Many colonies in Africa attained independence through negotiated settlements. However, several others engaged in armed liberation struggles, for example, Kenya, Namibia, South Africa, Southern Rhodesia (Zimbabwe), and the Portuguese colonies of Angola, Cape Verde, Guinea Bissau, Mozambique, and São Tomé and Príncipe. Newly independent states provided liberation movements with bases on their territories and political, military, intellectual, ideological, material, and moral support. In West Africa, Ghana’s first president, Kwame Nkrumah, a notable pan-Africanist, declared in his Independence Day speech in 1957, “Our independence is meaningless unless it is linked up with the total liberation of the African continent.” In East Africa, Julius Nyerere and Jomo Kenyatta, the first presidents of independent Tanzania and Kenya respectively, showed similar commitment to Pan-Africanism and anticolonialism by hosting refugees fleeing armed struggles in Southern Africa. Tanzania hosted the Organization of African Unity Liberation Committee supported anticolonial resistance and liberation movements. President Nyerere supported them for “challenging injustices of empire and apartheid” and declared, “I train freedom fighters”. He encouraged Tanzanians living around liberation movement camps to welcome these movements and their freedom fighters and also protect them from agents of colonial governments. Support also came from many other countries on the continent including Nigeria, Ethiopia, and Algeria. The latter provided sanctuary to representatives of liberation movements such as Nelson Mandela of the African National Congress (ANC) in South Africa.
Heiner Janus and Daniel Esser argue that the rush to devise a strategy for Iran is bound to run into bureaucratic pathologies that drive failures in intelligence and foreign aid alike: manufactured urgency and institutional whitewashing.
Bonn, 7. April 2026. In einer Zeit wachsender geopolitischer Fragmentierung wird sich zeigen, ob Regierungen globale Gesundheit als globales öffentliches Gut verteidigen oder sie geopolitischen Interessen unterordnen.
Zum Weltgesundheitstag 2026 ruft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit dazu auf: „Together for health. Stand with science.“ Für die WHO heißt das, nicht nur wissenschaftliche Evidenz zu respektieren, sondern auch Kooperation und Vertrauen zu sichern, die wirksames globales gesundheitspolitisches Handeln ermöglichen. Das ist die richtige Botschaft. In einer zunehmend fragmentierten geopolitischen Landschaft ist jedoch entscheidend, ob Regierungen noch bereit sind, Kooperation, Vertrauen und Institutionen zu verteidigen, auf die die globale Gesundheitsforschung angewiesen bleibt.
Globale Gesundheitsforschung kann Leben retten, Resilienz stärken und erhebliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Erträge schaffen. Doch diese Gewinne setzen voraus, dass Staaten Wissen teilen, Vertrauen aufbauen und Evidenz in kollektives Handeln übersetzen. Genau das wird schwieriger. Globale Gesundheit gerät zunehmend unter den Druck geopolitischer Rivalitäten und transaktionaler Formen der Zusammenarbeit. In einem solchen Umfeld droht Wissenschaft der Logik von Macht und Verhandlung untergeordnet zu werden: Datenaustausch wird an Bedingungen geknüpft, epidemiologische Überwachung politisiert und Forschungspartnerschaften werden asymmetrischer.
Der Austritt der Vereinigten Staaten aus der WHO und die jüngsten bilateralen Gesundheitsabkommen der Trump-Regierung zeigen, wie weit diese Entwicklung bereits reicht. Globale Gesundheit wird von einem Feld internationaler Solidarität zunehmend zu einem Instrument geopolitischer Einflussnahme. Die US-Regierung hat mit 14 afrikanischen Staaten transaktionale Gesundheitsabkommen geschlossen, die erhebliche Risiken für Souveränität, Datenhoheit und Versorgungssicherheit mit sich bringen. Gleichzeitig sind Partnerländer keineswegs ohne Handlungsmacht. Sambia widersetzte sich einem Vorschlag, Gesundheitsfinanzierung an den Zugang zu Kupfer und Kobalt zu knüpfen. In Kenia verzögerte die gerichtliche Überprüfung die Umsetzung eines Gesundheitsabkommens mit den Vereinigten Staaten. Solche Deals erschweren nicht nur die Zusammenarbeit zum Schutz globaler Gesundheit. Sie untergraben auch die multilaterale Grundlage für die Prävention und Bewältigung von Pandemien, antimikrobiellen Resistenzen und klimabedingten Gesundheitsrisiken.
