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Wie die Entwicklungspolitik die Düngemittelkrise abwenden kann

Bonn, 13. April 2026. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit muss schnell handeln, um der Düngemittelkrise zu begegnen. Prioritäten: multilaterale Koordination und Bodengesundheit.

Die drohende Düngemittelkrise ist ein Stresstest für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit. Diese muss nun beweisen, dass der BMZ Reformplan mehr als nur Papier ist. Die Werkzeuge dafür liegen bereit. Die Krise erfordert kurzfristige Maßnahmen und bietet Gelegenheit für einen überfälligen Paradigmenwechsel: weg von der Abhängigkeit von volatilen Düngemittelmärkten hin zu resilienten, lokal verankerten Strategien.

Drohende Düngemittelkrise und ihre Folgen

Der Welt droht erneut eine Düngemittelkrise. Seit die US-amerikanischen und israelischen Luftschläge gegen den Iran zu der Schließung der Straße von Hormus geführt haben, stockt der Handel. Rund ein Drittel des weltweit verschifften Stickstoffdüngers passierte die Meerenge bislang. Nun stiegen die Preise um bis zu 50 Prozent. Für Millionen von Kleinbäuer*innen im Globalen Süden wird ihre Ernährungssicherung gefährdet. Das Welternährungsprogramm warnt, dass der Krieg 45 Millionen weitere Menschen in akute Ernährungsunsicherheit treiben könnte – und auch in Deutschland sind Preisanstiege für Lebensmittel zu erwarten.

In vorherigen Düngemittelkrisen haben steigende Lebensmittelpreise die Inflation stark erhöht. Dies hat nicht nur die Ernährungssicherheit negativ beeinflusst, sondern auch zu Aufständen und einer weiteren Stärkung populistischer Bewegungen geführt. Düngemittelkrisen werden zudem zunehmend im geoökonomischen Wettbewerb politisiert. Zuletzt nutzte Russland Düngemittel-Knappheiten gezielt, um Abhängigkeiten zu vertiefen und politischen Einfluss zu gewinnen. Wer in der Düngemittelkrise Partnerschaften schwächt, verliert an Glaubwürdigkeit und überlässt anderen das Feld.

Die Werkzeuge liegen bereit

Deutschland ist mit 3,5 Milliarden Euro (2023) an Investitionen in ländliche Entwicklung und Ernährungssicherheit der größte bilaterale Geber –  eine Verantwortung, die jetzt zählt.

Spätestens seit der G7-Präsidentschaft 2022 hat sich Deutschland als multilateraler Akteur bei Ernährungskrisen etabliert – von der Global Alliance for Food Security (GAFS) bis zur Unterstützung des Africa Fertilizer and Soil Health Aktionsplans.

Auch in der Umsetzung leistet die deutsche EZ wichtige Beiträge zur Bodengesundheit. Langfristige Initiativen, wie das GIZ-Vorhaben „Soil Protection and Rehabilitation for Food Security“ (ProSoil) haben länderübergreifend rund eine Million Hektar Agrarland rehabilitiert und Ertragssteigerungen von 44 Prozent bei Kleinbäuer*innen erreicht.

Vier Hebel für die nächsten Monate

Basierend auf dem Vertrauen auf multilateraler Ebene und dem starken Portfolio in der Umsetzung kann Deutschland jetzt vier Hebel nutzen.

G7-Koordination verstärken: Die G7-Staaten repräsentieren 73 Prozent aller Geberinvestitionen in Agrar- und Ernährungssysteme. Deutschland sollte koordinierte Maßnahmen vorantreiben und die Reaktivierung der G7 Expert Fertilizer Group vorschlagen.  Die Expertengruppe war bereits nach Russlands Angriff 2022 wichtig, um Soforthilfen und mittelfristige Strategien zur Diversifizierung von Lieferketten abzustimmen.

Sondermittel prüfen; Soforthilfe mit nachhaltigen Maßnahmen verbinden: Bereits in der durch Russland ausgelösten Krise 2022, stellte Deutschland 880 Millionen Euro Sondermittel bereit und mobilisierte damit über die G7 weitere 4,5 Milliarden US-Dollar. Entscheidend ist jetzt die Ausgestaltung eines vergleichbaren Mechanismus, der Mittel direkt bei Kleinbäuer*innen ankommen lässt und an laufende Projekte nachhaltig andockt; statt als Krisengewinne bei der Düngemittelindustrie versandet.

