Bonn, 20. April 2026. Der Umbau unserer Städte braucht mehr als CO2-armen Zement. Bio-Materialien können Emissionen senken, Arbeitsplätze und lokale Wirtschaftskreisläufe stärken – aber werden oft übersehen.
Vom 20. - 22. April suchen Vertreter*innen aus Wissenschaft, Politik und Industrie auf dem Sustainable Buildings and Construction Summit in Lausanne nach Lösungen zur Dekarbonisierung der bebauten Umwelt. Der Druck ist enorm. Der Gebäudesektor verursacht jährlich mehr als ein Drittel der globalen CO2-Emissionen, während die Urbanisierung in vielen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen rasant wächst – besonders in Subsahara-Afrika. Entscheidend ist, ob Lösungen schnell verfügbar und realisierbar sind und wirtschaftliche Vorteile bieten. International gilt CO2-armer Beton wie LC3 häufig als schnelle Lösung, weil er kaum Verfahrensanpassungen braucht. Wirtschaftliche Impulse sind jedoch begrenzt – sie könnten wachsen, wenn biobasierte Materialien den Baumix ergänzen.
Viele Länder in Subsahara-Afrika stehen vor drei Herausforderungen. Erstens müssen sie Wohnraum für eine schnell wachsende, oft einkommensschwache Stadtbevölkerung schaffen. Bereits heute fehlen ca. 50 Millionen Wohneinheiten; bis 2030 könnten es 130 Millionen sein. Zweitens steht die Schaffung von Arbeitsplätzen im Zentrum politischer Agenden. In Kenia etwa drängt jährlich rund eine Million junge Menschen auf den Arbeitsmarkt. Drittens geht es darum, die wirtschaftliche Entwicklung auf einen umweltfreundlicheren Pfad zu lenken. Infrastruktur und Gebäude machen diese Weichenstellung besonders folgenreich: CO2-intensives Bauen verschlechtert die Emissionsbilanz, heizt die Städte auf und erschwert die Wiederverwendung von Materialien. Da ein Großteil der Gebäude in Subsahara-Afrika erst noch entstehen wird, besteht die Chance, kostspielige Nachrüstungen zu vermeiden – vorausgesetzt, dies geht mit notwendigen Veränderungen im Bausektor des Globalen Nordens einher.
Die Umstellung auf CO2-armen Beton kann diese Herausforderungen nur teilweise adressieren: die Bereitstellung von Wohnraum und die Dekarbonisierung des Bauwesens. LC3 erfordert nur minimale Anpassungen in Zementfabriken und wird wie herkömmlicher Beton verarbeitet. Modellrechnungen zeigen, dass sich das Material insbesondere für mehrstöckige Gebäude eignet, wo sein CO2-Fußabdruck geringer ist als der einer Kombination aus biobasierten Materialien und gebrannten Tonziegeln. Für diese Gebäudetypen ist LC3 daher sinnvoll. Viele Häuser in Subsahara-Afrika sind jedoch einstöckig, auch in Zukunft. Die Emissionen hängen also in hohem Maße von der Materialzusammensetzung und den Transportwegen ab.
Hier kommen biobasierte Materialien ins Spiel. Bislang werden sie unterschätzt, obwohl sie alle drei Herausforderungen zugleich adressieren können. Verbesserte Lehmziegel, Holz oder Bambus sind kostengünstig und arbeitsintensiver als LC3. Sie schaffen lokale Wertschöpfung, fördern kleine und mittlere Unternehmen und reduzieren Transportkosten, da sie vor Ort produziert werden können. Für den sozialen Wohnungsbau sind sie besonders geeignet: Studien aus Ruanda zeigen, dass die Wandbaukosten um 60 % oder mehr sinken können – durch verbesserte Produktionsstandards auch ohne Einbußen bei Stabilität und Haltbarkeit. Unsere Untersuchungen zeigen zudem, dass biobasierte Materialien in Kigali umweltfreundlichere und bessere Arbeitsplätze schaffen können. Eine flächendeckende Einführung scheitert bislang an Hindernissen auf Angebots- und Nachfrageseite, darunter geringes Bewusstsein sowie die Wahrnehmung mangelnder Qualität, die den Zugang zu Finanzierung erschweren.
