We investigate the impact of regional favoritism on educational attainment in Africa. Using geocoded, individual-level survey data from the Demographic and Health Surveys (DHS), we show that men who grew up in areas geographically linked to a national leader attain higher levels of education later in life. In contrast, we observe no beneficial effects of geographical leader connections for women on average; only a subset of women who have additional ethnic ties and are possibly from wealthier families experience such effects. We interpret these results using a discrete choice framework that models decisions regarding whether children continue schooling based on perceived returns to education versus the costs of that education. This framework suggests that preferential educational policies are unlikely to be the primary cause of the higher attainment observed for men and the subset of women mentioned previously. Instead, educational choices appear to respond to expectations of local economic booms in geographically connected regions. Additional evidence, such as regarding the likelihood of skilled employment later in life, supports this interpretation.
We investigate the impact of regional favoritism on educational attainment in Africa. Using geocoded, individual-level survey data from the Demographic and Health Surveys (DHS), we show that men who grew up in areas geographically linked to a national leader attain higher levels of education later in life. In contrast, we observe no beneficial effects of geographical leader connections for women on average; only a subset of women who have additional ethnic ties and are possibly from wealthier families experience such effects. We interpret these results using a discrete choice framework that models decisions regarding whether children continue schooling based on perceived returns to education versus the costs of that education. This framework suggests that preferential educational policies are unlikely to be the primary cause of the higher attainment observed for men and the subset of women mentioned previously. Instead, educational choices appear to respond to expectations of local economic booms in geographically connected regions. Additional evidence, such as regarding the likelihood of skilled employment later in life, supports this interpretation.
We investigate the impact of regional favoritism on educational attainment in Africa. Using geocoded, individual-level survey data from the Demographic and Health Surveys (DHS), we show that men who grew up in areas geographically linked to a national leader attain higher levels of education later in life. In contrast, we observe no beneficial effects of geographical leader connections for women on average; only a subset of women who have additional ethnic ties and are possibly from wealthier families experience such effects. We interpret these results using a discrete choice framework that models decisions regarding whether children continue schooling based on perceived returns to education versus the costs of that education. This framework suggests that preferential educational policies are unlikely to be the primary cause of the higher attainment observed for men and the subset of women mentioned previously. Instead, educational choices appear to respond to expectations of local economic booms in geographically connected regions. Additional evidence, such as regarding the likelihood of skilled employment later in life, supports this interpretation.
Bonn, 23.10.2026.Die Wohnungskrise gewinnt immer mehr an politischer Bedeutung und gehört zu den drängendsten sozialen Fragen unserer Zeit. Im September 2026 feierte Die Linke in Berlin einen deutlichen Wahlsieg, nachdem sie bezahlbaren Wohnraum und die Enteignung von Immobilienkonzernen zum zentralen Wahlkampfthema gemacht hatte. Nur wenige Tage später führte die Zwangsräumung von Maricarmen Abascal in Madrid zu einer Regierungskrise und vorgezogenen Parlamentswahlen. In Südafrika hat eine geplante Änderung des nach dem Ende der Apartheid verabschiedeten Gesetzes gegen Zwangsräumungen in mehreren Großstädten Proteste ausgelöst und dürfte den Ausgang der Kommunalwahlen im November maßgeblich beeinflussen.
Passend dazu ist der diesjährige Weltstädtetag am 31. Oktober dem Thema „Regeneration der Städte: Angemessener Wohnraum für alle“ gewidmet. Im World Cities Report 2026 bezeichnet das Wohn- und Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen UN-Habitat den Zugang zu bezahlbarem und angemessenem Wohnraum als „eine der am schwersten zu bewältigenden und komplexesten globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“. Zugleich betont der Bericht, wie entscheidend Wohnraum für das sozioökonomische Wohlergehen, die menschliche Gesundheit, Bildung, Mobilität und soziale Inklusion ist.
Laut UN-Habitat hat die Wohnungskrise ein beispielloses Ausmaß erreicht. Weltweit wenden 44 % der Haushalte mehr als 30 % ihres Einkommens für Wohnen auf. Da Wohnraum in vielen Städten zum Spekulationsobjekt geworden ist – mit politisch begünstigenden Rahmenbedingungen – explodieren die Wohnkosten. Die Folgen dieser Finanzialisierung sind unbezahlbare Mieten, beengte Wohnverhältnisse und zunehmende Obdachlosigkeit. Derzeit haben fast 3,4 Mrd. Menschen keinen Zugang zu adäquatem Wohnraum – so viele wie nie zuvor. Über eine Milliarde Menschen leben in informellen Siedlungen, in baufälligen Unterkünften ohne funktionierende Grundversorgung oder in unsicheren Wohnverhältnissen. UN-Habitat zufolge wurden von 2003 bis 2023 weltweit mindestens 64 Millionen Menschen im Zuge von Stadtentwicklungsprozessen zwangsgeräumt.
