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Diplomacy & Defense Think Tank News

Regional favoritism and educational attainment in Africa

We investigate the impact of regional favoritism on educational attainment in Africa. Using geocoded, individual-level survey data from the Demographic and Health Surveys (DHS), we show that men who grew up in areas geographically linked to a national leader attain higher levels of education later in life. In contrast, we observe no beneficial effects of geographical leader connections for women on average; only a subset of women who have additional ethnic ties and are possibly from wealthier families experience such effects. We interpret these results using a discrete choice framework that models decisions regarding whether children continue schooling based on perceived returns to education versus the costs of that education. This framework suggests that preferential educational policies are unlikely to be the primary cause of the higher attainment observed for men and the subset of women mentioned previously. Instead, educational choices appear to respond to expectations of local economic booms in geographically connected regions. Additional evidence, such as regarding the likelihood of skilled employment later in life, supports this interpretation.

Regional favoritism and educational attainment in Africa

We investigate the impact of regional favoritism on educational attainment in Africa. Using geocoded, individual-level survey data from the Demographic and Health Surveys (DHS), we show that men who grew up in areas geographically linked to a national leader attain higher levels of education later in life. In contrast, we observe no beneficial effects of geographical leader connections for women on average; only a subset of women who have additional ethnic ties and are possibly from wealthier families experience such effects. We interpret these results using a discrete choice framework that models decisions regarding whether children continue schooling based on perceived returns to education versus the costs of that education. This framework suggests that preferential educational policies are unlikely to be the primary cause of the higher attainment observed for men and the subset of women mentioned previously. Instead, educational choices appear to respond to expectations of local economic booms in geographically connected regions. Additional evidence, such as regarding the likelihood of skilled employment later in life, supports this interpretation.

Regional favoritism and educational attainment in Africa

We investigate the impact of regional favoritism on educational attainment in Africa. Using geocoded, individual-level survey data from the Demographic and Health Surveys (DHS), we show that men who grew up in areas geographically linked to a national leader attain higher levels of education later in life. In contrast, we observe no beneficial effects of geographical leader connections for women on average; only a subset of women who have additional ethnic ties and are possibly from wealthier families experience such effects. We interpret these results using a discrete choice framework that models decisions regarding whether children continue schooling based on perceived returns to education versus the costs of that education. This framework suggests that preferential educational policies are unlikely to be the primary cause of the higher attainment observed for men and the subset of women mentioned previously. Instead, educational choices appear to respond to expectations of local economic booms in geographically connected regions. Additional evidence, such as regarding the likelihood of skilled employment later in life, supports this interpretation.

Die Fesseln der Einhörner

Wer als Start-up in Europa zügig und stark wachsen will, stößt schnell an seine Grenzen. Daran ist auch die Politik schuld, Deutschland feiert einen Start-up-Rekord. Immerhin 38 Unicorns, also nicht börsennotierte Unternehmen mit einer Bewertung von mindestens einer Milliarde Dollar, zählt der neu entwickelte Hurun Global Unicorn Index für die Bundesrepublik. An Ideen und Gründergeist mangelt es offenkundig nicht., Dieser Gastbeitrag von Alexander S. Kritikos und Alexander Schiersch ist am 16. Oktober 2026 in der WirtschaftsWoche erschienen., Die Probleme kommen eher in der Wachstumsphase. In späteren Finanzierungsrunden stammen weniger als 15 Prozent des Kapitals von deutschen Investoren. Die Wertschöpfung entsteht bei uns, aber die Kontrolle wandert nach London, New York und ins Silicon Valley. Genau hier liegt ein europäisches ...

Diese Wut kann auch in Deutschland ausbrechen

Wenn Menschen das Gefühl haben, es nicht mehr zu schaffen, entsteht daraus eine enorme Wut. Die Politik muss gezielt helfen, statt Signale an die Falschen zu senden. , Frankreich brennt, auch in Griechenland gibt es Demonstrationen. Was Anfang Oktober als Schülerprotest gegen marode Schulen begann, ist am vergangenen Wochenende zu landesweiten Massenprotesten gegen die explodierenden Lebenshaltungskosten geworden: mehr als eine halbe Million Menschen auf den ...

Regeneration der Städte – aber für wen?

