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Stiftung Wissenschaft und Politik
Updated: 13 hours 38 min ago

Maßnahmen gegen die »russische Schattenflotte«

Tue, 12/05/2026 - 12:01

Russlands sogenannte Schattenflotte dient in erster Linie der Sanktionsumgehung für den Ölexport und damit der Finanzierung seines Angriffskrieges gegen die Ukraine. Sie stellt jedoch vermehrt auch ein verteidigungsrelevantes Sicherheitsrisiko für Europa dar. Schiffe der Schattenflotte werden zunehmend mit Spionage- und Sabo­tage­­akten in Verbindung gebracht, sie bedrohen deutsche und europäische Sicherheit und die maritime Umwelt. Die Bundesregierung sollte gemeinsam mit ihren Partnern einen systematischen Ansatz verfolgen, um wirksam gegen die Schattenflotte vor­zugehen. Ziel ist es, Sanktionsregime aufrechtzuerhalten, die maritime Sicherheit zu gewährleisten und verteidigungsrelevante Bedrohungen einzudämmen.

Resilience as a Response to Russian Threats in Space

Mon, 11/05/2026 - 15:23

Russian attacks and threat posturing are increasingly extending into space as well. This poses risks to infrastructure in Europe, which is becoming ever more dependent on satellite systems. This affects civilian services such as navigation, but also Europe’s defence capabilities. The question is therefore increasingly how such manoeuvres by Russia should be countered, and whether weapons systems should be deployed in space as a deterrent. Europe’s armed forces are far more dependent on space systems than the Russian armed forces. Given this asymmetry, Germany and its partners should focus primarily on the resilience of their satellite systems.

Kampfansage an Bandenkriminalität in Haiti

Mon, 11/05/2026 - 09:48

Haiti leidet seit Jahrzehnten unter zahlreichen humanitären, politischen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Krisen, die einander überlagern und verheerende Folgen für die lokale Bevölkerung haben. Bisherige Stabilisierungsversuche waren kaum erfolgreich. Die 5.500 Mann starke sogenannte »Einheit zur Bekämpfung von Banden« (Gang Suppression Force, GSF) hat am 1. April 2026 die Nachfolge der von Kenia geführten Multinationalen Sicherheitsunterstützungsmission (MSS) angetreten. Es ist die zwölfte Friedens- und Stabilisierungsmission, die Haiti seit 1990 erlebt. Die GSF wird als VN-mandatierte Mission geführt und operiert vor allem mit zunächst 800 Militärkräften aus dem Tschad. Damit unternehmen die Vereinten Nationen einen gewagten Versuch, die Bekämpfung der organisierten Kriminalität zum zentralen Ansatzpunkt ihrer Missionen nach Kapitel VII der VN-Charta zu machen – und das in einer extrem komplexen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Lage in Haiti.

Frieden in der Krise: Konflikt­bearbeitung am Horn von Afrika

Fri, 08/05/2026 - 12:45

Das System internationaler Konfliktbearbeitung befindet sich in einer tiefen Krise. Entsprechende Instrumente wie UN-Friedensmissionen werden abgezogen, normative und machtpolitische Voraussetzungen wie eine US-garantierte internationale Ordnung gelten nicht mehr, und bisherige Abkommen haben zu oft eine Vertiefung gewaltsamer autoritärer Systeme statt deren Transformation bewirkt. Am Horn von Afrika zeigt sich diese Krise besonders deutlich. Stabilität brachten dort weder international erzwungene Friedensabkommen wie in Südsudan noch solche, die wie in Sudan 2020 praktisch ohne Mediation zwischen bewaffneten Akteuren ausgehandelt wurden. Regierungen wie die äthiopische haben Friedensprozesse vielmehr regelmäßig instrumentalisiert, um die eigene Herrschaft zu sichern. Jüngere Vermittlungsprozesse sind primär eine Funktion regionaler Rivalitäten und diplomatischer Interessen von beteiligten externen Akteu­ren, wie in Sudan seit Kriegsbeginn im April 2023. Ist wie hier ausländische Unterstützung verfügbar, haben Konfliktparteien weniger Anreize, sich auf Kompromisse einzulassen. Weil Mechanismen zur Umsetzung von Abkommen nur schwach aus­gestattet sind und politisch wenig unterstützt werden, gibt es nach Waffenstillständen keinen inklusiven politischen Prozess, um die Kon­flikt­ursachen anzugehen. Erneute Waffengänge sind früher oder später die Folge. Für europäische Beiträge zur Konfliktbewältigung am Horn von Afrika sollten Lehren aus dieser Krise gezogen werden. Es gilt weder nostalgisch auf die weitgehend untergegangene Art der Konfliktbearbeitung zu blicken noch frustriert rein sicherheitsdominierten Ansätzen zu folgen. Vielmehr sollte Europa zivile Friedensinitiativen unterstützen, politische Gewaltökonomien auszutrocknen helfen und die eigene Zusammenarbeit mit konfliktverschärfenden Regierungen wie den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) überdenken.