Diese Entwicklung hat direkte Folgen für die deutsche globale Gesundheitspolitik. Die Frage ist nicht mehr nur, ob Deutschland globale Gesundheit unterstützt. Entscheidend ist auch, die politischen und institutionellen Voraussetzungen zu schützen, unter denen Wissenschaft grenzüberschreitend wirken kann: Datenaustausch, verlässliche epidemiologische Überwachung, kooperative Forschung und Institutionen, die Evidenz in politisches Handeln übersetzen.
Der jüngste Review der deutschen Strategie zu globaler Gesundheit ist deshalb wichtig. Sie bekräftigt die Bedeutung globaler Gesundheit und setzt bis 2030 stärkere Akzente bei Prävention, klimaresilienten Gesundheitssystemen, Pandemievorsorge und multilateraler Gesundheitsgovernance. Auch die neue BMZ-Strategie setzt stärker auf Reform der globalen Gesundheitsarchitektur, Arbeitsteilung mit anderen Gebern und multilaterale Ansätze. Im Grundsatz ist das richtig. Der eigentliche Test ist jedoch die Kohärenz: ob dem höheren Anspruch auch Umsetzung folgt. Drei Punkte sind dabei wichtig:
Erstens sollte Deutschland über seine traditionelle Geberrolle hinausdenken und einen stärker reformorientierten Ansatz verfolgen. Sein finanzielles und politisches Gewicht könnte nicht nur dazu dienen, bestehende globale Gesundheitsinstitutionen zu erhalten, sondern auch dazu, Organisationen wie Gavi und den Global Fund besser aufeinander abzustimmen und wirksamer aufzustellen. Dazu würde auch eine engere Zusammenarbeit im Sinne der Lusaka Agenda gehören, mit dem klaren Ziel, Fragmentierung für Partnerländer zu verringern.
Zweitens sollte Deutschland wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wechselwirkungen zwischen Umwelt und menschlicher Gesundheit ernst nehmen und eine One-Health-Logik noch konsequenter in die Umsetzung integrieren. Dadurch ließen sich Prävention und Bewältigung systematischer mit Klima-, Wasser- und Umweltgesundheit verknüpfen. Andernfalls drohen breitere ökologische und soziale Ursachen gesundheitlicher Risiken – von Entwaldung und Biodiversitätsverlust über den Klimawandel bis hin zur intensiven Landwirtschaft – unzureichend berücksichtigt zu bleiben.
Drittens spricht vieles dafür, bilaterales Engagement neben multilateralen Ansätzen gerade in fragilen Kontexten zu erhalten, in denen lokale Verankerung, Flexibilität und politische Reaktionsfähigkeit oft entscheidend sind. Das ist nicht nur für eine wirksame Umsetzung wichtig, sondern auch für die vertrauensvollen Beziehungen, auf denen Datenaustausch und wissenschaftliche Zusammenarbeit häufig beruhen. So könnte Deutschland multilaterale Stärke mit lokaler Handlungsfähigkeit verbinden, wo multilaterale Institutionen allein oft nicht schnell genug reagieren können.
Der Weltgesundheitstag 2026 trägt damit eine klare politische Botschaft. Zur Wissenschaft zu stehen bedeutet mehr, als wissenschaftliche Evidenz anzuerkennen. Es bedeutet, das Vertrauen, die Fairness und die Institutionen zu verteidigen, die Wissenschaft in den Dienst des Gemeinwohls stellen. In einer Zeit wachsender geopolitischer Fragmentierung wird sich zeigen, ob Regierungen globale Gesundheit als globales öffentliches Gut verteidigen oder sie geopolitischen Interessen unterordnen.
Ernüchtert blicken wir auf die 14. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation, die in Yaoundé, der Hauptstadt Kameruns, ohne Beschlüsse zu Ende ging. Nun sind pragmatische Lösungen und die Suche nach verlässlichen Allianzen für die Reform des multilateralen Handelssystems gefragt.