Daraus ergibt sich ein klar zu definierender hybrider Ansatz: LC3 für mehrstöckige Gebäude und tragende Konstruktionen sowie biobasierte Materialien für einstöckige Wohnhäuser und nichttragende Innenwände, wo diese oft günstiger und lokal besser geeignet sind. In Ruanda muss die Regierung klare Vorgaben machen, damit Unternehmen auf diese Materialien umstellen. Ähnliche hybride Ansätze sind in ganz Subsahara-Afrika vielversprechend, doch die Anwendung biobasierter Materialien erfordert lokal verankerte Forschung. Geeignete Materialien hängen ab von a) der Art des Bodens und den lokal verfügbaren Materialien, b) der Importabhängigkeit bei Zement, Stahl usw. sowie c) den Transport- und Lebenszykluskosten. Nachhaltiges Holz und Myzel mögen für Europa geeignet sein, Bambus für Asien, während in Subsahara-Afrika stabilisierte Lehmziegel, Erd-Zement-Mischungen und Pflanzen wie Rohrkolben ein großes Potenzial bieten.
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit sollte die wirtschaftlichen Zusatznutzen und das Entwicklungspotenzial für lokale Unternehmen, die mit biobasierten Materialien arbeiten, international stärker hervorheben. In der eigenen Projektarbeit sollte nachhaltigeres Bauen als Ziel verankert werden, einschließlich der Nutzung biobasierter Materialien zur Schaffung grüner Arbeitsplätze. Die konkreten biobasierten Materialien und die zu unterstützenden Wertschöpfungsketten müssen im Vorfeld für jedes Land sorgfältig analysiert werden, insbesondere hinsichtlich Verfügbarkeit und Qualität von Erde, der Import-Export-Struktur und Zölle für Baumaterialien, der Marktbedingungen sowie Engpässe auf Angebots- und Nachfrageseite. Gleichzeitig erfordert die Anwendung biobasierter Materialien politischen Willen vor Ort, um sich gegen Interessen im Bausektor durchzusetzen, sowie klare staatliche Vorgaben, die Orientierung bieten und gleiche Wettbewerbsbedingungen für nachhaltige Alternativen schaffen. Dieser Weg mag langsamer erscheinen als andere Lösungen, ist jedoch realisierbar und dürfte den wirtschaftlichen Nutzen für die Partnerländer erhöhen.
Bonn, 20. April 2026. Der Umbau unserer Städte braucht mehr als CO2-armen Zement. Bio-Materialien können Emissionen senken, Arbeitsplätze und lokale Wirtschaftskreisläufe stärken – aber werden oft übersehen.
Vom 20. - 22. April suchen Vertreter*innen aus Wissenschaft, Politik und Industrie auf dem Sustainable Buildings and Construction Summit in Lausanne nach Lösungen zur Dekarbonisierung der bebauten Umwelt. Der Druck ist enorm. Der Gebäudesektor verursacht jährlich mehr als ein Drittel der globalen CO2-Emissionen, während die Urbanisierung in vielen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen rasant wächst – besonders in Subsahara-Afrika. Entscheidend ist, ob Lösungen schnell verfügbar und realisierbar sind und wirtschaftliche Vorteile bieten. International gilt CO2-armer Beton wie LC3 häufig als schnelle Lösung, weil er kaum Verfahrensanpassungen braucht. Wirtschaftliche Impulse sind jedoch begrenzt – sie könnten wachsen, wenn biobasierte Materialien den Baumix ergänzen.
Viele Länder in Subsahara-Afrika stehen vor drei Herausforderungen. Erstens müssen sie Wohnraum für eine schnell wachsende, oft einkommensschwache Stadtbevölkerung schaffen. Bereits heute fehlen ca. 50 Millionen Wohneinheiten; bis 2030 könnten es 130 Millionen sein. Zweitens steht die Schaffung von Arbeitsplätzen im Zentrum politischer Agenden. In Kenia etwa drängt jährlich rund eine Million junge Menschen auf den Arbeitsmarkt. Drittens geht es darum, die wirtschaftliche Entwicklung auf einen umweltfreundlicheren Pfad zu lenken. Infrastruktur und Gebäude machen diese Weichenstellung besonders folgenreich: CO2-intensives Bauen verschlechtert die Emissionsbilanz, heizt die Städte auf und erschwert die Wiederverwendung von Materialien. Da ein Großteil der Gebäude in Subsahara-Afrika erst noch entstehen wird, besteht die Chance, kostspielige Nachrüstungen zu vermeiden – vorausgesetzt, dies geht mit notwendigen Veränderungen im Bausektor des Globalen Nordens einher.