Bonn, 23.10.2026.Die Wohnungskrise gewinnt immer mehr an politischer Bedeutung und gehört zu den drängendsten sozialen Fragen unserer Zeit. Im September 2026 feierte Die Linke in Berlin einen deutlichen Wahlsieg, nachdem sie bezahlbaren Wohnraum und die Enteignung von Immobilienkonzernen zum zentralen Wahlkampfthema gemacht hatte. Nur wenige Tage später führte die Zwangsräumung von Maricarmen Abascal in Madrid zu einer Regierungskrise und vorgezogenen Parlamentswahlen. In Südafrika hat eine geplante Änderung des nach dem Ende der Apartheid verabschiedeten Gesetzes gegen Zwangsräumungen in mehreren Großstädten Proteste ausgelöst und dürfte den Ausgang der Kommunalwahlen im November maßgeblich beeinflussen. 

Passend dazu ist der diesjährige Weltstädtetag am 31. Oktober dem Thema „Regeneration der Städte: Angemessener Wohnraum für alle“ gewidmet. Im World Cities Report 2026 bezeichnet das Wohn- und Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen UN-Habitat den Zugang zu bezahlbarem und angemessenem Wohnraum als „eine der am schwersten zu bewältigenden und komplexesten globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“. Zugleich betont der Bericht, wie entscheidend Wohnraum für das sozioökonomische Wohlergehen, die menschliche Gesundheit, Bildung, Mobilität und soziale Inklusion ist.

Laut UN-Habitat hat die Wohnungskrise ein beispielloses Ausmaß erreicht. Weltweit wenden 44 % der Haushalte mehr als 30 % ihres Einkommens für Wohnen auf. Da Wohnraum in vielen Städten zum Spekulationsobjekt geworden ist – mit politisch begünstigenden Rahmenbedingungen – explodieren die Wohnkosten. Die Folgen dieser Finanzialisierung sind unbezahlbare Mieten, beengte Wohnverhältnisse und zunehmende Obdachlosigkeit. Derzeit haben fast 3,4 Mrd. Menschen keinen Zugang zu adäquatem Wohnraum – so viele wie nie zuvor. Über eine Milliarde Menschen leben in informellen Siedlungen, in baufälligen Unterkünften ohne funktionierende Grundversorgung oder in unsicheren Wohnverhältnissen. UN-Habitat zufolge wurden von 2003 bis 2023 weltweit mindestens 64 Millionen Menschen im Zuge von Stadtentwicklungsprozessen zwangsgeräumt.

Die Wohnungskrise ist ein globales Phänomen, trifft Subsahara-Afrika jedoch besonders hart. Südafrika ist dafür ein typisches Beispiel. Es gehört zu den Ländern mit der weltweit größten Ungleichheit: Rund 86 % des Vermögens entfallen auf die reichsten 10 % der Bevölkerung. Städte, in denen die Regierung unzureichend formalen, bezahlbaren Wohnraum bereitstellt und große Unternehmen und Finanzinstitute zunehmend den Immobilienmarkt dominieren, sind auch heute noch von den räumlichen Ungleichheiten aus der Apartheid geprägt. Knapp 10 Millionen Menschen (etwa 24 % der Stadtbevölkerung Südafrikas) leben in informellen Siedlungen am Stadtrand oder in den Innenstädten, die meisten von ihnen Schwarze, darunter viele Migrant*innen.

Um räumlichen Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken, hob die Regierung nach dem Ende der Apartheid die Regelungen gegen Landbesetzungen – welche der nicht-weißen Bevölkerung den Zugang zu den Städten und das Recht auf Ansiedlung verwehrt hatten – durch neue Gesetze auf. Das 1998 verabschiedete Gesetz zur Verhinderung illegaler Räumungen (PIE Act) entkriminalisierte die Besetzung von Grundstücken und verbot Räumungen ohne ordnungsgemäßes Verfahren und alternative Unterbringung. Aktuell bereitet die Regierung jedoch eine Gesetzesnovelle vor, welche die Position von Menschen schwächt, die nach einer Räumung von Obdachlosigkeit bedroht sind, und zugleich die Sanktionen bei Grundstücksbesetzungen ausweitet. Zudem drohen zivilgesellschaftlichen Organisationen Strafen, wenn sie sich mit den betroffenen Gemeinschaften solidarisieren und ihnen rechtlich beistehen, ihnen unterstellend, sie würden zu diesen Besetzungen „anstiften“.