This chapter examines China’s engagement with the United Nations (UN) development work through a comparison with Sweden. Both countries are UN member states, but differ on most indicators, including development experiences and trajectories as development cooperation providers. The chapter provides an overview of China’s and Sweden’s general profiles and compares funding practices, strategic priorities and approaches to multilateral cooperation. From a Swedish perspective, the features of China’s approach relative to Sweden’s engagement point to areas of concern, particularly regarding China’s challenge to the relative autonomy of UN bureaucracies and the human rights agenda. At the same time, there might be potential opportunities for closer coordination – notably with regard to the two countries’ complementary funding practices – in a moment of extraordinary upheaval at the UN.
The members of the World Trade Organization (WTO) gathered for the past few days in the capital of Cameroon for their biennial ministerial conference. Before the 14th Ministerial Conference (MC14), sober pragmatism seemed possible. After four days of tense but fruitless negotiations in Yaoundé, sobering pragmatism carried the day. And both assessments still sit at the positive end of the evaluative spectrum.
Bonn, 30. März 2026. Die Blockade der Straße von Hormus verdeutlicht die Anfälligkeit von globalen Düngemittel-Lieferketten für Störungen. Wasserstofftechnologien ermöglichen die lokale Produktion mit erneuerbaren Energien.
Im März 2026 schloss der Iran nach Angriffen durch Israel und die USA die Straße von Hormus. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben, da die Meerenge zentral für den Öl- und Gastransport ist und die Preise steigen würden. Weniger Beachtung fanden bislang die Nahrungsmittelproduktion und die Ernährungssicherheit im Globalen Süden, insbesondere in Asien und Subsahara-Afrika, aber auch in Brasilien. Das sich abzeichnende Problem ist eng mit der Düngemittelversorgung verknüpft, insbesondere mit Stickstoffpräparaten. Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) sind essenzielle Makronährstoffe, wobei Stickstoffdünger weltweit, auch in Afrika, die größte Bedeutung haben. Die globalen Lieferketten für Phosphor und Kalium greifen auf Lagerstätten in Marokko und Kanada zurück, während Stickstoffdünger nicht aus natürlichen Vorkommen stammen. Früher wurden Quellen wie Gülle, Kompost, Guano und chilenischer Salpeter genutzt, um Nutzpflanzen mit Stickstoff zu versorgen. Diese waren jedoch knapp und reichten für die wachsende Weltbevölkerung nicht aus.
Eine entscheidende Innovation stellte das früh im 20. Jahrhundert entwickelte Haber-Bosch-Verfahren (HBV) dar. Heute werden rund 98 % des Ammoniaks so hergestellt, was enorme Ertragssteigerungen ermöglicht hat. Dabei wird Ammoniak (NH₃) aus Wasserstoff (H₂) und Stickstoff (N₂) hergestellt. Während Stickstoff relativ einfach aus der Luft abgeschieden werden kann, ist dies für Wasserstoff nicht möglich, da seine Konzentration in der Atmosphäre sehr gering ist. Stattdessen dominiert die Dampfreformierung von Methan (Steam Methane Reforming, SMR), bei der Erdgas unter hohem Druck und hoher Temperatur mit Wasserdampf umgesetzt wird. Dabei wird Wasserstoff (H₂) gewonnen und CO₂ freigesetzt. Nahezu die gesamte Ammoniakproduktion ist weiterhin von Erdgas und dem traditionellen HBV abhängig, was zwei Probleme verursacht: Erstens müssen die Treibhausgasemissionen der konventionellen Stickstoffdüngerproduktion deutlich reduziert werden. Zweitens ergeben sich sehr lange Lieferketten: Von weltweit lediglich rund 500 NH₃-Anlagen, die an Gasfelder oder Pipelines gebunden sind, gelangen die Produkte über Importhäfen zum landwirtschaftlichen Betrieb. Wie anfällig diese Strukturen sind, lässt sich derzeit beobachten. Auch wirken sich Schwankungen der Erdgaspreise unmittelbar auf die Preise von Düngemitteln aus.