Die Umstellung auf CO2-armen Beton kann diese Herausforderungen nur teilweise adressieren: die Bereitstellung von Wohnraum und die Dekarbonisierung des Bauwesens. LC3 erfordert nur minimale Anpassungen in Zementfabriken und wird wie herkömmlicher Beton verarbeitet. Modellrechnungen zeigen, dass sich das Material insbesondere für mehrstöckige Gebäude eignet, wo sein CO2-Fußabdruck geringer ist als der einer Kombination aus biobasierten Materialien und gebrannten Tonziegeln. Für diese Gebäudetypen ist LC3 daher sinnvoll. Viele Häuser in Subsahara-Afrika sind jedoch einstöckig, auch in Zukunft. Die Emissionen hängen also in hohem Maße von der Materialzusammensetzung und den Transportwegen ab.
Hier kommen biobasierte Materialien ins Spiel. Bislang werden sie unterschätzt, obwohl sie alle drei Herausforderungen zugleich adressieren können. Verbesserte Lehmziegel, Holz oder Bambus sind kostengünstig und arbeitsintensiver als LC3. Sie schaffen lokale Wertschöpfung, fördern kleine und mittlere Unternehmen und reduzieren Transportkosten, da sie vor Ort produziert werden können. Für den sozialen Wohnungsbau sind sie besonders geeignet: Studien aus Ruanda zeigen, dass die Wandbaukosten um 60 % oder mehr sinken können – durch verbesserte Produktionsstandards auch ohne Einbußen bei Stabilität und Haltbarkeit. Unsere Untersuchungen zeigen zudem, dass biobasierte Materialien in Kigali umweltfreundlichere und bessere Arbeitsplätze schaffen können. Eine flächendeckende Einführung scheitert bislang an Hindernissen auf Angebots- und Nachfrageseite, darunter geringes Bewusstsein sowie die Wahrnehmung mangelnder Qualität, die den Zugang zu Finanzierung erschweren.
Daraus ergibt sich ein klar zu definierender hybrider Ansatz: LC3 für mehrstöckige Gebäude und tragende Konstruktionen sowie biobasierte Materialien für einstöckige Wohnhäuser und nichttragende Innenwände, wo diese oft günstiger und lokal besser geeignet sind. In Ruanda muss die Regierung klare Vorgaben machen, damit Unternehmen auf diese Materialien umstellen. Ähnliche hybride Ansätze sind in ganz Subsahara-Afrika vielversprechend, doch die Anwendung biobasierter Materialien erfordert lokal verankerte Forschung. Geeignete Materialien hängen ab von a) der Art des Bodens und den lokal verfügbaren Materialien, b) der Importabhängigkeit bei Zement, Stahl usw. sowie c) den Transport- und Lebenszykluskosten. Nachhaltiges Holz und Myzel mögen für Europa geeignet sein, Bambus für Asien, während in Subsahara-Afrika stabilisierte Lehmziegel, Erd-Zement-Mischungen und Pflanzen wie Rohrkolben ein großes Potenzial bieten.
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit sollte die wirtschaftlichen Zusatznutzen und das Entwicklungspotenzial für lokale Unternehmen, die mit biobasierten Materialien arbeiten, international stärker hervorheben. In der eigenen Projektarbeit sollte nachhaltigeres Bauen als Ziel verankert werden, einschließlich der Nutzung biobasierter Materialien zur Schaffung grüner Arbeitsplätze. Die konkreten biobasierten Materialien und die zu unterstützenden Wertschöpfungsketten müssen im Vorfeld für jedes Land sorgfältig analysiert werden, insbesondere hinsichtlich Verfügbarkeit und Qualität von Erde, der Import-Export-Struktur und Zölle für Baumaterialien, der Marktbedingungen sowie Engpässe auf Angebots- und Nachfrageseite. Gleichzeitig erfordert die Anwendung biobasierter Materialien politischen Willen vor Ort, um sich gegen Interessen im Bausektor durchzusetzen, sowie klare staatliche Vorgaben, die Orientierung bieten und gleiche Wettbewerbsbedingungen für nachhaltige Alternativen schaffen. Dieser Weg mag langsamer erscheinen als andere Lösungen, ist jedoch realisierbar und dürfte den wirtschaftlichen Nutzen für die Partnerländer erhöhen.