Lokale Düngepotenziale erschließen und Nährstoffnutzungseffizienz steigern: Die Abhängigkeit von importiertem Dünger ist ein strukturelles Problem vieler Länder. Agrarökologische Ansätze wie Kompostierung, integriertes Bodenfruchtbarkeitsmanagement und zugekaufte biologische Inputs sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich tragfähig, da sie die Nährstoffnutzungseffizienz konventioneller Düngemittel erhöhen. Das senkt den Bedarf an importierten Düngern. Deutschland sollte diese Ansätze skalieren und weitere Geber einbinden.

Repurposing-Agenda vorantreiben: Die Umwidmung umweltschädlicher Agrarsubventionen kann Abhängigkeiten langfristig abbauen. Deutschland kennt das Problem aus eigener Erfahrung: Allein die Stickstoffüberschüsse der deutschen Landwirtschaft verursachen jährlich Umweltschäden von 4,8 Milliarden Euro. Fossile Subventionen sollten in nachhaltige Bodenpraktiken und den Aufbau dezentraler Düngemittelproduktion umgeleitet werden.

Der BMZ-Reformplan als Chance?

Der BMZ-Reformplan bietet den strategischen Rahmen für eine Antwort auf die Krise. Er verstetigt die Sonderinitiative Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme und betont, dass Ernährungssicherung auf Afrika fokussiert werden muss, dort, wo die Düngemittelkrise am härtesten zuschlagen wird.

Allerdings hat der Plan eine offene Flanke: eine zu enge Fokussierung der Privatwirtschaft. Das hat zwar seine Berechtigung, aber Erfahrungen aus dem deutschen Portfolio für Bodengesundheit zeigen, dass Lösungen oft lokal und wissensintensiv sind, aber nicht zwingend profitabel für (ausländische) Investoren.

Die Reaktion auf die Krise sollte deshalb entwicklungspolitische Prinzipien als Richtschnur weiter hochhalten und niemanden zurücklassen. Es geht um eine nachhaltige Transformation von Abhängigkeiten.

  • Dr. Gideon Tups ist Wirtschaftsgeograph am Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn. Er forscht zu Agrar- und Ernährungssystemen, globalen Lieferketten, Düngemitteln und Bioökonomie.
  • Katharina Molitor ist Humangeographin am IDOS und forscht zum Thema Nahrungsmittelpreisschwankungen und Märkten, Ernährungssicherung und kleinbäuerliche Landwirtschaft.

Friedrich Merz' 80-Prozent-Illusion

Der Bundeskanzler will mehr als 700.000 integrierte Syrer zurück in ihr Herkunftsland schicken. Das ist ökonomisch völlig unsinnig und ein Affront gegen die Betroffenen. , Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit seiner Äußerung, rund 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrer sollten innerhalb von drei Jahren in ihr Heimatland zurückkehren, eine breite Kontroverse ausgelöst. Die Reaktionen reichen von Zustimmung bis zu scharfer Kritik. Die AfD sieht ihre ...

" En mémoire de NIGNAN Arouna Kader Robert dit Bobby.

Lefaso.net (Burkina Faso) - Mon, 13/04/2026 - 09:00

14 Avril 2004 - 14 Avril 2026.
Nul ne disparaît lorsque sa mémoire reste gravée dans nos cœurs.

Voilà vingt deux (22) ans, qu'il a plu au seigneur de rappeler auprès de lui, son humble serviteur, NIGNAN Arouna Kader Robert dit Bobby, ingénieur électro-mécanicien.

En ce douloureux souvenir, sa famille vous renouvelle ses sincères gratitudes pour vos soutiens multiformes.
Elle vous prie de vous unir à elle dans la prière pour l'éternel repos de son âme.
Bobby, à jamais dans nos cœurs. Reposes en paix "

Categories: Afrique, France

Orbán déchu

Euractiv.fr - Mon, 13/04/2026 - 08:40

Également dans l'édition de lundi : les répercussions de la victoire record de Péter Magyar

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Categories: France, Union européenne

Entre États-Unis et Europe, le Kosovo face aux divisions de ses alliés

Courrier des Balkans / Kosovo - Mon, 13/04/2026 - 08:30

Le Kosovo ne sait plus à quel saint se vouer, entre les incohérences de Donald Trump et les divisions de l'Union européenne, Alors que le petit pays n'arrive pas à élire son ou sa présidente, Vjosa Osmani joue-t-elle la carte de Washington et Albin Kurti celle de Bruxelles ? Analyse.

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Macédoine du Nord : les examens de la magistrature relancent la querelle des langues

Courrier des Balkans / Macédoine - Mon, 13/04/2026 - 08:09

En Macédoine du Nord, l'enseignement supérieur est bilingue. On peut étudier le droit en albanais, mais les examens d'entrée dans la magistrature se passent uniquement en langue macédonienne. Les étudiants et les partis albanais ont manifesté, réveillant les vieilles querelles ethnolinguistiques.