Darin spiegelt sich ein Trend wider, der Wohnungskrise mit Zwangsräumungen und Polizeieinsätzen zu begegnen, anstatt das verfassungsrechtlich verankerte Recht auf Wohnen umzusetzen. Eigentlich garantieren südafrikanische Gesetze den Schutz von Betroffenen und bekennen sich zur Verbesserung informeller Siedlungen, um die Grundversorgung bereitzustellen und sicheren Wohnraum zu schaffen. Diese Vorkehrungen verkommen jedoch zur Farce, da die Regierung geräumten Gemeinschaften alternativen Wohnraum verweigert – es sei denn, sie wird vor Gericht dazu verpflichtet. Mitunter werden Wohneinheiten auch ohne gerichtliche Anordnung abgerissen oder geräumt, um Besetzungen oder die weitere Ausbreitung informeller Siedlungen zu verhindern. Regierungsmitglieder brandmarkten die Bewohner*innen informeller Siedlungen zuletzt als Feinde und machten Migrant*innen ohne Aufenthaltsstatus für das Wachstum dieser Viertel verantwortlich. 

Letztlich geht es um mehr als Wohnraum – in Südafrika wie weltweit. Städtische Regeneration wirft tiefgreifende politische Fragen auf: Wer hat das Recht zu bleiben, dazuzugehören und die Stadt mitzugestalten? Wie kann urbaner sozialer Zusammenhalt und die Inklusion (von Migrant*innen) gestärkt werden? In ihrem neuen Strategieplan betont UN-Habitat die soziale Funktion von Land und Wohnraum für alle – anstatt die eines Luxusgutes für wenige. Wie das Beispiel Südafrika zeigt, reichen solide Gesetze und gute politische Ansätze allein dafür nicht aus. Es braucht auch politischen Willen und die passenden Instrumente für eine rechtebasierte Umsetzung sowie eine wirksame Regulierung. 

Nomzamo Zondo ist Anwältin für Menschenrechte und Direktorin des Socio-Economic Rights Institute of South Africa (SERI).

Dr. Eva Dick ist Fachreferentin für städtische Entwicklung in der Abteilung Afrika/Naher Osten bei Misereor und assoziierte Wissenschaftlerin des German Institute of Development and Sustainability (IDOS). 

Dr. Jacqueline Wingens ist Referentin für gerechte Stadtentwicklung bei Misereor und assoziierte Wissenschaftlerin am IDOS.

Regeneration der Städte – aber für wen?

Bonn, 23.10.2026.Die Wohnungskrise gewinnt immer mehr an politischer Bedeutung und gehört zu den drängendsten sozialen Fragen unserer Zeit. Im September 2026 feierte Die Linke in Berlin einen deutlichen Wahlsieg, nachdem sie bezahlbaren Wohnraum und die Enteignung von Immobilienkonzernen zum zentralen Wahlkampfthema gemacht hatte. Nur wenige Tage später führte die Zwangsräumung von Maricarmen Abascal in Madrid zu einer Regierungskrise und vorgezogenen Parlamentswahlen. In Südafrika hat eine geplante Änderung des nach dem Ende der Apartheid verabschiedeten Gesetzes gegen Zwangsräumungen in mehreren Großstädten Proteste ausgelöst und dürfte den Ausgang der Kommunalwahlen im November maßgeblich beeinflussen. 

Passend dazu ist der diesjährige Weltstädtetag am 31. Oktober dem Thema „Regeneration der Städte: Angemessener Wohnraum für alle“ gewidmet. Im World Cities Report 2026 bezeichnet das Wohn- und Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen UN-Habitat den Zugang zu bezahlbarem und angemessenem Wohnraum als „eine der am schwersten zu bewältigenden und komplexesten globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“. Zugleich betont der Bericht, wie entscheidend Wohnraum für das sozioökonomische Wohlergehen, die menschliche Gesundheit, Bildung, Mobilität und soziale Inklusion ist.

Laut UN-Habitat hat die Wohnungskrise ein beispielloses Ausmaß erreicht. Weltweit wenden 44 % der Haushalte mehr als 30 % ihres Einkommens für Wohnen auf. Da Wohnraum in vielen Städten zum Spekulationsobjekt geworden ist – mit politisch begünstigenden Rahmenbedingungen – explodieren die Wohnkosten. Die Folgen dieser Finanzialisierung sind unbezahlbare Mieten, beengte Wohnverhältnisse und zunehmende Obdachlosigkeit. Derzeit haben fast 3,4 Mrd. Menschen keinen Zugang zu adäquatem Wohnraum – so viele wie nie zuvor. Über eine Milliarde Menschen leben in informellen Siedlungen, in baufälligen Unterkünften ohne funktionierende Grundversorgung oder in unsicheren Wohnverhältnissen. UN-Habitat zufolge wurden von 2003 bis 2023 weltweit mindestens 64 Millionen Menschen im Zuge von Stadtentwicklungsprozessen zwangsgeräumt.