Coasts, deltas and estuaries have been reshaped for generations by land reclamation projects for the purposes of expanding settlements and agricultural lands as well as protecting coasts. Since the mid-twentieth century, technical progress has allowed for land reclamation to occur at an unprecedented speed and scale. Regardless of the key role that land reclamation has had in the past as well as in more recent coastal urbanisation efforts, the issue has received insufficient attention from human geographers, urban political ecologists and marine social scientists. In this paper, I aim to advance the land reclamation research by suggesting a new conceptual framework that combines concepts and empirical insights from urban political ecology (UPE), anthropology, political geography and political economy. This approach considers the representational, legal and material dimensions of urban coastal mega-projects and helps to identify those who benefit and those who lose due to land reclamation. I conclude that a focus on land reclamation can help to understand that ‘land’ is a fundamental requirement for urbanisation. Land in coastal cities is not ‘out there’; it has to be created. To investigate the making of land requires integrating the often-neglected coastal geomorphologies, marine sites of sediment extraction and understanding how they are discursively shaped and transformed by human interventions on urban coasts into UPE.
Coasts, deltas and estuaries have been reshaped for generations by land reclamation projects for the purposes of expanding settlements and agricultural lands as well as protecting coasts. Since the mid-twentieth century, technical progress has allowed for land reclamation to occur at an unprecedented speed and scale. Regardless of the key role that land reclamation has had in the past as well as in more recent coastal urbanisation efforts, the issue has received insufficient attention from human geographers, urban political ecologists and marine social scientists. In this paper, I aim to advance the land reclamation research by suggesting a new conceptual framework that combines concepts and empirical insights from urban political ecology (UPE), anthropology, political geography and political economy. This approach considers the representational, legal and material dimensions of urban coastal mega-projects and helps to identify those who benefit and those who lose due to land reclamation. I conclude that a focus on land reclamation can help to understand that ‘land’ is a fundamental requirement for urbanisation. Land in coastal cities is not ‘out there’; it has to be created. To investigate the making of land requires integrating the often-neglected coastal geomorphologies, marine sites of sediment extraction and understanding how they are discursively shaped and transformed by human interventions on urban coasts into UPE.
Coasts, deltas and estuaries have been reshaped for generations by land reclamation projects for the purposes of expanding settlements and agricultural lands as well as protecting coasts. Since the mid-twentieth century, technical progress has allowed for land reclamation to occur at an unprecedented speed and scale. Regardless of the key role that land reclamation has had in the past as well as in more recent coastal urbanisation efforts, the issue has received insufficient attention from human geographers, urban political ecologists and marine social scientists. In this paper, I aim to advance the land reclamation research by suggesting a new conceptual framework that combines concepts and empirical insights from urban political ecology (UPE), anthropology, political geography and political economy. This approach considers the representational, legal and material dimensions of urban coastal mega-projects and helps to identify those who benefit and those who lose due to land reclamation. I conclude that a focus on land reclamation can help to understand that ‘land’ is a fundamental requirement for urbanisation. Land in coastal cities is not ‘out there’; it has to be created. To investigate the making of land requires integrating the often-neglected coastal geomorphologies, marine sites of sediment extraction and understanding how they are discursively shaped and transformed by human interventions on urban coasts into UPE.
Die internationale Ordnung ist in einem tiefgreifenden Wandel, wobei Großmachtrivalitäten eine Neu-ordnung globaler Machtstrukturen vorantreiben. Dies hat auch Auswirkungen auf die europäische Entwicklungspolitik. In vielen EU-Mitgliedstaaten gehen die Mittel für öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) zurück; gleichzeitig richten EU-Länder ihre verbleibenden Mittel stärker an Eigeninteressen aus. Bislang werden diese Reformen weitestgehend bilateral ausdefiniert, wohingegen eine politische Debatte über Rolle, Mehrwert und gemeinsame Ausgestaltung der EU-Entwicklungspolitik weitestgehend fehlt. Doch ohne eine Stärkung der europäischen Zusammenarbeit wird es Europa nicht gelingen, auf die aktuellen weltpolitischen Umbrüche eine adäquate Antwort zu geben.