Geringer Düngemitteleinsatz in AfrikaDer weltweite Düngemitteleinsatz stieg von 55 kg/ha im Jahr 1972 auf 134 kg/ha im Jahr 2022 – mit erheblichen regionalen Unterschieden. Im Jahr 2022 wurden in Ostasien durchschnittlich 321 kg/ha, in Lateinamerika 187 kg/ha und in der EU 124 kg/ha ausgebracht. In Subsahara-Afrika hingegen blieb der Düngemitteleinsatz mit durchschnittlich 18 kg/ha sehr gering (1972: 10 kg/ha). Daten der FAO zeigen, dass Afrika die geringste Ernährungssicherheit aller Weltregionen aufweist, unter anderem aufgrund von Konflikten, Naturkatastrophen, dem Klimawandel und der COVID-19-Pandemie. Aber auch der geringe Düngemitteleinsatz verschärft die Ernährungsunsicherheit. Eine unzureichende Nährstoffversorgung verringert Erträge, Nährstoffgehalt und die für die Bodengesundheit wichtige Biomasse. Zugleich kann sinkende Bodenfruchtbarkeit zur Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen und zur Entwaldung beitragen.
Zwei Erklärungen der Afrikanischen Union (AU) griffen dieses Problem auf: Die Abuja-Erklärung (2006) setzte ein Ziel von 50 kg/ha bis 2015, das jedoch deutlich verfehlt wurde. Der Entwurf der Nairobi-Erklärung (2024) bekräftigte dieses Ziel, integrierte es jedoch in umfassendere Strategien zur Bodengesundheit und bezog mineralische und organische Düngemittel ein.
Technologische Innovationen für die lokale Ammoniakproduktion und eine geringere Abhängigkeit von LieferkettenEin vielversprechender Ansatz ist die dezentrale, klimaneutrale Produktion von Ammoniak auf Basis eines elektrifizierten HBV, das mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Diese Technologien haben bereits einen hohen Reifegrad erreicht; eine erste Anlage wurde auf einem exportorientierten Großbetrieb in Kenia installiert. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass solche Lösungen in wenigen Jahren wettbewerbsfähig werden und erheblich zur Ernährungssicherheit beitragen könnten, insbesondere in „unterdüngten“ afrikanischen Ländern.
Eine weitere Technologie, die sich derzeit noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet, ist die Rückgewinnung von Ammoniak aus Abwasser. Dieser Ansatz ist auch für die Bewältigung eines weiteren Problems in vielen afrikanischen Ländern relevant: der Eutrophierung von Gewässern infolge übermäßiger Stickstoffeinträge in Oberflächen- und Grundwasser, ein Problem, das durch das rasante Bevölkerungswachstum weiter verschärft wird.
Kleinere Ammoniakprojekte, etwa im Rahmen öffentlich-privater Partnerschaften, könnten zusammen mit Genossenschaften oder ländlichen Gemeinden umgesetzt werden. Entwicklungsprogramme könnten diese Innovationen im Sinne der Nairobi-Erklärung mit Initiativen zur landwirtschaftlichen Entwicklung und zur Bodengesundheit verbinden. Darüber hinaus ist elektrolysebasiertes Ammoniak zwar ein nahezu klimaneutrales Produkt, dessen Handhabung, Transport und Lagerung jedoch weiterhin anspruchsvoll und potenziell gefährlich sind. Dies erfordert entsprechende Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau sowie zur Standardisierung und Qualitätssicherung.
Dr. Andreas Stamm ist Geograph und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsabteilung "Transformation der Wirtschafts- und Sozialsysteme” des German Institute of Development and Sustainability (IDOS).
Dr. Christine Bosch ist Agrarökonomin und derzeit Postdoktorandin in der Abteilung „Sozialer und institutioneller Wandel in der landwirtschaftlichen Entwicklung“ am Hans-Ruthenberg-Institut der Universität Hohenheim.
Fernanda Nan ist eine internationale Wirtschaftsexpertin mit Spezialisierungen in Recht, Nachhaltigkeit, Compliance- und Prüfungsstandards, Circular Economy Agribusiness und Energie. Sie ist Gastdozentin für das Seminar „Accountability, Ethics, and Governance“ an der Hochschule Osnabrück in Deutschland und unterrichtet „Global Sustainability Business“ an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Montevideo (UM).