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Colonisation : l’Assemblée examine une loi visant à faciliter les restitutions d’œuvres africaines

France24 / France - Mon, 13/04/2026 - 04:21
Plusieurs décennies après les premiers appels à rendre à leurs pays d'origine des œuvres d'art pillées durant la colonisation, l'Assemblée nationale s'empare lundi d'un projet de loi destiné à faciliter les restitutions par la France de trésors du patrimoine africain.
Categories: France, Union européenne

Les avocats protestent devant le Sénat avant l'examen de la réforme judiciaire de Darmanin

France24 / France - Mon, 13/04/2026 - 03:59
Les avocats se sont mobilisés, lundi, pour protester contre l'instauration d'une nouvelle procédure de "plaider-coupable". C'est la mesure phare d'une réforme de la justice criminelle qui doit être défendue dans la soirée au Sénat par le garde des Sceaux, Gérald Darmanin.
Categories: France, Union européenne

5 façons de réduire le temps passé devant les écrans par vos enfants

BBC Afrique - Sun, 12/04/2026 - 19:00
Nous avons demandé conseil à des spécialistes de la famille sur la façon d'éloigner les téléphones des enfants, même pour une courte durée.
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Flottille pour Gaza : l'engagement de la navigatrice croate Morana Miljanović

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L'action est toujours plus forte que la peur. Alors qu'une nouvelle flotille pour Gaza va reprendre la mer, la navigatrice et avocate croate Morana Miljanović explique les raisons de son engagement et dénonce la complaisance de Zagreb envers Israël. Entretien.

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PROFIL : Magyar, le challenger déterminé au bord de la victoire

Euractiv.fr - Sun, 12/04/2026 - 13:05

Magyar, sorti du système lui-même, est devenu la némésis d’Orbán

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Categories: France, Union européenne

Cinq pays africains auxquels Dangote vendra du pétrole

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La raffinerie, la plus grande d'Afrique, a récemment vendu 12 pétroliers d'un poids total de 456 000 tonnes à cinq pays africains.
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Marathon de Paris : Yemaneberhan Crippa et Shure Demise triomphent, un record pulvérisé

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Le marathon de Paris, couru dimanche par près de 60 000 participants, a été remporté côté hommes par l'Italien d'origine éthiopienne Yemaneberhan Crippa, et côté femmes par l'Éthiopienne Shure Demise, qui a battu de plus d'une minute le précédent record du marathon.
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Céline Dion : enquête sur les prix des billets de concert

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C’est un feuilleton qui risque d’être mouvementé, celui des places pour le concert de Céline Dion… Au-delà des escrocs qui ont mis en place de fausses plateformes, les prix des billets affichés lors du lancement se sont envolés au fil des jours... L’explication est-elle uniquement liée à la mise en place d’une tarification dynamique ? Enquête de Nathan Acloque pour France 2.
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The prophet and the mysterious death of Charmain Speirs

BBC Africa - Sun, 12/04/2026 - 10:17
A BBC Disclosure investigation has uncovered significant questions about what happened at the hotel where Charmain died.
Categories: Africa, France

Le pape apporte un message d'unité et de paix lors de sa tournée africaine

BBC Afrique - Sat, 11/04/2026 - 16:59
Le voyage du pape Léon XIV en Afrique est son plus long voyage international depuis son accession au pontificat.
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France : premières baisses des prix à la pompe après l'annonce du déblocage d'Ormuz

France24 / France - Sat, 11/04/2026 - 11:49
Le gouvernement français dit travailler à obtenir une baisse significative des tarifs des carburants. Selon les autorités, ils devraient chuter aussi vite qu'ils ont augmenté à la faveur de ce début de dégel au Moyen-Orient. Des baisses marginales sont observées. Reportage France 2.
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Le basket yougoslave pleure la disparition du mythique entraîneur Duško Vujošević

Courrier des Balkans / Serbie - Sat, 11/04/2026 - 09:44

Né au Monténégro, il fut l'entraîneur mythique du Partizan de Belgrade. Grande figure du basket-ball, Duško Vujošević, décédé le 8 avril à l'âge de 67 ans, était toujours resté un Yougoslave de coeur, rétif à tout nationalisme et opposant déclaré au régime Vučić.

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Orbán et les Balkans (5/5) : « Deux Hongries, deux Serbies »

Courrier des Balkans / Serbie - Sat, 11/04/2026 - 06:44

Dimanche, la Serbie a vécu à l'heure hongroise. Tandis qu'Aleksandar Vučić espérait la victoire de son ami, allié politique et partenaire économique Viktor Orbán, l'opposition espérait, elle, que la Hongrie sache enfin tourner la page.

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