Die Wohnungskrise ist ein globales Phänomen, trifft Subsahara-Afrika jedoch besonders hart. Südafrika ist dafür ein typisches Beispiel. Es gehört zu den Ländern mit der weltweit größten Ungleichheit: Rund 86 % des Vermögens entfallen auf die reichsten 10 % der Bevölkerung. Städte, in denen die Regierung unzureichend formalen, bezahlbaren Wohnraum bereitstellt und große Unternehmen und Finanzinstitute zunehmend den Immobilienmarkt dominieren, sind auch heute noch von den räumlichen Ungleichheiten aus der Apartheid geprägt. Knapp 10 Millionen Menschen (etwa 24 % der Stadtbevölkerung Südafrikas) leben in informellen Siedlungen am Stadtrand oder in den Innenstädten, die meisten von ihnen Schwarze, darunter viele Migrant*innen.
Um räumlichen Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken, hob die Regierung nach dem Ende der Apartheid die Regelungen gegen Landbesetzungen – welche der nicht-weißen Bevölkerung den Zugang zu den Städten und das Recht auf Ansiedlung verwehrt hatten – durch neue Gesetze auf. Das 1998 verabschiedete Gesetz zur Verhinderung illegaler Räumungen (PIE Act) entkriminalisierte die Besetzung von Grundstücken und verbot Räumungen ohne ordnungsgemäßes Verfahren und alternative Unterbringung. Aktuell bereitet die Regierung jedoch eine Gesetzesnovelle vor, welche die Position von Menschen schwächt, die nach einer Räumung von Obdachlosigkeit bedroht sind, und zugleich die Sanktionen bei Grundstücksbesetzungen ausweitet. Zudem drohen zivilgesellschaftlichen Organisationen Strafen, wenn sie sich mit den betroffenen Gemeinschaften solidarisieren und ihnen rechtlich beistehen, ihnen unterstellend, sie würden zu diesen Besetzungen „anstiften“.
Darin spiegelt sich ein Trend wider, der Wohnungskrise mit Zwangsräumungen und Polizeieinsätzen zu begegnen, anstatt das verfassungsrechtlich verankerte Recht auf Wohnen umzusetzen. Eigentlich garantieren südafrikanische Gesetze den Schutz von Betroffenen und bekennen sich zur Verbesserung informeller Siedlungen, um die Grundversorgung bereitzustellen und sicheren Wohnraum zu schaffen. Diese Vorkehrungen verkommen jedoch zur Farce, da die Regierung geräumten Gemeinschaften alternativen Wohnraum verweigert – es sei denn, sie wird vor Gericht dazu verpflichtet. Mitunter werden Wohneinheiten auch ohne gerichtliche Anordnung abgerissen oder geräumt, um Besetzungen oder die weitere Ausbreitung informeller Siedlungen zu verhindern. Regierungsmitglieder brandmarkten die Bewohner*innen informeller Siedlungen zuletzt als Feinde und machten Migrant*innen ohne Aufenthaltsstatus für das Wachstum dieser Viertel verantwortlich.
Letztlich geht es um mehr als Wohnraum – in Südafrika wie weltweit. Städtische Regeneration wirft tiefgreifende politische Fragen auf: Wer hat das Recht zu bleiben, dazuzugehören und die Stadt mitzugestalten? Wie kann urbaner sozialer Zusammenhalt und die Inklusion (von Migrant*innen) gestärkt werden? In ihrem neuen Strategieplan betont UN-Habitat die soziale Funktion von Land und Wohnraum für alle – anstatt die eines Luxusgutes für wenige. Wie das Beispiel Südafrika zeigt, reichen solide Gesetze und gute politische Ansätze allein dafür nicht aus. Es braucht auch politischen Willen und die passenden Instrumente für eine rechtebasierte Umsetzung sowie eine wirksame Regulierung.