The People’s Republic of China has recently announced several global governance initiatives, with the Global Development Initiative (GDI) at the forefront. Launched in 2021, the GDI is simultaneously embedded within United Nations (UN) frameworks surrounding the Sustainable Development Goals and supposed to advance ‘true multilateralism’ aligned with China’s broader vision for world order. In doing so, the GDI complicates both ‘status quo’ and ‘revisionist’ interpretations of China’s engagement with global governance, alongside efforts to refine this binary. Bridging historical institutionalism and Neo-Gramscian political economy, we argue that the GDI constitutes a form of ‘institutional layering’ that serves as a component of a broader counter-hegemonic strategy: Rather than displacing existing frameworks, China seeks to embed new practices, principles, and alliances within them to advance its material, ideational, and organizational interests. We demonstrate how the GDI functions as a low-cost, low-risk component of a ‘war of position’ that leverages UN legitimacy while incrementally contesting liberal norms and assess its transformative potential for altering the nature of global (development) governance.
Knowledge brokers have emerged as a key mechanism for facilitating knowledge exchange across institutional and epistemic divides to enable more inclusive, informed, and context-sensitive decision-making. However, despite growing recognition about their value and importance, critical gaps remain related to how knowledge brokers operate that hinders their effectiveness and efficiency in practice. One such gap relates to the ethical dimensions of their work, which remain underexplored and lack formal conceptualization. This perspective addresses this gap by examining the overarching ethical challenges knowledge brokers face, and proposing a set of twelve experientially-derived principles to guide more ethically grounded knowledge brokering. For each principle we also outline a suite of practical behaviours, attitudes and actions to support their realisation in practice. In doing so, our goal is to help recognize and engage with the depth of ethical complexity that knowledge brokers must navigate, support those working in these often-invisible roles, and contribute to a broader conversation about how to strengthen the interface of sustainability science, policy and practice. We conclude by calling for greater institutional support, leadership, and a shift toward ‘ethics by design’ approaches that embed ethical reflection and practices in knowledge brokering efforts from the outset.
It’s certainly hard to imagine relevant agreements being reached that could, in the foreseeable future, bring substantive progress in international relations. Alliances of like-minded states could conceivably coalesce around individual issues, but these mechanisms need to become significantly more professional if they are to operate effectively at the margins of international politics (‘pockets of effectiveness’). Europe and other proponents of multilateral cooperation need to urgently ask themselves what the essence of a new multilateralism might be. The ongoing UN80 reform process focuses on efficiency enhancements and institutional reforms. These are certainly necessary, but if reforms are not guided by a clear normative compass, there is a risk that the political substance of international cooperation could be further diluted.
Die strukturelle Krise der Welthandelsorganisation prägt die kommende Ministerkonferenz. Die WTO braucht dringend einen Fortschritt, um nicht ihre Handlungsfähigkeit zu verlieren, mahnen zwei IDOS-Wissenschaftler.
Betriebliche Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil der Institutsentwicklung am IDOS. Mit dieser Erklärung legen wir erstmals einen freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) für das Jahr 2024 vor. Der Bericht beleuchtet unsere Aktivitäten und Fortschritte in den Bereichen Unternehmensführung, Umwelt und Gesellschaft und zeigt, wie wir nachhaltiges Handeln systematisch in unsere Institutsentwicklung integrieren.
Es fällt tatsächlich schwer, sich relevante internationale Vereinbarungen vorzustellen, die auf absehbare Zeit einen inhaltlichen Fortschritt der internationalen Kooperation bewirken könnten. Allianzen von „like-minded“ Staaten lassen sich bestimmt für einzelne Themen finden, müssten sich aber deutlich professionalisieren, um in den Nischen für funktionierende internationale Kooperation („pockets of effectiveness“) mehr Wirkung zu entfalten. Für Deutschland, Europa und andere Befürworter multilateraler Zusammenarbeit stellt sich daher die dringliche Frage, wie der inhaltliche Kern eines erneuerten Multilateralismus aussehen sollte. Der laufende UN80-Reformprozess fokussiert sich auf Effizienzsteigerungen und institutionelle Reformen. Diese sind zwar sicherlich notwendig, laufen ohne einen klaren normativen Kompass jedoch Gefahr, den politischen Gehalt internationaler Zusammenarbeit weiter zu schwächen.