Die Wohnungskrise ist ein globales Phänomen, trifft Subsahara-Afrika jedoch besonders hart. Südafrika ist dafür ein typisches Beispiel. Es gehört zu den Ländern mit der weltweit größten Ungleichheit: Rund 86 % des Vermögens entfallen auf die reichsten 10 % der Bevölkerung. Städte, in denen die Regierung unzureichend formalen, bezahlbaren Wohnraum bereitstellt und große Unternehmen und Finanzinstitute zunehmend den Immobilienmarkt dominieren, sind auch heute noch von den räumlichen Ungleichheiten aus der Apartheid geprägt. Knapp 10 Millionen Menschen (etwa 24 % der Stadtbevölkerung Südafrikas) leben in informellen Siedlungen am Stadtrand oder in den Innenstädten, die meisten von ihnen Schwarze, darunter viele Migrant*innen.

Um räumlichen Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken, hob die Regierung nach dem Ende der Apartheid die Regelungen gegen Landbesetzungen – welche der nicht-weißen Bevölkerung den Zugang zu den Städten und das Recht auf Ansiedlung verwehrt hatten – durch neue Gesetze auf. Das 1998 verabschiedete Gesetz zur Verhinderung illegaler Räumungen (PIE Act) entkriminalisierte die Besetzung von Grundstücken und verbot Räumungen ohne ordnungsgemäßes Verfahren und alternative Unterbringung. Aktuell bereitet die Regierung jedoch eine Gesetzesnovelle vor, welche die Position von Menschen schwächt, die nach einer Räumung von Obdachlosigkeit bedroht sind, und zugleich die Sanktionen bei Grundstücksbesetzungen ausweitet. Zudem drohen zivilgesellschaftlichen Organisationen Strafen, wenn sie sich mit den betroffenen Gemeinschaften solidarisieren und ihnen rechtlich beistehen, ihnen unterstellend, sie würden zu diesen Besetzungen „anstiften“.

Darin spiegelt sich ein Trend wider, der Wohnungskrise mit Zwangsräumungen und Polizeieinsätzen zu begegnen, anstatt das verfassungsrechtlich verankerte Recht auf Wohnen umzusetzen. Eigentlich garantieren südafrikanische Gesetze den Schutz von Betroffenen und bekennen sich zur Verbesserung informeller Siedlungen, um die Grundversorgung bereitzustellen und sicheren Wohnraum zu schaffen. Diese Vorkehrungen verkommen jedoch zur Farce, da die Regierung geräumten Gemeinschaften alternativen Wohnraum verweigert – es sei denn, sie wird vor Gericht dazu verpflichtet. Mitunter werden Wohneinheiten auch ohne gerichtliche Anordnung abgerissen oder geräumt, um Besetzungen oder die weitere Ausbreitung informeller Siedlungen zu verhindern. Regierungsmitglieder brandmarkten die Bewohner*innen informeller Siedlungen zuletzt als Feinde und machten Migrant*innen ohne Aufenthaltsstatus für das Wachstum dieser Viertel verantwortlich. 

Letztlich geht es um mehr als Wohnraum – in Südafrika wie weltweit. Städtische Regeneration wirft tiefgreifende politische Fragen auf: Wer hat das Recht zu bleiben, dazuzugehören und die Stadt mitzugestalten? Wie kann urbaner sozialer Zusammenhalt und die Inklusion (von Migrant*innen) gestärkt werden? In ihrem neuen Strategieplan betont UN-Habitat die soziale Funktion von Land und Wohnraum für alle – anstatt die eines Luxusgutes für wenige. Wie das Beispiel Südafrika zeigt, reichen solide Gesetze und gute politische Ansätze allein dafür nicht aus. Es braucht auch politischen Willen und die passenden Instrumente für eine rechtebasierte Umsetzung sowie eine wirksame Regulierung. 

Nomzamo Zondo ist Anwältin für Menschenrechte und Direktorin des Socio-Economic Rights Institute of South Africa (SERI).

Dr. Eva Dick ist Fachreferentin für städtische Entwicklung in der Abteilung Afrika/Naher Osten bei Misereor und assoziierte Wissenschaftlerin des German Institute of Development and Sustainability (IDOS). 