Nomzamo Zondo ist Anwältin für Menschenrechte und Direktorin des Socio-Economic Rights Institute of South Africa (SERI).
Dr. Eva Dick ist Fachreferentin für städtische Entwicklung in der Abteilung Afrika/Naher Osten bei Misereor und assoziierte Wissenschaftlerin des German Institute of Development and Sustainability (IDOS).
Dr. Jacqueline Wingens ist Referentin für gerechte Stadtentwicklung bei Misereor und assoziierte Wissenschaftlerin am IDOS.
Bonn, 23.10.2026.Die Wohnungskrise gewinnt immer mehr an politischer Bedeutung und gehört zu den drängendsten sozialen Fragen unserer Zeit. Im September 2026 feierte Die Linke in Berlin einen deutlichen Wahlsieg, nachdem sie bezahlbaren Wohnraum und die Enteignung von Immobilienkonzernen zum zentralen Wahlkampfthema gemacht hatte. Nur wenige Tage später führte die Zwangsräumung von Maricarmen Abascal in Madrid zu einer Regierungskrise und vorgezogenen Parlamentswahlen. In Südafrika hat eine geplante Änderung des nach dem Ende der Apartheid verabschiedeten Gesetzes gegen Zwangsräumungen in mehreren Großstädten Proteste ausgelöst und dürfte den Ausgang der Kommunalwahlen im November maßgeblich beeinflussen.
Passend dazu ist der diesjährige Weltstädtetag am 31. Oktober dem Thema „Regeneration der Städte: Angemessener Wohnraum für alle“ gewidmet. Im World Cities Report 2026 bezeichnet das Wohn- und Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen UN-Habitat den Zugang zu bezahlbarem und angemessenem Wohnraum als „eine der am schwersten zu bewältigenden und komplexesten globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“. Zugleich betont der Bericht, wie entscheidend Wohnraum für das sozioökonomische Wohlergehen, die menschliche Gesundheit, Bildung, Mobilität und soziale Inklusion ist.
Laut UN-Habitat hat die Wohnungskrise ein beispielloses Ausmaß erreicht. Weltweit wenden 44 % der Haushalte mehr als 30 % ihres Einkommens für Wohnen auf. Da Wohnraum in vielen Städten zum Spekulationsobjekt geworden ist – mit politisch begünstigenden Rahmenbedingungen – explodieren die Wohnkosten. Die Folgen dieser Finanzialisierung sind unbezahlbare Mieten, beengte Wohnverhältnisse und zunehmende Obdachlosigkeit. Derzeit haben fast 3,4 Mrd. Menschen keinen Zugang zu adäquatem Wohnraum – so viele wie nie zuvor. Über eine Milliarde Menschen leben in informellen Siedlungen, in baufälligen Unterkünften ohne funktionierende Grundversorgung oder in unsicheren Wohnverhältnissen. UN-Habitat zufolge wurden von 2003 bis 2023 weltweit mindestens 64 Millionen Menschen im Zuge von Stadtentwicklungsprozessen zwangsgeräumt.
Die Wohnungskrise ist ein globales Phänomen, trifft Subsahara-Afrika jedoch besonders hart. Südafrika ist dafür ein typisches Beispiel. Es gehört zu den Ländern mit der weltweit größten Ungleichheit: Rund 86 % des Vermögens entfallen auf die reichsten 10 % der Bevölkerung. Städte, in denen die Regierung unzureichend formalen, bezahlbaren Wohnraum bereitstellt und große Unternehmen und Finanzinstitute zunehmend den Immobilienmarkt dominieren, sind auch heute noch von den räumlichen Ungleichheiten aus der Apartheid geprägt. Knapp 10 Millionen Menschen (etwa 24 % der Stadtbevölkerung Südafrikas) leben in informellen Siedlungen am Stadtrand oder in den Innenstädten, die meisten von ihnen Schwarze, darunter viele Migrant*innen.
Um räumlichen Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken, hob die Regierung nach dem Ende der Apartheid die Regelungen gegen Landbesetzungen – welche der nicht-weißen Bevölkerung den Zugang zu den Städten und das Recht auf Ansiedlung verwehrt hatten – durch neue Gesetze auf. Das 1998 verabschiedete Gesetz zur Verhinderung illegaler Räumungen (PIE Act) entkriminalisierte die Besetzung von Grundstücken und verbot Räumungen ohne ordnungsgemäßes Verfahren und alternative Unterbringung. Aktuell bereitet die Regierung jedoch eine Gesetzesnovelle vor, welche die Position von Menschen schwächt, die nach einer Räumung von Obdachlosigkeit bedroht sind, und zugleich die Sanktionen bei Grundstücksbesetzungen ausweitet. Zudem drohen zivilgesellschaftlichen Organisationen Strafen, wenn sie sich mit den betroffenen Gemeinschaften solidarisieren und ihnen rechtlich beistehen, ihnen unterstellend, sie würden zu diesen Besetzungen „anstiften“.