Handlungsmacht hat sich verschoben – und mit ihr der Multilateralismus Ist der gegenwärtige Moment also Krise oder Chance für internationale Kooperation? Die Antwort lautet: beides. Für viele im Norden stehen etablierte Praktiken klar unter Druck, was ein allgegenwärtiges Krisengefühl erzeugt. Gleichzeitig sehen Akteure im Globalen Süden die Möglichkeit, ein inklusiveres und gerechteres multilaterales System zu gestalten – ein Ziel, das sie seit Langem verfolgen. Was aus nördlicher Perspektive wie ein Zusammenbruch wirkt, kann aus südlicher Sicht als notwendige Anpassung erscheinen. Handlungsmacht hat sich verschoben – ebenso wie die Orte, an denen Kooperation stattfindet. Die Zukunft globaler Kooperation wird weniger in universellen Deklarationen geschrieben werden – und stärker davon abhängen, wer Handlungsmacht ausübt.
Um in der aktuellen weltpolitischen Lage handlungsfähig zu bleiben, müssen Afrikas Volkswirtschaften geschlossen auftreten, meinen die Ökonomen Lukas Kornher und Frederik Stender vom German Institute of Development and Sustainability (IDOS). Eine Stärkung der afrikanischen Freihandelszone (AfCFTA) nach europäischem Vorbild könne dies ermöglichen, schreiben sie im Gastbeitrag.
The Baltic Sea and the North Sea face severe ecological challenges including historic pollution from wars, nutrient input as well as pressures from offshore energy, shipping, and fishing, leaving marine ecosystems highly degraded. Marine industrial expansion furthermore undermines conservation goals. Against this backdrop, more inclusive governance is increasingly gaining attention. Public and stakeholder participation, along with stronger science-policy interfaces, may offer innovative solutions, though outcomes vary widely across political, socio-economic and cultural contexts. This collection of seven empirical studies from various social science disciplines explores how participation, communication, and multi-level institutional frameworks shape existing marine governance towards the protection of marine biodiversity and sustainable ocean uses – and what are major challenges including the proliferation of intensified user conflicts.
Households in Southern Africa often migrate for work, education and services while maintaining economic, social and political ties to their rural homes. Drawing on a survey in seven countries, this policy brief analyses the effects of climate change on, and governance implications of, translocality.
Bonn, 18. März 2026. Für Deutschland und Europa ist es nicht leicht, eine konstruktive Rolle zu spielen. Dennoch sollten sie sich, unabhängig vom Kriegsverlauf, für eine neue Ordnung in Iran einsetzen.
Die Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels auf Iran sind nach Meinung der Jurist*innen völkerrechtswidrig, umgekehrt gilt dies aber auch für die Bombardierung neutraler Drittstaaten durch Iran. Im Iran herrscht weit verbreitete Angst vor den Folgen der Angriffe, viele Iraner*innen begrüßen die Militärschläge aber auch in der Hoffnung auf einen Regime-Wechsel. Dass dieser kommt, ist aber ohne eine Boden-Offensive oder eine Spaltung des iranischen Regimes unwahrscheinlich. Stattdessen drohen Bürgerkrieg, ein noch radikaleres politisches Regime oder der Zerfall des Landes - jeweils mit gravierenden langfristigen Folgen für die Einwohner Irans, die gesamte Region von Afghanistan bis zur Türkei sowie Europa. Nicht zuletzt wäre mit neuen Fluchtbewegungen zu rechnen. Ein längerer Krieg würde mehr zivile Opfer fordern, immense Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur von Iran, aber auch der Nachbarländer verursachen und die Weltwirtschaft stark belasten. Und möglicherweise wird es den USA noch nicht einmal gelingen, ihr anderes Kriegsziel zu erreichen: das iranische Atom-Arsenal zu zerstören.
Was können Deutschland und Europa tun?