Dr. Jacqueline Wingens ist Referentin für gerechte Stadtentwicklung bei Misereor und assoziierte Wissenschaftlerin am IDOS.

Regeneration der Städte – aber für wen?

Bonn, 23.10.2026.Die Wohnungskrise gewinnt immer mehr an politischer Bedeutung und gehört zu den drängendsten sozialen Fragen unserer Zeit. Im September 2026 feierte Die Linke in Berlin einen deutlichen Wahlsieg, nachdem sie bezahlbaren Wohnraum und die Enteignung von Immobilienkonzernen zum zentralen Wahlkampfthema gemacht hatte. Nur wenige Tage später führte die Zwangsräumung von Maricarmen Abascal in Madrid zu einer Regierungskrise und vorgezogenen Parlamentswahlen. In Südafrika hat eine geplante Änderung des nach dem Ende der Apartheid verabschiedeten Gesetzes gegen Zwangsräumungen in mehreren Großstädten Proteste ausgelöst und dürfte den Ausgang der Kommunalwahlen im November maßgeblich beeinflussen. 

Passend dazu ist der diesjährige Weltstädtetag am 31. Oktober dem Thema „Regeneration der Städte: Angemessener Wohnraum für alle“ gewidmet. Im World Cities Report 2026 bezeichnet das Wohn- und Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen UN-Habitat den Zugang zu bezahlbarem und angemessenem Wohnraum als „eine der am schwersten zu bewältigenden und komplexesten globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“. Zugleich betont der Bericht, wie entscheidend Wohnraum für das sozioökonomische Wohlergehen, die menschliche Gesundheit, Bildung, Mobilität und soziale Inklusion ist.

Laut UN-Habitat hat die Wohnungskrise ein beispielloses Ausmaß erreicht. Weltweit wenden 44 % der Haushalte mehr als 30 % ihres Einkommens für Wohnen auf. Da Wohnraum in vielen Städten zum Spekulationsobjekt geworden ist – mit politisch begünstigenden Rahmenbedingungen – explodieren die Wohnkosten. Die Folgen dieser Finanzialisierung sind unbezahlbare Mieten, beengte Wohnverhältnisse und zunehmende Obdachlosigkeit. Derzeit haben fast 3,4 Mrd. Menschen keinen Zugang zu adäquatem Wohnraum – so viele wie nie zuvor. Über eine Milliarde Menschen leben in informellen Siedlungen, in baufälligen Unterkünften ohne funktionierende Grundversorgung oder in unsicheren Wohnverhältnissen. UN-Habitat zufolge wurden von 2003 bis 2023 weltweit mindestens 64 Millionen Menschen im Zuge von Stadtentwicklungsprozessen zwangsgeräumt.

Die Wohnungskrise ist ein globales Phänomen, trifft Subsahara-Afrika jedoch besonders hart. Südafrika ist dafür ein typisches Beispiel. Es gehört zu den Ländern mit der weltweit größten Ungleichheit: Rund 86 % des Vermögens entfallen auf die reichsten 10 % der Bevölkerung. Städte, in denen die Regierung unzureichend formalen, bezahlbaren Wohnraum bereitstellt und große Unternehmen und Finanzinstitute zunehmend den Immobilienmarkt dominieren, sind auch heute noch von den räumlichen Ungleichheiten aus der Apartheid geprägt. Knapp 10 Millionen Menschen (etwa 24 % der Stadtbevölkerung Südafrikas) leben in informellen Siedlungen am Stadtrand oder in den Innenstädten, die meisten von ihnen Schwarze, darunter viele Migrant*innen.

Um räumlichen Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken, hob die Regierung nach dem Ende der Apartheid die Regelungen gegen Landbesetzungen – welche der nicht-weißen Bevölkerung den Zugang zu den Städten und das Recht auf Ansiedlung verwehrt hatten – durch neue Gesetze auf. Das 1998 verabschiedete Gesetz zur Verhinderung illegaler Räumungen (PIE Act) entkriminalisierte die Besetzung von Grundstücken und verbot Räumungen ohne ordnungsgemäßes Verfahren und alternative Unterbringung. Aktuell bereitet die Regierung jedoch eine Gesetzesnovelle vor, welche die Position von Menschen schwächt, die nach einer Räumung von Obdachlosigkeit bedroht sind, und zugleich die Sanktionen bei Grundstücksbesetzungen ausweitet. Zudem drohen zivilgesellschaftlichen Organisationen Strafen, wenn sie sich mit den betroffenen Gemeinschaften solidarisieren und ihnen rechtlich beistehen, ihnen unterstellend, sie würden zu diesen Besetzungen „anstiften“.