Darin spiegelt sich ein Trend wider, der Wohnungskrise mit Zwangsräumungen und Polizeieinsätzen zu begegnen, anstatt das verfassungsrechtlich verankerte Recht auf Wohnen umzusetzen. Eigentlich garantieren südafrikanische Gesetze den Schutz von Betroffenen und bekennen sich zur Verbesserung informeller Siedlungen, um die Grundversorgung bereitzustellen und sicheren Wohnraum zu schaffen. Diese Vorkehrungen verkommen jedoch zur Farce, da die Regierung geräumten Gemeinschaften alternativen Wohnraum verweigert – es sei denn, sie wird vor Gericht dazu verpflichtet. Mitunter werden Wohneinheiten auch ohne gerichtliche Anordnung abgerissen oder geräumt, um Besetzungen oder die weitere Ausbreitung informeller Siedlungen zu verhindern. Regierungsmitglieder brandmarkten die Bewohner*innen informeller Siedlungen zuletzt als Feinde und machten Migrant*innen ohne Aufenthaltsstatus für das Wachstum dieser Viertel verantwortlich.
Letztlich geht es um mehr als Wohnraum – in Südafrika wie weltweit. Städtische Regeneration wirft tiefgreifende politische Fragen auf: Wer hat das Recht zu bleiben, dazuzugehören und die Stadt mitzugestalten? Wie kann urbaner sozialer Zusammenhalt und die Inklusion (von Migrant*innen) gestärkt werden? In ihrem neuen Strategieplan betont UN-Habitat die soziale Funktion von Land und Wohnraum für alle – anstatt die eines Luxusgutes für wenige. Wie das Beispiel Südafrika zeigt, reichen solide Gesetze und gute politische Ansätze allein dafür nicht aus. Es braucht auch politischen Willen und die passenden Instrumente für eine rechtebasierte Umsetzung sowie eine wirksame Regulierung.
Nomzamo Zondo ist Anwältin für Menschenrechte und Direktorin des Socio-Economic Rights Institute of South Africa (SERI).
Dr. Eva Dick ist Fachreferentin für städtische Entwicklung in der Abteilung Afrika/Naher Osten bei Misereor und assoziierte Wissenschaftlerin des German Institute of Development and Sustainability (IDOS).
Dr. Jacqueline Wingens ist Referentin für gerechte Stadtentwicklung bei Misereor und assoziierte Wissenschaftlerin am IDOS.
Bonn, 23.10.2026.Die Wohnungskrise gewinnt immer mehr an politischer Bedeutung und gehört zu den drängendsten sozialen Fragen unserer Zeit. Im September 2026 feierte Die Linke in Berlin einen deutlichen Wahlsieg, nachdem sie bezahlbaren Wohnraum und die Enteignung von Immobilienkonzernen zum zentralen Wahlkampfthema gemacht hatte. Nur wenige Tage später führte die Zwangsräumung von Maricarmen Abascal in Madrid zu einer Regierungskrise und vorgezogenen Parlamentswahlen. In Südafrika hat eine geplante Änderung des nach dem Ende der Apartheid verabschiedeten Gesetzes gegen Zwangsräumungen in mehreren Großstädten Proteste ausgelöst und dürfte den Ausgang der Kommunalwahlen im November maßgeblich beeinflussen.
Passend dazu ist der diesjährige Weltstädtetag am 31. Oktober dem Thema „Regeneration der Städte: Angemessener Wohnraum für alle“ gewidmet. Im World Cities Report 2026 bezeichnet das Wohn- und Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen UN-Habitat den Zugang zu bezahlbarem und angemessenem Wohnraum als „eine der am schwersten zu bewältigenden und komplexesten globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“. Zugleich betont der Bericht, wie entscheidend Wohnraum für das sozioökonomische Wohlergehen, die menschliche Gesundheit, Bildung, Mobilität und soziale Inklusion ist.