Für Deutschland und Europa ist es nicht leicht, in dieser Situation eine konstruktive Rolle zu spielen. Ihr Einfluss auf das Geschehen ist begrenzt, sie haben aber ein ureigenes Interesse daran, dass Iran und die Region nicht noch mehr destabilisiert werden. Darum sollten sie sich unabhängig vom Kriegsverlauf für eine neue Ordnung in Iran einsetzen, die für alle Bevölkerungsgruppen, aber auch Regime-Anhänger akzeptabel ist. Anfangs würde sie sicher manche Wünsche für die Iraner*innen offenlassen. Sie sollte aber für alle Beteiligten ein Mindestmaß an Sicherheit darüber herstellen, was sie voneinander erwarten können. Dafür müsste sie auf einem neuen Gesellschaftsvertrag beruhen, der das wechselseitige Geben und Nehmen zwischen den Akteuren regelt.
Ein neuer Gesellschaftsvertrag in Iran
Die neue iranische Führung müsste zumindest ein Minimum der drei Leistungen erbringen, die üblicherweise von einem Staat erwartet werden und auch von den Iraner*innen in den letzten Protestwellen eingefordert wurden – also den „drei Ps“: (i) protection (Schutz vor Krieg, staatlicher Willkür und Bevormundung, inkl. Kleidervorschriften), (ii) provision (Sicherung von Einkommen, Arbeitsplätzen und bezahlbaren Preisen) und (iii) participation (durch Wahlen, Meinungsfreiheit und Zugang zu sozialen Medien). Dass Iran trotz seiner immensen Erdöl- und Gasvorkommen hierzu schon länger nicht mehr in der Lage war, liegt – an der Selbstbereicherung der Eliten, großzügigen Zuwendungen an die Hizbullah im Libanon, die Hamas in Gaza, das Asad-Regime in Syrien und die Huthi im Jemen und dem Unterhalt von Revolutionsgarden, die vor allem das Regime vor der eigenen Bevölkerung schützen.
Bislang hat jede direkte ausländische Intervention demokratischen Wandel in Iran eher behindert als befördert. Deshalb sollten Deutschland und Europa indirekte Maßnahmen ergreifen – z.B. politische und wirtschaftliche Anreize setzen um einen neuen Gesellschaftsvertrag zwischen Regierung und Volk zu befördern. Gerade Deutschland hatte sich als Gestaltungsmacht in der E3-Gruppe mit Frankreich und dem Vereinigten Königreich z.B. beim Aufsetzen eines Zahlungsmechanismus zur Umgehung illegitimer Drittwirkung von amerikanischen Sanktionen profiliert. Natürlich sind auch die europäischen Länder Teil des Westens. Aber sie sind zuletzt stets so aufgetreten, dass Akteure in Iran Grund haben, ihnen mehr zu trauen als Israel und den USA. Als mögliche zukünftige Wirtschaftspartner können sie Iran auch etwas anbieten. Durch die Wiederaufnahme staatlicher Kreditgarantien könnten sie Investoren ermutigen, Iran bei der Restauration seiner Wasserversorgung und Landwirtschaft und der Anpassung an den Klimawandel zu helfen.
Rolle der Diaspora
In Europa lebt zudem eine große iranische Diaspora, die nach Reformen evtl. wieder in der Heimat investieren würde. Wie schon 1979 beim Sturz des Schah beanspruchen die Auslandsiraner, den politischen Wandel in ihrem Land mitzugestalten. Ob sie dabei einen positiven Beitrag leisten, hängt davon ab, ob sie ihre Diversität anerkennen und die Erfahrungen nutzen, die sie in westlichen Rechtsstaaten gemacht haben. Dazu zählt, dass der neue Gesellschaftsvertrag in Iran auch die im Konflikt Unterlegenen einschließt und statt Rache rechtsstaatliche Verfahren für die Verantwortlichen der jahrzehntelangen Unterdrückung vorsieht.