In diesem Policy Brief argumentieren wir, dass Reformbestrebungen in der europäischen Entwick-lungspolitik die Zusammenarbeit und Komplementarität stärken müssen, um wirksam auf die veränderte geopolitische Lage reagieren zu können. Unsere Analyse zeigt vier inhaltliche Handlungsfelder, auf die sich laufende Reformprozesse europäischer Akteure konzentrieren und auf denen Entwicklungspolitik wichtige Beiträge leisten soll:
1. Wirtschaftsförderung und Einbindung des Privatsektors; 2. Sicherheitspolitik; 3. Steuerung und Gestaltung von Migration; 4. Menschliche Entwicklung und Armutsreduktion, insbesondere in LDCs (Least Developed Countries).
Eine gemeinsame strategische Ausrichtung Europas auf diesen Handlungsfeldern fehlt jedoch bisher. Diese gemeinsamen strategischen Prioritäten auszuhandeln erfordert eine Neubelebung des politischen Dialogs zwischen EU-Institutionen und Mit-gliedstaaten sowie eine Weiterentwicklung des „Team Europe“-Ansatzes. „Team Europe 2.0“ hätte dann zwei Funktionen: die inhaltliche Komplementarität „nach innen“ zu stärken durch eine Verständigung darauf, wie die unterschiedlichen Akteure jeweils zu gemeinsam festgelegten Zielsetzungen beitragen; und „nach außen“, um sichtbar zu machen, wofür Europa strategisch steht.
Kernelement von Team Europe 2.0 sollte ein verbesserter inhaltlicher Austausch in themenspezifi-schen, informellen Gruppen unter Führung einzelner Mitgliedstaaten und der Kommission sein. Solche „thematischen Champions“ könnten die Entwicklung gemeinsamer Strategien für größere, transformative Initiativen erleichtern. Ein verbesserter politischer Dialog und inhaltliche Abstimmung in Schlüsselbe-reichen der europäischen Entwicklungspolitik sind Voraussetzungen für ein geeintes und strategischeres Auftreten von „Team Europe“ nach außen, auch in multilateralen Kontexten.
Die internationale Ordnung ist in einem tiefgreifenden Wandel, wobei Großmachtrivalitäten eine Neu-ordnung globaler Machtstrukturen vorantreiben. Dies hat auch Auswirkungen auf die europäische Entwicklungspolitik. In vielen EU-Mitgliedstaaten gehen die Mittel für öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) zurück; gleichzeitig richten EU-Länder ihre verbleibenden Mittel stärker an Eigeninteressen aus. Bislang werden diese Reformen weitestgehend bilateral ausdefiniert, wohingegen eine politische Debatte über Rolle, Mehrwert und gemeinsame Ausgestaltung der EU-Entwicklungspolitik weitestgehend fehlt. Doch ohne eine Stärkung der europäischen Zusammenarbeit wird es Europa nicht gelingen, auf die aktuellen weltpolitischen Umbrüche eine adäquate Antwort zu geben.
In diesem Policy Brief argumentieren wir, dass Reformbestrebungen in der europäischen Entwick-lungspolitik die Zusammenarbeit und Komplementarität stärken müssen, um wirksam auf die veränderte geopolitische Lage reagieren zu können. Unsere Analyse zeigt vier inhaltliche Handlungsfelder, auf die sich laufende Reformprozesse europäischer Akteure konzentrieren und auf denen Entwicklungspolitik wichtige Beiträge leisten soll:
1. Wirtschaftsförderung und Einbindung des Privatsektors; 2. Sicherheitspolitik; 3. Steuerung und Gestaltung von Migration; 4. Menschliche Entwicklung und Armutsreduktion, insbesondere in LDCs (Least Developed Countries).