Laut UN-Habitat hat die Wohnungskrise ein beispielloses Ausmaß erreicht. Weltweit wenden 44 % der Haushalte mehr als 30 % ihres Einkommens für Wohnen auf. Da Wohnraum in vielen Städten zum Spekulationsobjekt geworden ist – mit politisch begünstigenden Rahmenbedingungen – explodieren die Wohnkosten. Die Folgen dieser Finanzialisierung sind unbezahlbare Mieten, beengte Wohnverhältnisse und zunehmende Obdachlosigkeit. Derzeit haben fast 3,4 Mrd. Menschen keinen Zugang zu adäquatem Wohnraum – so viele wie nie zuvor. Über eine Milliarde Menschen leben in informellen Siedlungen, in baufälligen Unterkünften ohne funktionierende Grundversorgung oder in unsicheren Wohnverhältnissen. UN-Habitat zufolge wurden von 2003 bis 2023 weltweit mindestens 64 Millionen Menschen im Zuge von Stadtentwicklungsprozessen zwangsgeräumt.
Die Wohnungskrise ist ein globales Phänomen, trifft Subsahara-Afrika jedoch besonders hart. Südafrika ist dafür ein typisches Beispiel. Es gehört zu den Ländern mit der weltweit größten Ungleichheit: Rund 86 % des Vermögens entfallen auf die reichsten 10 % der Bevölkerung. Städte, in denen die Regierung unzureichend formalen, bezahlbaren Wohnraum bereitstellt und große Unternehmen und Finanzinstitute zunehmend den Immobilienmarkt dominieren, sind auch heute noch von den räumlichen Ungleichheiten aus der Apartheid geprägt. Knapp 10 Millionen Menschen (etwa 24 % der Stadtbevölkerung Südafrikas) leben in informellen Siedlungen am Stadtrand oder in den Innenstädten, die meisten von ihnen Schwarze, darunter viele Migrant*innen.
Um räumlichen Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken, hob die Regierung nach dem Ende der Apartheid die Regelungen gegen Landbesetzungen – welche der nicht-weißen Bevölkerung den Zugang zu den Städten und das Recht auf Ansiedlung verwehrt hatten – durch neue Gesetze auf. Das 1998 verabschiedete Gesetz zur Verhinderung illegaler Räumungen (PIE Act) entkriminalisierte die Besetzung von Grundstücken und verbot Räumungen ohne ordnungsgemäßes Verfahren und alternative Unterbringung. Aktuell bereitet die Regierung jedoch eine Gesetzesnovelle vor, welche die Position von Menschen schwächt, die nach einer Räumung von Obdachlosigkeit bedroht sind, und zugleich die Sanktionen bei Grundstücksbesetzungen ausweitet. Zudem drohen zivilgesellschaftlichen Organisationen Strafen, wenn sie sich mit den betroffenen Gemeinschaften solidarisieren und ihnen rechtlich beistehen, ihnen unterstellend, sie würden zu diesen Besetzungen „anstiften“.
Darin spiegelt sich ein Trend wider, der Wohnungskrise mit Zwangsräumungen und Polizeieinsätzen zu begegnen, anstatt das verfassungsrechtlich verankerte Recht auf Wohnen umzusetzen. Eigentlich garantieren südafrikanische Gesetze den Schutz von Betroffenen und bekennen sich zur Verbesserung informeller Siedlungen, um die Grundversorgung bereitzustellen und sicheren Wohnraum zu schaffen. Diese Vorkehrungen verkommen jedoch zur Farce, da die Regierung geräumten Gemeinschaften alternativen Wohnraum verweigert – es sei denn, sie wird vor Gericht dazu verpflichtet. Mitunter werden Wohneinheiten auch ohne gerichtliche Anordnung abgerissen oder geräumt, um Besetzungen oder die weitere Ausbreitung informeller Siedlungen zu verhindern. Regierungsmitglieder brandmarkten die Bewohner*innen informeller Siedlungen zuletzt als Feinde und machten Migrant*innen ohne Aufenthaltsstatus für das Wachstum dieser Viertel verantwortlich.