Stabilisierung der Region
Zugleich sollte sich Deutschland darauf vorbereiten, andere Länder im Nahen Osten zu unterstützen und zu stabilisieren – insbesondere bei der Aufnahme von Geflüchteten. Seit 2012 hat Deutschland Erfahrung mit Krisenreaktion und Stabilisierung gesammelt und u.a. gelernt, wie wichtig es ist, Regierungen und Gemeinden in die Planung der Flüchtlingsunterbringung einzubeziehen. Europa und Iran haben viel zu gewinnen. Sie haben aber auch viel zu verlieren, wenn der derzeitige Krieg ausufert, unsere Nachbarregion weiter destabilisiert wird und schließlich nicht nur Iran zerfällt.
Dr. Bernhard Trautner ist ehemaliger IDOS-wissenschaftlicher Mitarbeiter, Honorarprofessur an der Universität Tübingen und Mitglied des International Board, Bonn International Center for Conflict Studies (BICC).
Prof. Dr. Markus Loewe ist Ökonom, Regionalkoordinator Naher Osten und Nordafrika und Interim-Leiter der Forschungsabteilung "Transformation der Wirtschafts- und Sozialsysteme" am German Institute of Development and Sustainability (IDOS).
International support has failed to keep pace with the growing numbers of refugees and internally displaced persons, thus creating a financing gap between their needs and available resources. The recent US withdrawal from funding development and humanitarian programmes has only compounded this financing gap which has existed for more than a decade.
In response to this, the international community – through Agenda 2030, the Grand Bargain, the 2016 New York Declaration, and the Comprehensive Refugee Response Framework (CRRF) – has advocated for a shift from seeing refugees as emergencies to integrating them into the host countries’ developmental agenda. In Kenya, these policy proposals are most recently being implemented through the Shirika Plan, the Differentiated Assistance (DA) model, and development plans of refugee-hosting counties such as Turkana and Garissa. First, the Shirika Plan is a government-led initiative that was proclaimed in 2023 to realise the socio-economic inclusion of refugees within the local context in line with the progressive provisions of the Refugee Act of 2021. Implementation of this policy is yet to begin as it is pegged on elusive donor funding. Second, the DA model is led by the office of the United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) and the World Food Programme (WFP) and is aligned with the Shirika Plan. The preparatory activities for DA were undertaken throughout 2024 and implementation commenced in August 2025. DA seeks to increase refugee self-reliance through livelihood interventions and providing support based on the specific needs and capabilities of different refugee households as opposed to the previous blanket support that was based on refugee registration status. However, implementation has so far only focussed on reducing aid, without corresponding investment in self-reliance measures.
DA and the Shirika Plan are framed in government and international circles as solutions for addressing funding shortfalls and fostering refugee integration by supporting self-reliance. However, there has been little progress in enhancing refugee self-reliance. At the same time, aid cuts are implemented based on a needs-categorisation of refugee households that proceeds without adequate background information. The lack of alternative livelihoods has exacerbated vulnerabilities and has sparked protests in refugee camps. Emerging evidence points to negative coping mechanisms, including higher school drop-out rates; reported cases of youths joining criminal religious groups; increased conflicts at family level; and rising cases of women becoming sex workers. This Policy Brief highlights the emerging ramifications of implementing DA that is anchored in the provisions contained in the Shirika Plan. The Brief also goes further to suggest recommendations for action to the government of Kenya and the international community.
Key policy messages:
• There is a need to enhance synergy between UNHCR and the Kenyan government such that the state implements the Shirika Plan alongside DA without premising its implementation on donor aid.
• UNHCR needs to obtain more extensive household economic data and involve refugees in deciding who is most vulnerable to more accurately disaggregate refugee households into appropriate categories.
• The Kenyan government and international actors need to closely monitor and address potential nega-tive implications of implementing DA and the Shirika Plan.
Fred Ikanda is a Senior Lecturer in the department of Sociology and Anthropology, Maseno University, Kenya, and associated researcher at IDOS.
Michael Owiso is Director, Odera Akang’o Campus, and Dean, School of Development and Strategic Studies, Maseno University, Kenya, as well as associated researcher at IDOS.
The sobering reality of the Iran war is a reminder that nobody wins when powerful countries violate the UN Charter’s prohibition of international aggression. The violence resulting from the war’s three main players’ pursuit of incompatible political objectives is likely to cause lasting damage to socio-economic development in the Middle East.