassemled.
Die Geoökonomisierung der Weltwirtschaft kann fatale Folgen haben, vor allem für rohstoffabhängige oder politisch instabile Entwicklungsländer.
The now and the before The Trump administration has confirmed the withdrawal of the United States from sixty-six international organisations and how this will put America first on the global stage. This continues a pattern of delivering a high-voltage shockwave to the policy norms that have underpinned global cooperation since 1945. We analyse the trajectory of US development cooperation and policy past, present and future in a new IDOS brief.
Es besteht die Gefahr einer systemischen Verschuldungskrise in Sub-Sahara Afrika, wo momentan 21 Länder hoch verschuldet sind. Besonders problematisch sind die hohen Zahlungen für den Schuldendienst auf ausländische Schulden. Angesichts der hohen Verschuldung in einigen Ländern ist eine zeitnahe Umstrukturierung der Schulden unerlässlich. Zudem erschweren die geopolitischen Spannungen die Vereinbarung neuer, umfassender Instrumente zur Umstrukturierung von Schulden. Das G20 Common Framework for Debt Treatments wurde Ende 2020 eingeführt. Um eine zügige und zeitnahe Schuldenumstrukturierung zu gewährleisten, sind folgende Reformen des G20 Common Frameworks erforderlich: Erstens sollte zu Beginn des Umschuldungsprozesses eine Roadmap mit Zeitpunkten für die Schuldenumstrukturierung erstellt und Gläubigerkomitees gebildet werden. Zweitens sollte die Transparenz über die Schuldenvereinbarungen erhöht werden. Ein weiterer Vorschlag der UN ist die Einführung eines Internationalen Schuldenregisters. Im Abschlussdokument der vierten UN-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung werden nicht nur einige der oben genannten Vorschläge benannt, sondern es werden auch eine Reihe innovativer Reformen aufgeführt. Zur Umsetzung der in diesem Dokument festgelegten Verpflichtungen wurde die sogenannte „Aktionsplattform von Sevilla” ins Leben gerufen. Beispiele hierfür sind: (i) Die Plattform für Kreditnehmer; (ii) Ein bei der Weltbank angesiedeltes globales Zentrum für Debt Swaps für Entwicklung und (iii) Die „Allianz für Schuldenpausenklauseln“. Einerseits sollten afrikanische Staaten durch Reformen ihrer Steuersysteme und den Ausbau ihrer lokalen Finanzmärkte dazu in Lage versetzt werden, mehr eigene Ressourcen zu generieren. Andererseits sind die hochverschuldeten ärmsten Länder Afrikas auf eine Schuldenerleichterung sowie die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft angewiesen. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass die in der letzten Dekade erzielten Entwicklungsfortschritte zunichte gehen.