Letztlich geht es um mehr als Wohnraum – in Südafrika wie weltweit. Städtische Regeneration wirft tiefgreifende politische Fragen auf: Wer hat das Recht zu bleiben, dazuzugehören und die Stadt mitzugestalten? Wie kann urbaner sozialer Zusammenhalt und die Inklusion (von Migrant*innen) gestärkt werden? In ihrem neuen Strategieplan betont UN-Habitat die soziale Funktion von Land und Wohnraum für alle – anstatt die eines Luxusgutes für wenige. Wie das Beispiel Südafrika zeigt, reichen solide Gesetze und gute politische Ansätze allein dafür nicht aus. Es braucht auch politischen Willen und die passenden Instrumente für eine rechtebasierte Umsetzung sowie eine wirksame Regulierung.
Nomzamo Zondo ist Anwältin für Menschenrechte und Direktorin des Socio-Economic Rights Institute of South Africa (SERI).
Dr. Eva Dick ist Fachreferentin für städtische Entwicklung in der Abteilung Afrika/Naher Osten bei Misereor und assoziierte Wissenschaftlerin des German Institute of Development and Sustainability (IDOS).
Dr. Jacqueline Wingens ist Referentin für gerechte Stadtentwicklung bei Misereor und assoziierte Wissenschaftlerin am IDOS.
In der internationalen Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik setzen die UN‑Mitgliedstaaten auf das Governance-Modell des Regierens durch Ziele. Datenberichte zu Klima, Biodiversität und den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) belegen jedoch, dass globale Ziele massiv verfehlt werden. Die vorliegende Analyse identifiziert Stärken und Schwächen des Regierens durch Ziele. Dazu gehört die vergleichsweise einfache Einigung bei gleichzeitig schwachen Rechenschaftspflichten, des Weiteren die mangelhafte politische Priorisierung, insbesondere was Anreize, Maßnahmen und Lastenteilung angeht. Viele der Probleme stellen keineswegs vorübergehende Kinderkrankheiten dar, sondern sind bewusst gewählte Designelemente des Governance-Modells. Trotz dieser Einschränkungen hat das Regieren durch Ziele relevante Effekte: Die Ziele wecken Aufmerksamkeit, bieten Orientierung und geben Anlass für eine jährliche Standortbestimmung. Es gilt nun, politische Blockaden offenzulegen und eine faire Lastenteilung anzustreben, wirksame Anreize für Nachhaltigkeit zu setzen sowie entsprechende Kapazitäten und Vorreiterallianzen zu stärken. Die Vereinten Nationen stehen unter politischem und finanziellem Druck. Insbesondere dass die Trump-Administration bilaterale »Deals« bevorzugt, das Völkerrecht missachtet und sogar weiche Formen des globalen Regierens ablehnt, unterminiert das multilaterale Regieren durch Ziele. Gemeinsame multilaterale Ziele bieten Deutschland und der EU eine Grundlage, um neue Kooperationsformate zu entwickeln. In einer zunehmend polarisierten Welt wäre es daher klug, die SDGs trotz aller Schwächen auch »beyond 2030« als Basis für internationale Kooperation zu bewahren.
Le présent texte est une version partiellement révisée et complétée de l’article publié dans Sejong Focus le 4 septembre 2026.
L’un des principaux facteurs susceptibles de déterminer l’évolution de la péninsule coréenne au second semestre 2026 est la volonté de plus en plus ouvertement affichée par le président américain Donald Trump de renouer avec la diplomatie des sommets avec Kim Jong-un, président de la Commission des affaires d’État de la Corée du Nord. Le 16 août, en ordonnant une réduction substantielle des exercices militaires conjoints entre la Corée du Sud et les États-Unis, Donald Trump a directement évoqué sa « très bonne relation » avec Kim Jong-un ; trois jours plus tard, il a publiquement déclaré vouloir le rencontrer avant la fin de l’année. Ces déclarations dépassent le registre de la simple rhétorique : elles montrent que la Maison-Blanche a inscrit la possibilité d’un sommet à son agenda diplomatique concret.
L’article Le sommet Corée du Nord–États-Unis de 2026 : que négocier et que préserver ? est apparu en premier sur IRIS.