Eine gemeinsame strategische Ausrichtung Europas auf diesen Handlungsfeldern fehlt jedoch bisher. Diese gemeinsamen strategischen Prioritäten auszuhandeln erfordert eine Neubelebung des politischen Dialogs zwischen EU-Institutionen und Mit-gliedstaaten sowie eine Weiterentwicklung des „Team Europe“-Ansatzes. „Team Europe 2.0“ hätte dann zwei Funktionen: die inhaltliche Komplementarität „nach innen“ zu stärken durch eine Verständigung darauf, wie die unterschiedlichen Akteure jeweils zu gemeinsam festgelegten Zielsetzungen beitragen; und „nach außen“, um sichtbar zu machen, wofür Europa strategisch steht.
Kernelement von Team Europe 2.0 sollte ein verbesserter inhaltlicher Austausch in themenspezifi-schen, informellen Gruppen unter Führung einzelner Mitgliedstaaten und der Kommission sein. Solche „thematischen Champions“ könnten die Entwicklung gemeinsamer Strategien für größere, transformative Initiativen erleichtern. Ein verbesserter politischer Dialog und inhaltliche Abstimmung in Schlüsselbe-reichen der europäischen Entwicklungspolitik sind Voraussetzungen für ein geeintes und strategischeres Auftreten von „Team Europe“ nach außen, auch in multilateralen Kontexten.
Die internationale Ordnung ist in einem tiefgreifenden Wandel, wobei Großmachtrivalitäten eine Neu-ordnung globaler Machtstrukturen vorantreiben. Dies hat auch Auswirkungen auf die europäische Entwicklungspolitik. In vielen EU-Mitgliedstaaten gehen die Mittel für öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) zurück; gleichzeitig richten EU-Länder ihre verbleibenden Mittel stärker an Eigeninteressen aus. Bislang werden diese Reformen weitestgehend bilateral ausdefiniert, wohingegen eine politische Debatte über Rolle, Mehrwert und gemeinsame Ausgestaltung der EU-Entwicklungspolitik weitestgehend fehlt. Doch ohne eine Stärkung der europäischen Zusammenarbeit wird es Europa nicht gelingen, auf die aktuellen weltpolitischen Umbrüche eine adäquate Antwort zu geben.
In diesem Policy Brief argumentieren wir, dass Reformbestrebungen in der europäischen Entwick-lungspolitik die Zusammenarbeit und Komplementarität stärken müssen, um wirksam auf die veränderte geopolitische Lage reagieren zu können. Unsere Analyse zeigt vier inhaltliche Handlungsfelder, auf die sich laufende Reformprozesse europäischer Akteure konzentrieren und auf denen Entwicklungspolitik wichtige Beiträge leisten soll:
1. Wirtschaftsförderung und Einbindung des Privatsektors; 2. Sicherheitspolitik; 3. Steuerung und Gestaltung von Migration; 4. Menschliche Entwicklung und Armutsreduktion, insbesondere in LDCs (Least Developed Countries).
Eine gemeinsame strategische Ausrichtung Europas auf diesen Handlungsfeldern fehlt jedoch bisher. Diese gemeinsamen strategischen Prioritäten auszuhandeln erfordert eine Neubelebung des politischen Dialogs zwischen EU-Institutionen und Mit-gliedstaaten sowie eine Weiterentwicklung des „Team Europe“-Ansatzes. „Team Europe 2.0“ hätte dann zwei Funktionen: die inhaltliche Komplementarität „nach innen“ zu stärken durch eine Verständigung darauf, wie die unterschiedlichen Akteure jeweils zu gemeinsam festgelegten Zielsetzungen beitragen; und „nach außen“, um sichtbar zu machen, wofür Europa strategisch steht.
Kernelement von Team Europe 2.0 sollte ein verbesserter inhaltlicher Austausch in themenspezifi-schen, informellen Gruppen unter Führung einzelner Mitgliedstaaten und der Kommission sein. Solche „thematischen Champions“ könnten die Entwicklung gemeinsamer Strategien für größere, transformative Initiativen erleichtern. Ein verbesserter politischer Dialog und inhaltliche Abstimmung in Schlüsselbe-reichen der europäischen Entwicklungspolitik sind Voraussetzungen für ein geeintes und strategischeres Auftreten von „Team Europe“ nach außen, auch in multilateralen Kontexten.