Darin spiegelt sich ein Trend wider, der Wohnungskrise mit Zwangsräumungen und Polizeieinsätzen zu begegnen, anstatt das verfassungsrechtlich verankerte Recht auf Wohnen umzusetzen. Eigentlich garantieren südafrikanische Gesetze den Schutz von Betroffenen und bekennen sich zur Verbesserung informeller Siedlungen, um die Grundversorgung bereitzustellen und sicheren Wohnraum zu schaffen. Diese Vorkehrungen verkommen jedoch zur Farce, da die Regierung geräumten Gemeinschaften alternativen Wohnraum verweigert – es sei denn, sie wird vor Gericht dazu verpflichtet. Mitunter werden Wohneinheiten auch ohne gerichtliche Anordnung abgerissen oder geräumt, um Besetzungen oder die weitere Ausbreitung informeller Siedlungen zu verhindern. Regierungsmitglieder brandmarkten die Bewohner*innen informeller Siedlungen zuletzt als Feinde und machten Migrant*innen ohne Aufenthaltsstatus für das Wachstum dieser Viertel verantwortlich. 

Letztlich geht es um mehr als Wohnraum – in Südafrika wie weltweit. Städtische Regeneration wirft tiefgreifende politische Fragen auf: Wer hat das Recht zu bleiben, dazuzugehören und die Stadt mitzugestalten? Wie kann urbaner sozialer Zusammenhalt und die Inklusion (von Migrant*innen) gestärkt werden? In ihrem neuen Strategieplan betont UN-Habitat die soziale Funktion von Land und Wohnraum für alle – anstatt die eines Luxusgutes für wenige. Wie das Beispiel Südafrika zeigt, reichen solide Gesetze und gute politische Ansätze allein dafür nicht aus. Es braucht auch politischen Willen und die passenden Instrumente für eine rechtebasierte Umsetzung sowie eine wirksame Regulierung. 

Nomzamo Zondo ist Anwältin für Menschenrechte und Direktorin des Socio-Economic Rights Institute of South Africa (SERI).

Dr. Eva Dick ist Fachreferentin für städtische Entwicklung in der Abteilung Afrika/Naher Osten bei Misereor und assoziierte Wissenschaftlerin des German Institute of Development and Sustainability (IDOS). 

Dr. Jacqueline Wingens ist Referentin für gerechte Stadtentwicklung bei Misereor und assoziierte Wissenschaftlerin am IDOS.

Regieren durch Ziele

SWP - Mon, 26/10/2026 - 01:00

In der internationalen Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik setzen die UN‑Mitgliedstaaten auf das Governance-Modell des Regierens durch Ziele. Datenberichte zu Klima, Biodiversität und den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) belegen jedoch, dass globale Ziele massiv verfehlt werden. Die vorliegende Analyse identifiziert Stärken und Schwächen des Regie­rens durch Ziele. Dazu gehört die vergleichsweise einfache Einigung bei gleichzeitig schwachen Rechenschaftspflichten, des Weiteren die mangel­hafte politische Priorisierung, insbesondere was Anreize, Maßnahmen und Lastenteilung angeht. Viele der Probleme stellen keineswegs vorübergehende Kinderkrank­heiten dar, sondern sind bewusst gewählte Designelemente des Governance-Modells. Trotz dieser Einschränkungen hat das Regieren durch Ziele relevante Effekte: Die Ziele wecken Aufmerksamkeit, bieten Orientierung und geben Anlass für eine jährliche Standortbestimmung. Es gilt nun, politische Blockaden offenzulegen und eine faire Lastenteilung anzustreben, wirksame Anreize für Nachhaltigkeit zu setzen sowie entsprechende Kapazitäten und Vorreiterallianzen zu stärken. Die Vereinten Nationen stehen unter politischem und finanziellem Druck. Insbesondere dass die Trump-Administration bilaterale »Deals« bevorzugt, das Völkerrecht missachtet und sogar weiche Formen des globalen Regierens ablehnt, unterminiert das multilaterale Regieren durch Ziele. Gemeinsame multilaterale Ziele bieten Deutschland und der EU eine Grund­lage, um neue Kooperationsformate zu entwickeln. In einer zunehmend polarisierten Welt wäre es daher klug, die SDGs trotz aller Schwächen auch »beyond 2030« als Basis für internationale Kooperation zu bewahren.