Israel und die USA haben Iran innerhalb von acht Monaten zweimal militärisch angegriffen. Die Militäroperationen haben das iranische Atomprogramm zwar zurückgeworfen, das Proliferationsrisiko aber nicht beseitigt. Noch immer verfügt die Islamische Republik über das technische Wissen, das Spaltmaterial und die grundlegende Anreicherungskapazität, das Atomprogramm wieder auszuweiten. Derweil ist der Anreiz in Teheran für den Bau von Nuklearwaffen gestiegen. Darauf deutet auch der iranische Diskurs hin, in dem die atomare Bewaffnung von einer randständigen Forderung zu einem breiten politischen Anliegen geworden ist. In ihrer Nukleardoktrin setzt die Islamische Republik nicht länger auf Latenz, sondern gezielt auf Ambiguität. Obwohl das Proliferationsrisiko hoch bleibt, ist es den USA nicht gelungen, in laufenden Verhandlungen Fortschritte zu erzielen. Das macht ein ergänzendes europäisches Engagement umso dringlicher.
Read here in pdf the Policy paper by Andreas C. Hatzidiakos, Research Fellow, ELIAMEP and Constantine Capsaskis, Research Fellow, ELIAMEP.
Mit dem »Sicherheitsschild der Amerikas« (Shield of the Americas) haben die USA eine Initiative auf den Weg gebracht, die Maßnahmen zur Drogenbekämpfung, zur militärischen Zusammenarbeit und zur Veränderung des geopolitischen Wettbewerbs in einem einzigen Rahmen verbindet. Die Trump-Administration verfolgt damit ein hemisphärisches Ordnungskonzept unter eigener Führung, das zugleich auf die ideologische Verbundenheit der Partner setzt, um die Kooperation im multilateralen Rahmen zu vertiefen und Lieferketten sowie die Rohstoffversorgung zu sichern. Es bleiben jedoch viele Fragezeichen hinsichtlich der Verbindlichkeit der Vereinbarung und der Effektivität der Kooperation, da kein Aktionsplan entwickelt wurde und auch keine nachfolgenden Implementierungsschritte festgelegt worden sind. Außenpolitisch binden sich Lateinamerika und die Karibik damit zwar stärker an Washington, doch werden wichtige Staaten der Region auch weiterhin Europa als Diversifizierungspartner wirtschaftlich und politisch in den Blick nehmen.
La polémique sur la paternité de la Coupe d’Afrique des nations 2019 vient de connaître un nouvel épisode. Invité d’une émission sportive de la chaîne […]
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Censuré pendant des décennies, le documentaire historique Octobre à Paris ressort en salles françaises ce mercredi 21 octobre. Tourné par Jacques Panijel au lendemain du […]
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Le directeur général de la digitalisation au ministère de la Santé, Mouhoub Messaoudi, a révélé aujourd’hui le lancement officiel de la phase expérimentale du service […]
L’article Consulter un spécialiste sans se déplacer : cette wilaya donne le coup d’envoi de la « télémédecine » est apparu en premier sur .
Over the past two decades, energy subsidy reforms have increasingly gained importance as mitigation measures to fight climate change. Still, many countries subsidize fossil energy consumption, and reforms are often short-lived. This paper presents harmonized cross-country data on the design of energy subsidy reforms, obtained from a structured literature review of both implemented and failed consumption subsidy reforms between 1978 and 2021. This standardized data enables the identification and validation of key design characteristics, including the motivation for reform, the use of gradual approaches, communication strategies, pricing mechanisms, and social protection measures, as well as their use in implementing reforms. The data highlight significant regional heterogeneity and emphasize the importance of context-specificity in shaping reform designs. The study also demonstrates the connection between key aspects of reform design and reform implementation, as well as associations with subsidy levels. It offers lessons for middle-income countries, especially those planning to implement carbon pricing policies. Lastly, this paper lays the groundwork for future research to explore these factors in greater detail; one avenue is to link design characteristics and political economy factors.
Over the past two decades, energy subsidy reforms have increasingly gained importance as mitigation measures to fight climate change. Still, many countries subsidize fossil energy consumption, and reforms are often short-lived. This paper presents harmonized cross-country data on the design of energy subsidy reforms, obtained from a structured literature review of both implemented and failed consumption subsidy reforms between 1978 and 2021. This standardized data enables the identification and validation of key design characteristics, including the motivation for reform, the use of gradual approaches, communication strategies, pricing mechanisms, and social protection measures, as well as their use in implementing reforms. The data highlight significant regional heterogeneity and emphasize the importance of context-specificity in shaping reform designs. The study also demonstrates the connection between key aspects of reform design and reform implementation, as well as associations with subsidy levels. It offers lessons for middle-income countries, especially those planning to implement carbon pricing policies. Lastly, this paper lays the groundwork for future research to explore these factors in greater detail; one avenue is to link design characteristics and political economy factors.