The international order is undergoing profound change as rivalry among major powers realigns the global balance. This is also having an impact on European development policy. In many European Union (EU) member states, funding for official development assistance (ODA) is declining. At the same time, EU countries are reforming their development policies and increasingly channelling their remaining resources towards priorities that serve primarily their own interests. So far, these reforms have largely been defined bilaterally, whereas a political debate on the role, added value and joint objectives of EU development policy is largely absent. Yet, without strengthening European cooperation in development policy, Europe will not succeed in providing an adequate response to the current upheavals in global politics.
In this policy brief, we argue that reform efforts in European development policy must strengthen co-operation and complementarity to respond effectively to the changed geopolitical landscape. Our analysis identifies four key policy areas where European actors are pursuing ongoing reforms and where development policy should make significant contributions:
1) promoting economic cooperation and private-sector engagement, 2) security policy, 3) managing and shaping migration and 4) human development including poverty reduction, particularly in least developed countries (LDCs). So far, a joint European strategic direction in these areas has been lacking. Negotiating these shared priorities requires a revitalisation of the political dialogue between EU institutions and member states, as well as further development of the “Team Europe” approach. “Team Europe 2.0” would then have two functions: to strengthen substantive complementarity “internally” through an understanding of how the various actors individually contribute to jointly defined objectives; and “externally” by making visible what Europe stands for strategically.
A key element of Team Europe 2.0 should be an improved substantive dialogue among member states and within issue-specific, informal groups co-facilitated by individual member states and the European Commission. Such “thematic champions” could initiate the development of joint strategies for larger, transformative initiatives. Improved political dialogue and coordination on substance in key areas of European development policy are prerequisites for a united and more strategic external presence of “Team Europe”, including in multilateral contexts.
The international order is undergoing profound change as rivalry among major powers realigns the global balance. This is also having an impact on European development policy. In many European Union (EU) member states, funding for official development assistance (ODA) is declining. At the same time, EU countries are reforming their development policies and increasingly channelling their remaining resources towards priorities that serve primarily their own interests. So far, these reforms have largely been defined bilaterally, whereas a political debate on the role, added value and joint objectives of EU development policy is largely absent. Yet, without strengthening European cooperation in development policy, Europe will not succeed in providing an adequate response to the current upheavals in global politics.
In this policy brief, we argue that reform efforts in European development policy must strengthen co-operation and complementarity to respond effectively to the changed geopolitical landscape. Our analysis identifies four key policy areas where European actors are pursuing ongoing reforms and where development policy should make significant contributions:
1) promoting economic cooperation and private-sector engagement, 2) security policy, 3) managing and shaping migration and 4) human development including poverty reduction, particularly in least developed countries (LDCs). So far, a joint European strategic direction in these areas has been lacking. Negotiating these shared priorities requires a revitalisation of the political dialogue between EU institutions and member states, as well as further development of the “Team Europe” approach. “Team Europe 2.0” would then have two functions: to strengthen substantive complementarity “internally” through an understanding of how the various actors individually contribute to jointly defined objectives; and “externally” by making visible what Europe stands for strategically.
A key element of Team Europe 2.0 should be an improved substantive dialogue among member states and within issue-specific, informal groups co-facilitated by individual member states and the European Commission. Such “thematic champions” could initiate the development of joint strategies for larger, transformative initiatives. Improved political dialogue and coordination on substance in key areas of European development policy are prerequisites for a united and more strategic external presence of “Team Europe”, including in multilateral contexts.
The international order is undergoing profound change as rivalry among major powers realigns the global balance. This is also having an impact on European development policy. In many European Union (EU) member states, funding for official development assistance (ODA) is declining. At the same time, EU countries are reforming their development policies and increasingly channelling their remaining resources towards priorities that serve primarily their own interests. So far, these reforms have largely been defined bilaterally, whereas a political debate on the role, added value and joint objectives of EU development policy is largely absent. Yet, without strengthening European cooperation in development policy, Europe will not succeed in providing an adequate response to the current upheavals in global politics.