Le sommet Corée du Nord–États-Unis de 2026 : que négocier et que préserver ?

IRIS - Fri, 23/10/2026 - 18:00
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Le présent texte est une version partiellement révisée et complétée de l’article publié dans Sejong Focus le 4 septembre 2026.

L’un des principaux facteurs susceptibles de déterminer l’évolution de la péninsule coréenne au second semestre 2026 est la volonté de plus en plus ouvertement affichée par le président américain Donald Trump de renouer avec la diplomatie des sommets avec Kim Jong-un, président de la Commission des affaires d’État de la Corée du Nord. Le 16 août, en ordonnant une réduction substantielle des exercices militaires conjoints entre la Corée du Sud et les États-Unis, Donald Trump a directement évoqué sa « très bonne relation » avec Kim Jong-un ; trois jours plus tard, il a publiquement déclaré vouloir le rencontrer avant la fin de l’année. Ces déclarations dépassent le registre de la simple rhétorique : elles montrent que la Maison-Blanche a inscrit la possibilité d’un sommet à son agenda diplomatique concret.

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Irans Nukleardoktrin im Wandel

SWP - Fri, 23/10/2026 - 10:21

Israel und die USA haben Iran innerhalb von acht Monaten zweimal militärisch angegriffen. Die Militäroperationen haben das iranische Atomprogramm zwar zurück­geworfen, das Proliferationsrisiko aber nicht beseitigt. Noch immer verfügt die Islamische Repu­blik über das technische Wissen, das Spaltmaterial und die grundlegende Anreicherungskapazität, das Atomprogramm wieder auszuweiten. Derweil ist der Anreiz in Teheran für den Bau von Nuklearwaffen gestiegen. Darauf deutet auch der iranische Diskurs hin, in dem die atomare Bewaffnung von einer rand­ständigen Forderung zu einem breiten politischen Anliegen geworden ist. In ihrer Nuklear­­doktrin setzt die Islamische Republik nicht länger auf Latenz, sondern gezielt auf Ambiguität. Obwohl das Proliferationsrisiko hoch bleibt, ist es den USA nicht gelun­gen, in laufenden Verhandlungen Fortschritte zu erzielen. Das macht ein ergänzendes europäisches Engagement umso dringlicher.

Why European Union’s new security strategy needs a Middle East horizon

ELIAMEP - Thu, 22/10/2026 - 13:47
  • The Middle East is on European Union’s security agenda, not yet in its new strategy. On 28 September 2026, the High Representative grouped Hormuz, the Bab el-Mandeb and the Black Sea as “critical maritime choke points”; the EEAS scoping paper of March 2026 on the new strategy named no southern region.
  • European exposure to the region is direct. Migration, organised crime, energy and connectivity tie European economies and domestic politics to the region.
  • Europe is present across the region but codifies downwards and ex post. Its missions and frameworks each draw their own map of the region, and southern shocks are answered with what 27 governments can agree upon. Over Hormuz, the EU produced sanctions and an energy letter; the naval response came from a coalition outside the EU.C
  • European divergences make improvisation costly. ASPIDES has relied on a handful of contributors, and past naval operations saw member states suspend or withdraw their participation; the response must be agreed in advance.
  • The two theatres are one contest, and the method allowing earlier action already exists. A strategy that files the South under energy costs and migration weakens its own eastern priority. The integrated approach, defined by the Council in 2018, prescribes regional and preventive action; the EU should apply it to the Middle East.
  • Five recommendations for the strategy. Name the Middle East and the Gulf as the southern dimension of the eastern priority. Set regional objectives to 2030 and place the existing frameworks under them. Make anticipation a principle and give every task its means. Operationalise Article 44 TEU so that willing member states act inside the EU framework rather than beside it. Make solidarity and partnership direction-neutral, from the Emergency Security Protocol and EU-NATO cooperation to a standing EU-GCC security mechanism, to be launched at the rescheduled EU-GCC summit.

Read here in pdf the Policy paper by Andreas C. Hatzidiakos, Research Fellow, ELIAMEP and Constantine Capsaskis, Research Fellow, ELIAMEP.

 

Tankrabatt-Monitor: Weitergabe zuletzt wieder etwas höher

Drei Wochen nach Einführung des Tankrabatts zieht Wettbewerbsexperte Tomaso Duso, Leiter der Abteilung Unternehmen und Märkte im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Zwischenbilanz. Täglich verfolgt der Tankrabatt-Monitor des DIW Berlin die Preisentwicklung für Benzin und Diesel ...