Die destabilisierende Rolle der Vereinigten Arabischen Emirate in afrikanischen Konflikten

Tue, 05/05/2026 - 14:50

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zählen inzwischen zu den aggressivsten externen Akteuren in afrikanischen Konflikten, besonders in Äthiopien, Libyen, Sudan und Somalia. Beharrlich leugnet die Führung in der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi ihre Unterstützung für bewaffnete Akteure, führte sie aber sogar während des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen Iran fort – trotz dessen gravie­render Auswirkungen auf das eigene Land. Diese Unterstützung erschwert eine konstruktive Konfliktbearbeitung und verschärft humanitäre Krisen und regionale Instabilität. Sie untergräbt Europas Interesse an stabilen Handelswegen, Fluchtursachenbekämpfung und regionaler Integration. Daher sollte Deutschland das destabilisierende Vorgehen der VAE wesentlich stärker in den bilateralen Beziehungen gewichten, deutlicher kritisieren und gemeinsam mit seinen europäischen Partnern Sanktionen prüfen. Der Kontext des Irankriegs sowie Spannungen zwischen den VAE und Saudi-Arabien bieten Chancen, einen Politikwechsel in Abu Dhabi zu bewirken.

Ask Us Anything No. 1 - KI sicher nutzen, Attribuierung von Cyberoperationen und Tiernamen in der Cyberwelt

Tue, 05/05/2026 - 14:38
KI, Scams, Desinformation: Wie behalte ich in der digitalen Welt die Kontrolle? In dieser AUA-Folge – Ask Us Anything – beantworten Johannes, Alexandra und Sven die Fragen ihrer Hörer:innen. Wie werden KI-Chatbots ausgetrickst? Wie funktioniert die Attribuierung von Cyberoperationen, und warum bleibt dabei immer Unsicherheit? Wie hängen Desinformation und Cyberoperationen zusammen? Und: Welche Begriffe aus dem Cyberwörterbuch würden die drei am liebsten verbannen?

Turkey Capitalises on Hormuz Disruption: Connectivity as a Foreign Policy Strategy

Tue, 05/05/2026 - 10:52

The US-Israel war against Iran and the standoff in the Strait of Hormuz are reshaping trade and transport links as well as changing regional connectivity across Eurasia. Disruptions to shipping and energy flows in the Strait, through which a fifth of global oil and gas trade passes in peacetime, are prompting regional actors to seek alternatives and creating openings for new transport corridors. Turkey is moving quickly to capitalise on this shift. Ankara is presenting itself as a relatively secure hub for trade, transport, and energy, turning connectivity into an instrument of strategic autonomy and regional influence.

As maritime routes become more vulnerable and fragmentation in the Middle East deepens, Turkey is increasingly focusing on three areas: energy corridors, air connectivity, and the South Caucasus.

Reinforcing its role as an energy hub

Long central to Ankara’s ambitions, energy transit has gained renewed urgency amid recent instability in the Gulf. The Southern Gas Corridor, stretching from Azerbaijan through Georgia and Turkey to southern Europe, has become one of the few overland routes delivering non-Russian gas to the European Union. Its strategic importance has increased as alternative supply routes have become more vulnerable to disruption. 

Ankara is also placing growing emphasis on Iraq’s Development Road Project (DRP), which aims to connect energy resources from Qatar and the United Arab Emirates to Europe via Iraq and Turkey. As risks to maritime shipping rise, the DRP becomes more attractive, allowing Turkey to position itself as a relatively stable and potentially indispensable trade route. 