In this policy brief, we argue that reform efforts in European development policy must strengthen co-operation and complementarity to respond effectively to the changed geopolitical landscape. Our analysis identifies four key policy areas where European actors are pursuing ongoing reforms and where development policy should make significant contributions:
1) promoting economic cooperation and private-sector engagement, 2) security policy, 3) managing and shaping migration and 4) human development including poverty reduction, particularly in least developed countries (LDCs). So far, a joint European strategic direction in these areas has been lacking. Negotiating these shared priorities requires a revitalisation of the political dialogue between EU institutions and member states, as well as further development of the “Team Europe” approach. “Team Europe 2.0” would then have two functions: to strengthen substantive complementarity “internally” through an understanding of how the various actors individually contribute to jointly defined objectives; and “externally” by making visible what Europe stands for strategically.
A key element of Team Europe 2.0 should be an improved substantive dialogue among member states and within issue-specific, informal groups co-facilitated by individual member states and the European Commission. Such “thematic champions” could initiate the development of joint strategies for larger, transformative initiatives. Improved political dialogue and coordination on substance in key areas of European development policy are prerequisites for a united and more strategic external presence of “Team Europe”, including in multilateral contexts.
Jeudi soir, Donald Trump a annoncé un cessez-le-feu de 10 jours entre Israël et le Liban, deux jours à peine après l’ouverture de négociations directes à Washington. Une annonce qui intervient alors qu’Israël continue d’occuper le sud du pays.
Mais c’est un autre fait qui retient l’attention : Benjamin Netanyahou a exigé l’exclusion de la France de ces négociations, allié historique du Liban, alors qu’elles sont elles-mêmes conduites par les États-Unis, principal allié d’Israël.
Cette exigence israélienne pose une question de fond : que reste-t-il de la relation franco-israélienne ? Elle apparaît aujourd’hui profondément déséquilibrée et unilatérale ; Israël exige, la France cède, ou se contente de condamnations verbales qui n’ont jamais infléchi la moindre décision de Tel-Aviv.
Est-ce le signe d’une fin définitive de l’amitié franco-israélienne, ou simplement l’aboutissement d’un affaiblissement diplomatique français ?
L’article Liban : nouvel affront israélien à la France est apparu en premier sur IRIS.
L’IA devient l’un des principaux terrains de rivalité stratégique entre grandes puissances. Les États Unis et la Chine cherchent à s’assurer une maîtrise complète de la chaîne de valeur, des semi conducteurs au développement des modèles de fondation, en passant par le contrôle des infrastructures de calcul. D’autres puissances cherchent également à se distinguer dans ce nouvel espace de compétition géopolitique à la croisée des enjeux de souveraineté, de sécurité et de compétitivité.
Philippe Barbet, professeur émérite d’économie à l’Université Sorbonne Paris Nord et chercheur associé à l’IRIS, répond à nos questions :
Cette vidéo a été réalisée à l’occasion de la 3e édition des Rencontres géoéconomiques et géopolitiques organisées par l’IRIS et NEOMA Business School, en partenariat avec Diplomatie Magazine et Courrier international, le 2 avril 2026.
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IPI and the Permanent Mission of the Kingdom of the Netherlands to the UN, in partnership with the UN Department of Peace Operations, cohosted a high-level, closed-door roundtable on “Looking to the Future of Action for Peacekeeping Plus,” on April 16th.
Since it was established in 2021, Action for Peacekeeping Plus (A4P+) has helped mobilize action on critical issues affecting UN peacekeeping operations, including peacekeeper capabilities and mindsets, strategic and operational integration, and cooperation with host countries. To ensure the framework is aligned to the current context, builds on achievements and challenges implementing A4P thus far, and in response to a request from the General Assembly’s Special Committee on Peacekeeping Operations (C34), DPO has developed an updated A4P implementation framework. It establishes a strategic, focused, and streamlined set of priorities to improve the impact, effectiveness, and cost-effectiveness of UN peacekeeping. This renewed framework will continue to mobilize action across critical priorities in UN peacekeeping operations, taking into account changing political, security, and resource imperatives. This includes recent reform efforts to ensure the UN remains “effective, cost-efficient and responsive,” as part of the UN80 initiative.
Member states participating in this ambassadorial roundtable heard from Under-Secretary-General for Peace Operations, Jean-Pierre Lacroix, on the new A4P implementation strategy. Following a briefing by the USG, member states engaged in an interactive dialogue on the future of A4P and A4P+.
The post Looking to the Future of Action for Peacekeeping Plus: A discussion with Under-Secretary-General Jean-Pierre Lacroix appeared first on International Peace Institute.