Der »Sicherheitsschild der Amerikas«

SWP - Thu, 22/10/2026 - 09:13

Mit dem »Sicherheitsschild der Amerikas« (Shield of the Americas) haben die USA eine Initiative auf den Weg gebracht, die Maßnahmen zur Drogen­bekämpfung, zur militärischen Zusammenarbeit und zur Veränderung des geopolitischen Wettbewerbs in einem einzigen Rahmen verbindet. Die Trump-Administration verfolgt damit ein hemi­sphärisches Ordnungskonzept unter eigener Führung, das zugleich auf die ideologische Verbundenheit der Partner setzt, um die Kooperation im multilateralen Rahmen zu vertiefen und Lieferketten sowie die Rohstoffversorgung zu sichern. Es bleiben jedoch viele Fragezeichen hinsichtlich der Verbindlichkeit der Vereinbarung und der Effektivität der Kooperation, da kein Aktionsplan entwickelt wurde und auch keine nachfolgenden Implementierungsschritte festgelegt worden sind. Außen­politisch binden sich Lateinamerika und die Karibik damit zwar stärker an Washington, doch werden wichtige Staaten der Region auch weiterhin Europa als Diversi­fizierungspartner wirtschaftlich und politisch in den Blick nehmen.

Meziane Ighil contredit Madjer : « Belmadi a gagné la CAN 2019 seul » (vidéo)

Algérie 360 - Wed, 21/10/2026 - 19:11

La polémique sur la paternité de la Coupe d’Afrique des nations 2019 vient de connaître un nouvel épisode. Invité d’une émission sportive de la chaîne […]

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Massacre du 17 octobre 1961 : le documentaire censuré «Octobre à Paris» retrouve les salles françaises

Algérie 360 - Wed, 21/10/2026 - 17:59

Censuré pendant des décennies, le documentaire historique Octobre à Paris ressort en salles françaises ce mercredi 21 octobre. Tourné par Jacques Panijel au lendemain du […]

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Consulter un spécialiste sans se déplacer : cette wilaya donne le coup d’envoi de la « télémédecine »

Algérie 360 - Wed, 21/10/2026 - 17:54

Le directeur général de la digitalisation au ministère de la Santé, Mouhoub Messaoudi, a révélé aujourd’hui le lancement officiel de la phase expérimentale du service […]

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Reviewing the implementation design of energy subsidy reforms: insights from novel cross-country data

Over the past two decades, energy subsidy reforms have increasingly gained importance as mitigation measures to fight climate change. Still, many countries subsidize fossil energy consumption, and reforms are often short-lived. This paper presents harmonized cross-country data on the design of energy subsidy reforms, obtained from a structured literature review of both implemented and failed consumption subsidy reforms between 1978 and 2021. This standardized data enables the identification and validation of key design characteristics, including the motivation for reform, the use of gradual approaches, communication strategies, pricing mechanisms, and social protection measures, as well as their use in implementing reforms. The data highlight significant regional heterogeneity and emphasize the importance of context-specificity in shaping reform designs. The study also demonstrates the connection between key aspects of reform design and reform implementation, as well as associations with subsidy levels. It offers lessons for middle-income countries, especially those planning to implement carbon pricing policies. Lastly, this paper lays the groundwork for future research to explore these factors in greater detail; one avenue is to link design characteristics and political economy factors.

Reviewing the implementation design of energy subsidy reforms: insights from novel cross-country data

Over the past two decades, energy subsidy reforms have increasingly gained importance as mitigation measures to fight climate change. Still, many countries subsidize fossil energy consumption, and reforms are often short-lived. This paper presents harmonized cross-country data on the design of energy subsidy reforms, obtained from a structured literature review of both implemented and failed consumption subsidy reforms between 1978 and 2021. This standardized data enables the identification and validation of key design characteristics, including the motivation for reform, the use of gradual approaches, communication strategies, pricing mechanisms, and social protection measures, as well as their use in implementing reforms. The data highlight significant regional heterogeneity and emphasize the importance of context-specificity in shaping reform designs. The study also demonstrates the connection between key aspects of reform design and reform implementation, as well as associations with subsidy levels. It offers lessons for middle-income countries, especially those planning to implement carbon pricing policies. Lastly, this paper lays the groundwork for future research to explore these factors in greater detail; one avenue is to link design characteristics and political economy factors.

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