The Baku–Tbilisi–Ceyhan pipeline further strengthens Turkey’s position. In 2025, the pipeline transported around 207 million barrels to the Mediterranean port of Ceyhan and has remained one of the few export outlets not directly exposed to Gulf-related disruptions. Energy flows through Turkish territory thus enhance Ankara’s leverage.

Airspace as a strategic asset

Turkey is also consolidating its position as an aviation hub connecting Europe and Asia. With northern routes over Russia and parts of Middle Eastern airspace restricted, Turkish Airlines has expanded its network. Istanbul Airport, Europe’s busiest air hub in 2024, has emerged as a key transit point linking Europe to Central and East Asia. 

This air connectivity reinforces Turkey’s role in global mobility networks and strengthens its ties with emerging markets across Asia. The recent resumption of flights between Istanbul and Tehran, following the partial opening of airspace, revives commercial activity. It also signals a pragmatic diplomatic engagement between Ankara and Tehran despite broader regional tensions.

Expanding the South Caucasus links

The South Caucasus is becoming a critical pillar of Turkey’s connectivity strategy. Following the realignments after the Nagorno-Karabakh conflict, new opportunities have emerged for transport corridors linking Turkey to the Caspian and beyond. 

Direct flights between Yerevan and Istanbul restarted after six years of suspension, reconnecting Armenia to Western routes. In addition, Ankara is deepening cooperation with Azerbaijan to develop corridors that bypass both Russia and Iran, integrating the region more firmly into east-west trade networks. 

These efforts are closely tied to the so-called Middle Corridor, which connects energy and transport routes from China to Europe via Central Asia and the Caspian Sea while offering a viable alternative to the Northern Corridor through Russia. If successfully expanded, it could significantly enhance Turkey’s role as a transit country in Eurasian trade while shortening transit times and reducing risks for European supply chains.

Taken together, these initiatives reflect Turkey’s efforts to formalise its ties with regional partners through connectivity. In a context of conflict and fragmentation, Ankara is accelerating this approach, embedding itself deeply in regional networks through infrastructure, energy cooperation, and long-term economic frameworks. For Europe, this has tangible implications: The viability of alternative corridors will shape energy prices, supply-chain resilience, and trade routes in the years ahead.

Yet, Turkey’s strategy carries risks. Many of these corridors run through fragile political environments, from Iraq to the South Caucasus. Instability could just as easily derail Turkey’s ambitions as advance them, leaving European partners exposed to the very disruptions Ankara’s strategy is meant to mitigate.

Rolle der Golfstaaten: "Öl-Zeitalter wird auslaufen"

Mon, 04/05/2026 - 11:43
Die Golfstaaten fürchten um ihr ölabhängiges Geschäftsmodell wegen der Hormus-Blockade. Nahostexperte Stephan Roll liefert dazu eine Analyse.

„Es zeigt die Machtlosigkeit Europas“

Mon, 04/05/2026 - 11:31
Der Iran hat zwei Raketen auf ein US‑Schiff abgefeuert. Die Straße von Hormus bleibt damit weiterhin ein zentrales Risiko für die globale Schifffahrt.

Zölle gegen Deutschland? "Es geht nicht um Merz"

Mon, 04/05/2026 - 10:57
Laura von Daniels (Politikwissenschaftlerin, Stiftung Wirtschaft und Politik) zu Donald Trumps aktuell angekündigten Zöllen für Auto-Importe u.a. aus Deutschland

»The Most Momentous and Dangerous of Times«

Mon, 04/05/2026 - 09:53
In a 2025 press conference, EU president Ursula von der Leyen claimed that we are living in an era of rearmament. Consequently, Europe must invest more in defence and security. An EU-wide strategy would be highly effective, according to Annegret Bendiek, a political scientist at the German Institute for International and Security Affairs. However, the EU's strength is also its weakness: its 27 members do not always agree on everything.

Was für eine schreckliche Signal-Wirkung!

Mon, 04/05/2026 - 09:30
Nachdem mutmaßlich russische Spione interne Chats infiltriert haben, will der Bundestag den Messenger Signal verbieten. Doch das wäre kontraproduktiv. Was wirklich hilft.

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